München - In Braunschweig, Mainz und Dortmund machen die Joker von sich reden. Leon Goretzka und Sven Schipplock trumpfen als Trickspieler auf. Und beim HSV bekommt Bert van Marwijk nach seinem Jubiläum den Schwarzen Peter zugeschoben - darüber spricht die Liga am 21. Spieltag.

Drei Topjoker und ein König

Er kam, traf und schwieg: Milos Jojic feierte einen perfekten Einstand beim BVB und sorgte für einen ebenso perfekten Endstand von 4:0 - und das ganze mit seinem ersten Ballkontakt. Reden wollte der Serbe darüber nicht, bzw. konnte es in Ermangelung eines Dolmetschers nicht. Schweigend schritt auch Domi Kumbela (Foto) in Braunschweig durch die Mixed Zone. Er traf gleich dreimal beim 4:2 gegen Hamburg und das als Joker. Das Reden übernahm Ken Reichel für ihn: "Wie er seine Chancen heute eiskalt genutzt hat, ." Ebenso sehenswert war der erste Saisontreffer des Neu-Wolfsburgers Daniel Caligiuri, der kurz nach seiner Einwechslung in Berlin zum 2:1-Siegtreffer vollendete. Gewinnbringend agierte auch Thomas Tuchel am Freitag. Der Mainzer Coach bewies mit der Einwechslung von Maxim Choupo-Moting ein goldenes Händchen. Der 24-Jährige sorgte für Schwung und den 2:0-Endstand. Damit ist er mit fünf Jokertoren der König unter den Einwechselspielern.

Zwei Asse und ein lachender Dritter

Im Rennen um die Torjägerkanone hat BVB-Trainer Jürgen Klopp neuerdings zwei Asse im Ärmel: Pierre-Emerick Aubameyang (l., © Imago) und Robert Lewandowski liefern sich im Ranking mit 14 beziehungsweise 13 Saisontoren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. "Es ist schön, dass wir zwei erfolgreiche Torjäger im Team haben, denn so sind wir vom Gegner schwerer auszurechnen", sagte . Lachender Dritter könnte Kopfballspezialist Adrian Ramos werden. Der Kolumbianer ging zwar gegen Wolfsburg leer aus, erzielte aber sechs seiner 13 Saisontore mit dem Schädel.

Ein Trickspieler und sein Double

Mit Köpfchen agierte auch Sven Schipplock (M.) bei seinem zweiten Treffer gegen den VfB Stuttgart. Dabei bewies der Ex-Stuttgarter ein feines Füßchen und lupfte den Ball zum zwischenzeitlichen 3:0 über Ulreich hinweg in die Maschen. "Man sollte die Spieler nie unterschätzen", sagte Hoffenheims Trainer . Am Abend fand Schipplock sogleich einen ersten Nachahmer seines Kunststücks, denn "auch Leon Goretzka hat jetzt gezeigt, was er drauf hat", lobte Klaas-Jan Huntelaar seinen Schalker Teamkollegen, der in Leverkusen die Führung erzielte - ebenfalls mit einem gefühlvollen Lupfer.

Ein Neuner als Zehner

Das richtige Gespür für die Situation bewies später dann auch Huntelaar selbst, als er das Siegtor zum 2:1 erzielte. "Ich wusste, dass ich mehr auf Höhe des ersten Pfosten war. Dann muss man den Ball mit der linken Kopfhälfte köpfen und auf sein Gefühl vertrauen", erklärte der . In Leverkusen fand sich der 30-Jährige dabei in einer neuen Rolle als spielgestaltender Stürmer beziehungsweise als stürmender Spielgestalter wieder. "Mir gefällt diese neue, leicht veränderte Rolle. Ich bekomme so mehr Bälle und bin mehr im Spiel", freute sich der Niederländer.

Schwarzer Peter für den Jubilar

Einen ganz bitteren Nachmittag erlebte hingegen Huntelaars Landsmann Bert van Marwijk. Ausgerechnet bei seinem 100. Spiel als Bundesliga-Trainer war dem Niederländer so gar nicht zum Feiern zu Mute. Denn das 2:4 des HSV in Braunschweig war zugleich der vorerst letzte Auftritt des ehemaligen Bondscoaches in der Bundesliga. "Wenn ich keine Lust mehr hätte, würde ich hier nicht mehr sitzen. Ich lasse die Spieler nicht im Stich", hatte van Marwijk noch auf der Pressekonferenz gesagt (Trainerstimmen). Doch am Abend gab der HSV nach der siebten Niederlage in Folge die Trennung von seinem Trainer bekannt. Zeit also, die Karten neu zu mischen.

Maximilian Lotz