Der FC Bayern München ist so gut wie sicher Deutscher Meister. Mit drei Punkten Vorsprung und einer um 17 Treffer besseren Tordifferenz als Verfolger Schalke werden die Münchner nach menschlichem Ermessen am letzten Spieltag in Berlin die 22. Deutsche Meisterschaft perfekt machen.

Für bundesliga.de ist dies Anlass genug, Bilanz zu ziehen. Hier sind die zehn wichtigsten Gründe, warum es der FC Bayern geschafft hat:

1.: Wer Meister werden will, muss siegen - und das haben die Bayern getan. 19 "Dreier" holte sonst nur Verfolger Schalke. Zwischen dem 14. und 22. Spieltag schafften die Münchner sogar neun Erfolge in Serie.

2.: Wer Meister werden will, darf nicht verlieren! Nur vier Mal zog der FCB in dieser Saison den Kürzeren, die wenigsten Niederlagen aller Clubs. Zwischen Oktober und Mitte März blieb der Rekordmeister sogar 19 Partien ohne Pleite (13 Siege, sechs Unentschieden).

3.: Wer Meister werden will, muss Tore schießen! Mit 69 Treffern erzielten die Bayern die zweitmeisten Tore aller Bundesliga-Clubs. Nur Werder Bremen traf bislang ein Mal öfter. In zehn Partien schoss der FCB mindestens drei Treffer. In den vergangenen 22 Bundesliga-Spielen trafen die Münchner immer ins Schwarze - die aktuell längste Serie der Liga. Beim 7:0-Erfolg gegen Hannover am 31. Spieltag gelang den Bayern zudem der höchste Saisonsieg aller Bundesliga-Clubs.

4.: Wer Meister werden will, muss Tore verhindern! Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften, lautet eine alte Fußballweisheit. Die trifft auch auf die Bayern zu. Mit lediglich 30 Gegentreffern stellen die Münchner die beste Abwehr der Liga. Dazu hat Torhüter Jörg Butt einen gehörigen Teil beigetragen. Von allen Stammkeepern der Liga parierte er anteilig die meisten Bälle (78,6 Prozent).

5.: Wer Meister werden will, muss eine Heimmacht sein! In der heimischen Allianz Arena sind die Bayern nur schwer zu besiegen. Mit 40 Punkten sind sie das beste Heimteam der Liga. Sie haben zuhause die meisten Siege eingefahren (zwölf), die wenigsten Niederlagen kassiert (eine, wie Schalke) und die meisten Tore geschossen (39).

6.: Wer Meister werden will, muss vor dem Tor eiskalt sein! Die Bayern konnten 17,9 Prozent der nicht geblockten Schüsse im Tor des Gegners unterbringen. Das ist die beste Chancenverwertung der Liga. Der kaltschnäuzigste Münchner war übrigens ein Abwehrspieler: Daniel van Buyten traf 31,6 Prozent seiner nicht geblockten Schüsse ins Tor - er erzielte sechs Treffer. Gleich danach kommt Youngster Thomas Müller mit einer Quote von 25,5 Prozent. Zudem weisen die Bayern die beste Schussgenauigkeit aller Teams auf: 53,9 Prozent der nicht geblockten Schüsse gingen auch aufs Tor.

7.: Wer Meister werden will, muss präzise sein - alleine schon, um die gegnerische Abwehr mit einem perfekt getimten Steilpass aus den Angeln zu heben. Die Bayern zelebrierten dies in dieser Saison nahezu in Perfektion. 83,6 Prozent ihrer Pässe kamen zum Mitspieler. Sie sind der einzige Club mit einer Genauigkeit von über 80 Prozent. Selbst in der gegnerischen Hälfte bringen die Münchner noch 76,7 Prozent ihrer Abspiele zum eigenen Mann. Besonders genau ist Martin Demichelis, dessen 89,6 Prozent aller Pässe einen Adressaten in den Reihen der Münchner fanden.

8.: Wer Meister werden will, muss unberechenbar sein! Mit Arjen Robben (14 Treffer), Thomas Müller (13), Mario Gomez und Ivica Olic (je zehn) trafen gleich vier Münchner zweistellig. Das ist in dieser Form eine echte Seltenheit in der Bundesliga. Das letzte Quartett eines Clubs, das in der Bundesliga in einer Saison zwei stellig traf, waren 1994/95 die Bremer Mario Basler (20 Tore), Marco Bode (14), Andreas Herzog und Vladimir Bestchastnykh (beide je zehn).

9.: Wer Meister werden will, muss bei Standards die Ruhe bewahren! Kein anderes Team kassierte so wenige Gegentreffer nach Standardsituationen wie der neue Deutsche Meister (neun). Zwei Gegentore nach Ecken sind Ligatiefstwert (zusammen mit Stuttgart). Der FC Bayern erzielte zudem die meisten Tore durch direkte Freistöße (fünf) - allein Arjen Robben war drei Mal auf diese Weise erfolgreich.

10.: Wer Meister werden will, muss auch eine Mehrfachbelastung wegstecken können! Die Bayern tanzen nach wie vor auf drei Hochzeiten und haben noch die Chance auf das "Triple". Doch von den Anstrengungen in der "Königsklasse" lassen sich die Münchner nicht beirren. In ihren zwölf Ligaspielen, die unmittelbar auf Einsätze in der Champions League folgten, haben die Bayern keine Niederlage kassiert (sieben Siege, fünf Remis). Im Schnitt holten die Bayern nach Champions-League-Spielen 2,2 Punkte pro Partie in der Bundesliga. In den 21 Spielen ohne vorherigen Champions-League-Einsatz gab es für den FCB dagegen "nur" 2,0 Punkte je Spiel.