Kaiserslautern - Lewis Holtby war der Matchwinner des 1. FSV Mainz 05 beim 1:0-Derbyerfolg in Kaiserslautern.

Sein Tor in der 23. Minute bescherte den Mainzern den ersten Sieg im neuen Jahr und Platz 4 in der Tabelle. Nach dem Spiel gab Holtby den Dirigenten bei der Siegesfeier auf dem Zaun vor der Mainzer Fankurve.

Im Interview erklärt der 20-jährige Offensivspieler seine Ziele mit Mainz 05 und seine Hoffnungen für die Nationalmannschaft.

Frage: Herr Holtby, Andreas Ivanschitz hat Ihr Tor super vorbereitet oder?

Lewis Holtby: Ja, das stimmt, der Andy spielt den Ball klasse rein. Ich habe dann nicht mehr lange nachgedacht, zwei Kontakte gehabt und drin war der Ball. Das war natürlich ein super Gefühl.

Frage: Wie wichtig war dieses Tor für Sie persönlich?

Holtby: Für mich war das schon ein großes Erfolgserlebnis, ich habe lange auf so ein Tor warten müssen und hart dafür gearbeitet. Ich bin froh, dass die Mannschaft mal wieder durch ein Tor von mir einen Sieg feiern kann.

Frage: War dieser Sieg in einem Derby ein besonderer?

Holtby: Na klar. Man hat schon vor dem Spiel ein Kribbeln gespürt. Und auch im Stadion war eine tolle Atmosphäre hier auf dem "Betze". Vor über 45.000 Zuschaueren zu spielen, ist schon was Besonderes. Ja, das war ein ganz wichtiger Sieg in einem Derby und ob wir jetzt 1:0 oder 9:8 oder 7:4 gewonnen haben, ist egal: Hauptsache Sieg.

Frage: Letzte Woche reagierte Trainer Thomas Tuchel verärgert auf die Frage, warum Sie gegen Wolfsburg von Beginn an nur auf der Bank saßen.

Holtby: Ich musste da echt drüber lachen. Es tut mir leid für den Trainer, dass er sich so etwas anhören muss. Wir sind nicht der FC Holtby, sondern der FSV Mainz 05, da stehen auch noch zehn andere auf dem Platz. Wenn ich nicht von Anfang an spiele, akzeptiere ich das.

Frage: Sie spielen schon aber auch gerne von Anfang an, oder?

Holtby: Ja, klar. Aber ich vertraue unserem Trainer voll. Außerdem spiele ich einfach gerne Fußball, ob nun nach einer Einwechslung nur eine Minute oder eben 90 Minuten. Ich habe einfach Bock zu kicken.

Frage: Sie haben ja die Champions-League-Teilnahme für Mainz 05 zum Saisonziel erklärt, bleiben Sie dabei?

Holtby: Ja, klar, ich bleibe dabei. Ich bin so frech zu sagen, wir wollen jedes Spiel gewinnen. Und wenn wir jedes Spiel gewinnen, spielen wir auch in der Champions-League. Das ist mein Anspruch, darauf habe ich schon immer Bock gehabt und immer davon geträumt. Und warum nicht mit Mainz 05?

Frage: Sehen Sie ihr Tor in Kaiserslautern auch als Empfehlung für Bundestrainer Joachim Löw an?

Holtby: Natürlich wäre es schön, in Dortmund gegen Italien (9. Februar; die Redaktion) dabei zu sein, im Kader zu stehen. Aber ich mache mir persönlich da gar keinen Druck, oder setzte mir da irgendwelche Fristen. Ich bin keiner, der, wenn er gegen Italien nicht eingeladen ist, dann sagt, jetzt habe ich keinen Bock mehr und mache den Stinker. Wenn es klappt, bin ich super froh, und wenn nicht, werde ich weiter hart arbeiten.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter