Zusammenfassung

  • Trainer Dieter Hecking lässt seine Mannschaft mutiger spielen
  • Alassane Pléa ist das letzte noch fehlende Puzzleteil der Fohlenelf
  • Gestandene Spieler und junge Talente sind hungrig auf mehr

Köln - Borussia Mönchengladbach spielt bislang eine starke Saison. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking steht nach sieben Spieltagen auf Platz drei und hat zuletzt sogar den FC Bayern München mit 3:0 geschlagen. bundesliga.de erklärt, warum es bei den Fohlen, die die vergangene Spielzeit auf Rang neun abgeschlossen haben, so gut läuft.

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Beim 3:0-Sieg gegen den FC Bayern München überraschte Trainer Dieter Hecking mit einer einzigen Personalie gleich doppelt. Zunächst, weil er Lars Stindl unerwartet von Beginn an spielen ließ. Der Kapitän von Borussia Mönchengladbach hatte zuvor wegen eines Risses der Syndesmose im Sprunggelenk passen müssen. Und dann, weil er den 30-Jährigen in der Sturmspitze spielen ließ. Das garantierte mehr Ballsicherheit, Spielübersicht und Torgefahr in einem. Ein taktischer Kniff, mit dem er den Triumpf über die Bajuwaren festzurrte. Vor allem aber einer, mit dem er Stärke und Unberechenbarkeit seiner Mannschaft gleichzeitig demonstrierte.

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Es ist unmöglich zu leugnen, dass bei den Fohlen eine positive Entwicklung stattgefunden hat. Nach dem neunten Platz in der vergangenen Saison, den Verteidiger Oscar Wendt als "enttäuschend" bezeichnet, hat sich die Borussia nach sieben Spieltagen zu einer Spitzenmannschaft gemausert. Und bereits zu diesem frühen Zeitpunkt lassen sich Aspekte ausfindig machen, die die Aussage widerlegen, Platz drei in der Liga und die Ausbeute von 14 Punkten aus sieben Partien seien nur Zufallsprodukte.

Perfektes Comeback: Mönchengladbachs Kapitän Lars Stindel hebt in München ab.
Perfektes Comeback: Mönchengladbachs Kapitän Lars Stindel hebt in München ab. © gettyimages / Matthias Hangst

Dafür ist die Qualität des Kaders und die einzelner Spieler zu groß. "Unser Kader ist breiter und ausgeglichener aufgestellt", bemerkt Denis Zakaria. "Außerdem haben wir mehr Erfahrung. Auf jeder Position herrscht ein harter Konkurrenzkampf." Obschon insbesondere über eine Personalie nicht gestritten werden darf: Alassane Pléa.

Der 25 Jahre alte Angreifer ist ein Glücksgriff für die Fohlen. In sieben Spielen schoss er fünf Tore und schoss nach Timo Werner (33) am häufigsten aufs gegnerische Tor (23). Dass er so gefährlich ist, hat einen Grund. "Ich bin zu einem tollen Club gewechselt mit einem guten Team. Ich habe starke Mitspieler und es herrscht eine super Stimmung. Hier darf ich als echter Neuner spielen", erklärt Pléa. Er stößt auf Gegenliebe: "Es ist eine ganz krasse Qualität im Fußball, wenn man aus nichts Tore machen kann, und er kann aus nichts Tore machen", sagt Teamkollege Christoph Kramer. Trainer Hecking sieht in ihm die ideale Ergänzung seiner Elf, das letzte Puzzleteil in der Wunschformation: "In der Vergangenheit war es häufig so, dass wir aus der Vielzahl von Chancen zu wenige Tore gemacht haben. Und er braucht nicht viele Chancen. Er hat einen phantastischen Torabschluss."

Pléa kommt die mutige und offensive Spielweise seiner neuen Elf zugute. Die ist zwar nicht gänzlich neu, aber jetzt deutlich besser durchdacht. Hecking hat die taktische Grundausrichtung umgestellt. Davon profitiert vor allem Jonas Hofmann. "Durch die Umstellung aufs 4-3-3 hat der Trainer uns natürlich ein paar neue Dinge reingebracht, was unsere Spielweise verändert hat." Der gebürtige Heidelberger fühlt sich damit offensichtlich besonders wohl. Der 26-Jährige blüht in dieser Saison förmlich auf und ist einer der wichtigsten Eckpfeiler der Fohlenelf.

 "Stahlbad" 2. Bundesliga

Während Hofmann bereits vor seinem Wechsel von Borussia Dortmund nach Mönchengladbach Bundesliga-Luft schnuppern durfte, können sich auch junge Talente entfalten. Wie Florian Neuhaus. Der Achter spielte in der vergangenen Saison für Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Ein kluger Schachzug der Verantwortlichen der Borussia: Nachdem sie den heute 21 Jahre alten Mittelfeldspieler von 1860 München verpflichteten, verliehen sie ihn zunächst in die Landeshauptstadt. Der Plan ging auf. Das "Stahlbad" 2. Bundesliga hat Neuhaus gut getan, wie er selbst sagt. Neben seiner Spielstärke fällt der gebürtige Landsberger durch seine Laufbereitschaft auf.

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Die Flexibilität erfahrener Spieler wie Stindl, die Wucht neuer Männer wie Plea, das Aufblühen gestandener Kräfte wie Hofmann im neuen System oder die die Frische eines Bundesliga-Neulings wie Neuhaus – das sind nur einige von vielen Aspekten, die die neue Stärke von Borussia Mönchengladbach erklären. So weit so gut, doch wichtig ist vor allem eines: Die Lust der Mannschaft auf den Erfolg. Oscar Wendt betont: "Wir haben noch nichts erreicht bis jetzt. Es war ein guter Start, aber jetzt müssen wir nachlegen. Niemand gibt sich zufrieden, jeder will mehr." Sein Mannschaftskollege Denis Zakaria pflichtet ihm bei: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das nötige Potenzial haben, um eine richtig starke Saison zu spielen."

Dominik Hamers