Zusammenfassung

  • Mario Götze hat seine Coolness in der Vergangenheit schon einmal bewiesen
  • Der Mittelfeldspieler funktioniert offenbar auch unter großem Druck
  • In seinem ersten Bundesliga-Spiel überzeugte er nicht nur mit seinem Tor

Köln - Mario Götze von Tabellenführer Borussia Dortmund feierte im Heimspiel gegen den FC Augsburg ein Traum-Comeback. Und der 26-Jährige zeigte auch darüber hinaus eine starke Leistung. bundesliga.de erklärt, warum der Mittelfeldspieler, der zuletzt in vier aufeinander folgenden Partien nicht im BVB-Kader gestanden hatte, für den Tabellenführer in dieser Saison noch ein wichtiger Faktor werden kann.

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Als Mario Götze im Trikot des FC Bayern München beim Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, ließ sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu einer flapsigen Bemerkung hinreißen. Götze sei "ein cooler Hund“, ließ der Funktionär ausrichten. Dieser "coole Hund“ hatte dem großen Druck standgehalten und trotz der unvorstellbaren Situation für einen 21-Jährigen den für alle Schwarz-Gelben schmerzhaften Treffer zum 1:0 gegen seinen alten Club erzielt.

Götze verfügt über Coolness

Dieser Tag liegt beinahe fünf Jahre in der Vergangenheit, Götze spielt nach seinem Wechsel 2016 inzwischen wieder für Dortmund. Und doch offenbart diese Aussage von Watzke eine besondere Stärke des WM-Helden von 2014, über die der heute 26-Jährige immer noch verfügt. Das zeigte unter anderem sein Tor beim 4:3-Sieg über den FC Augsburg nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung. Und diese besondere Eigenschaft lässt gleichzeitig daran glauben, dass der Mittelfeldspieler seine zweite Chance nutzt – und für den BVB in dieser Saison noch wichtig werden kann.

Video: Dortmunds spektakulärer Sieg gegen Augsburg

Es ist durchaus erstaunlich, dass diese Feststellung überhaupt für Aufsehen sorgt – ist das Können des gebürtigen Memmingers doch immer noch über jeden Zweifel erhaben. Das weiß auch Trainer Lucien Favre: "Er war immer sehr positiv, hat immer sehr gut trainiert, zu hundert Prozent. Er hat eine fantastische Mentalität.“  Worte, die Götze für die kommenden Wochen Mut geben sollte. Mut, daran zu glauben, dass er seine überragenden Fähigkeiten noch häufiger in den Dienst der Mannschaft stellen darf.

 Traum-Comeback steht für Neuanfang

In gewisser Weise also darf das Comeback des Nationalspielers, der gegen Augsburg seine ersten Bundesliga-Minuten absolvierte, als Neubeginn verstanden werden. Denn zuletzt musste Götze eine schwierige Phase durchstehen. Nur jeweils 60 Minuten in DFB-Pokal und Champions League, und in den vier Partien vor dem Augsburg-Spiel stand er nicht im Kader. Für einen Spieler seiner Klasse ist das zu wenig. In Götzes Fall aber war das offensichtlich eines: eine große Motivation.

Video: Hochspannung in der Bundesliga

Anders ist es kaum sinnvoll zu erklären, dass der 1,76 Meter große Rechtsfuß so ein Traum-Comeback feierte. Ein Tor geschossen, viel gelaufen, starke Pässe gespielt und auch defensiv eifrig mitgearbeitet – Trainer Favre dürfte an diesem Auftritt in seiner Gesamtheit helle Freude gehabt haben.

 

Doch wie stark ist einer wie er, wenn er die mentale Last vollends abgeworfen hat? Zuletzt hatte er gegenüber der Zeitschrift Kicker schließlich noch zugegeben: "Ich schaffe es nicht, das auszublenden.“ Scheinbar ist es ihm im entscheidenden Moment doch gelungen. Mal wieder.

Sieben Minuten auf dem Platz - und schon trifft Mario Götze für Borussia Dortmund
Sieben Minuten auf dem Platz - und schon trifft Mario Götze für Borussia Dortmund © gettyimages / INA FASSBENDER/AFP/Getty Images

Ob Götze extreme Situationen wie diese braucht, um in Form zu geraten? Das kann niemand zweifelsfrei belegen. Jedenfalls ließ er seinem kurzen, aber eindrucksvollen Einsatz gegen Augsburg einen weiteren starken, diesmal jedoch als Kapitän der Schwarz-Gelben über 90 Minuten, folgen: Im Testspiel beim West-Regionalligisten Alemannia Aachen. Dort erzielte er beim 4:0 (2:0)-Sieg des Tabellenführers ein Tor und bereitete ein weiteres vor.

Und obschon ein Test gegen einen Viertligisten nicht die Aussagekraft besitzt wie ein Duell gegen ein Bundesliga-Team, dürfte diese Einheit Aufschluss darüber geben, ob Götze künftig wieder häufiger für die Borussen spielen wird. Womöglich schon am kommenden Samstag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Dort sieht sich Trainer Favre mit der Herausforderung konfrontiert, einige Ausfälle kompensieren zu müssen. Marco Reus, Shinji Kagawa, Marius Wolf, Christian Pulisic und Marcel Schmelzer sind für das Duell bei den Schwaben fraglich. Dann ruhen beim BVB viele Erwartungen auf dem Mittelfeldspieler, über den so viel geredet wurde, obwohl er so wenig gespielt hatte. Und wie gut er mit so einer Situation umgehen kann, hat der "coole Hund" schon häufiger unter Beweis gestellt.

Dominik Hamers