Köln - Borussia Dortmund geht mit breiter Brust in den Klassiker, der SC Freiburg ist der Favoritenschreck, Eintracht Frankfurt hat den vielleicht besten Sturm der Liga, Mark Uth vom FC Schalke 04 kommt wie seine Elf immer besser in Form und Borussia Mönchengladbach meldet sich im Titelrennen zurück - darüber spricht die Bundesliga nach dem 10. Spieltag.

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1) BVB mit breiter Brust in den Klassiker

Borussia Dortmund konnte beim 1:0-Sieg beim VfL Wolfsburg diesmal vielleicht nicht das große Offensivfeuerwerk der letzten Wochen entfachen, dafür präsentierte sich die Elf von Lucien Favre vor allem in der Defensive extrem stabil und ließ den durchaus starken Gegner praktisch nicht ins letzte Drittel kombinieren. "Wir haben sehr gut als Mannschaft verteidigt", sagte Verteidiger Manuel Akanji, der nach seiner Verletzung überraschend wieder in der Startelf stand, nach der Partie. Für Trainer Favre war es bereits das 15. Pflichtspiel ohne Niederlage seit seinem Amtsantritt. Damit verbesserte er den Vereinsrekord von Thomas Tuchel, der 2015/16 immerhin 14 Mal ungeschlagen geblieben war.

Vor allem sollte der Sieg aber ein enormes Selbstvertrauen für den anstehenden Klassiker gegen den FC Bayern München am bevorstehenden 11. Spieltag geben. Durch das Remis der Bayern zu Hause gegen Freiburg führt der BVB die Tabelle nun mit vier Punkten Vorsprung an und könnte diesen dann sogar auf sieben Zähler ausbauen. Und nach den jüngsten Leistungen dürfte die Favoritenrolle beim prestigeträchtigen Duell diesmal nach langer Zeit sogar wieder einmal bei den Schwarz-Gelben liegen.

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Marco Reus gelingt der entscheidende Treffer beim Sieg des BVB in Wolfsburg per Kopf
Marco Reus gelingt der entscheidende Treffer beim Sieg des BVB in Wolfsburg per Kopf © gettyimages / Ronny Hartmann

2) Favoritenschreck Freiburg

Die Vorzeichen hatten denkbar schlecht ausgesehen: Seit 21 Jahren hat der Sport-Club Freiburg nicht mehr beim FC Bayern München gepunktet. Doch die Breisgauer konnten die derzeit nicht ganz so starke Form des Rekordmeisters für sich nutzen und fuhren mit einem 1:1 nach Hause. Der Sieg war ohne Frage extrem hart erkämpft, 25:9 Torschüsse standen am Ende für die Bayern auf der Habenseite. "Ich glaube, ich werde heute Abend tot ins Bett fallen", ergänzte Lucas Höler, Torschütze zum 1:1, nach dem Schlusspfiff. Nun blieb die Elf von Christian Streich erstmals seit neun Monaten in vier Spielen in Folge ungeschlagen. Und bei den Gegnern in diesen vier Spielen handelte es sich immerhin um Bayern, Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC und Bayer 04 Leverkusen.

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Freiburg holt einen Punkt in München © gettyimages / Alexander Hassenstein

3) Frankfurt mit Top-Angriffs-Trio

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter hat derzeit die Qual der Wahl: Welchen seiner drei Top Stürmer wird er von Beginn an bringen? Zur Auswahl stehen Bundesliga-Top-Scorer Sebastien Haller, Fünferpacker Luka Jovic und Vizeweltmeister Ante Rebic. Hütters Antwort im Freitagsspiel beim VfB Stuttgart: Warum nicht einfach alle drei in die Startelf schmeißen?

Gesagt, getan: Das Trio stand in dieser Spielzeit also erstmals gemeinsam von Anpfiff an auf dem Rasen und sorgte für mächtig Betrieb: Haller und Rebic trafen selbst, Jovic war an der Entstehung der beiden ersten Tore entscheidend beteiligt. Am Ende stand es 3:0 für die Eintracht, die sich im ersten Tabellendrittel festgespielt hat. Und für sein Offensiv-Trio dürfte Hütter von so ziemlich jedem Bundesliga-Trainer beneidet werden.

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4) Die Woche des Mark Uth

Zu Beginn der Saison war auch Stürmer Mark Uth ein Gesicht der Schalker Krise. Der Neuzugang von der TSG 1899 Hoffenheim war in den ersten 13 Pflichtspielen für die Knappen ohne Tor geblieben. Diese Woche sollte aber rückblickend zur Woche des 27-jährigen Neu-Nationalspielers werden. Erst verwandelte ausgerechnet der gebürtige Kölner Uth den entscheidenden Elfmeter beim Pokalfight gegen den 1. FC Köln, dann holt er am 10. Spieltag beim 3:1 gegen Hannover erst den Strafstoß zum 1:0 heraus - um später schließlich seinen ersten Bundesliga-Treffer für Königsblau zu bejubeln. Vor allem in seiner Rolle als zurückgezogener Spitze, wo er sich die Bälle oft im Mittelfeld holt, geht Uth derzeit auf. "Heute bin ich glücklich, sehr glücklich. Es muss jetzt weiter nach oben gehen", sagte er nach der Partie, wohlwissend, dass Schalke zwar nur eines der letzten acht Pflichtspiele verloren hat, in der Tabelle den eigenen Ansprüchen aber immer noch ein wenig hinterher läuft.

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5) Gladbach schüttelt den Frust ab

Nach der Niederlage gegen Freiburg am letzten Spieltag und dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal unter der Woche gegen Ligakontrahent Bayer 04 Leverkusen hat Borussia Mönchengladbach jetzt wieder eindrucksvoll gezeigt, dass nach wie vor mit der Mannschaft zu rechnen ist. Mit einem klaren 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf haben sich die Fohlen in der Tabelle wieder auf Platz zwei vorgeschoben, vorbei am FC Bayern München, und ist damit BVB-Jäger Nummer eins in der Bundesliga. Großen Anteil daran hatte Thorgan Hazard, der einen Doppelpack zum wichtigen Sieg beisteuerte und damit mit sieben Treffern auf dem geteilten ersten Platz der Torschützenliste steht.

Im Allgemeinen ist die Personalsituation bei der Borussia aktuell komfortabel. Trainer Dieter Hecking kann nahezu aus dem Vollen schöpfen. Gegen Düsseldorf meldete sich Raffael nach überstandener Wadenverletzung wieder zurück - und stand direkt auch in der Startelf. Der Konkurrenzkampf ist groß in Mönchengladbach, was das Niveau in der Mannschaft hochhält. Dies wiederum spiegelt sich derzeit deutlich auf dem Platz wider. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Elf vom Niederrhein mit 23 Treffern die zweitmeisten Tore aller Teams erzielt hat.

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Thorgan Hazard ist für seine Gegenspieler kaum zu halten
Thorgan Hazard ist für seine Gegenspieler kaum zu halten © gettyimages / Maja Hitij