München - Während es beim Derby in Nürnberg sandig und staubtrocken zuging, ist in Hamburg Land unter. Der BVB hat zwei neue Patienten und in Augsburg macht ein prächtiger Gockel von sich reden. Darüber spricht die Liga am 20. Spieltag... 

Sandplatz erhitzt die Gemüter 

In Nürnberg waren die Gemüter bereits vor dem Anpfiff erhitzt. Das Geläuf des Grundig Stadions war - gelinde gesagt - in keinem guten Zustand und brachte Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer auf die Palme. "Es ist schade. Es ist ein fantastisches Stadion. Der Platz ist schwierig, gar keine Frage, um nicht zu sagen katastrophal. Wir wissen schon, dass die Gegner versuchen, uns irgendwie zu attackieren. Jetzt ist auch noch der Platz Murks", wetterte der 46-Jährige bei "Sky". Auch die Erklärung von Martin Bader vermochte Sammer nicht zufrieden zu stellen. "Das Wachstum des Rasens im Februar ist unterentwickelt", sagte der Club-Manager. Letztlich hat auch der Nürnberger Sandplatz die Bayern nicht stoppen können, die sich bloß mit weniger Ballbesitz als sonst zufrieden geben mussten (Topdaten)

Zwei außergewöhnlichen Vorfälle

Auch Philipp Lahm selbst konnte es kaum glauben. Nach dem Stochertor gegen Nürnberg lachte der Bayern-Kapitän verschmitzt und wusste erst einmal nicht so recht, was nun zu tun war. Wild losrennen und alleine jubeln? Oder einfach nur stehen bleiben und sich in die Arme nehmen lassen? Lahm wählte die zweite Variante und bejubelte zusammen mit seinen Mannschaftskollegen sein erstes Bundesligator seit Dezember 2010 (die besten Bilder). "Das freut mich natürlich und es ist ein schönes Gefühl, aber nicht meine wichtigste Aufgabe. Deswegen kommt es so selten vor", so der 30-Jährige. Umso bemerkenswerter, dass Lahm noch eine Gelbe Karte wegen eines taktischen Fouls sah. Verwarnungen kassiert der Sechser für gewöhnlich auch nur alle Schaltjahre einmal.

Au Backe!

Das 188. fränkisch-bayerische Derby hat den 1. FC Nürnberg gleich zwei Stammspieler gekostet. Rechtsverteidiger Timothy Chandler blieb schon nach zehn Minuten im Rasen hängen und wurde ausgewechselt. Der Abgang von Daniel Ginczek folgte nur zwölf Minuten später, nachdem sich der Stürmer bei einer ungeschickten Landung ebenfalls am Knie verletzte. Am Abend "zwitscherte" der FCN, dass beide Akteure wochenlang ausfallen werden. Chandler erlitt einen Riss im linken Außenmensikus, Ginczek sogar einen Kreuzbandriss. Auch in Dortmund hat man wieder zwei Patienten mehr. Marco Reus und Sven Bender zogen sich Muskelverletzungen zu und vergrößern das ohnehin schon prall gefüllte BVB-Lazarett.

Land unter beim HSV

Die Zeiten sind stürmisch an der Elbe. Der Hamburger SV empfiehlt sich mit einer desolaten Leistung nach der anderen für die 2. Bundesliga. Naturgemäß befasst man sich in einer solchen Notlage mit der T-Frage, am Samstag tagte deshalb nach Abpfiff die Vorstandschaft. "Wir haben die Entscheidung getroffen, mit Bert van Marwijk weiterzumachen", verkündete Vorstandsvorsitzender Carl-Edgar Jarchow am Sonntag. Die drei wesentlichen Fragen "Erreicht der Trainer die Mannschaft noch?", "Ist er entschlossen genug?" und "Hat er einen Plan?" wurden "mit einem klaren Ja beantwortet", so Jarchow.

Vom Küken zum Gockel

Früher das schüchterne Küken in Liga 3, jetzt ein prächtiger Gockel in der Bundesliga: Andre Hahn hat sich seit seinem Wechsel von Kickers Offenbach zum FC Augsburg rasant entwickelt. Der 23-Jährige, der im letzten Winter den Weg in die Fuggerstadt fand, wurde beim FCA sofort ins Stammpersonal aufgenommen. Nach einer starken Rückrunde in der vergangenen Saison blüht der Außenspieler in der aktuellen Spielzeit so richtig auf. Mittlerweile gehen neun Tore und drei Vorlagen auf sein Konto, in Stuttgart erzielte er seinen dritten Doppelpack in der laufenden Saison. Europa-Träume verkniff sich Hahn im Gespräch mit Sport1 aber noch: "Ich konzentriere mich darauf, mit dem FCA eine erfolgreiche Rückrunde zu spielen. Wir wollen so schnell wie möglich die 40 Punkte erreichen."

David Schmidt