Wolfsburg - Vor knapp zwei Monaten wechselte Dante vom FC Bayern München zum VfL Wolfsburg. Innerhalb von nur fünf Wochen trifft der brasilianische Verteidiger nun erneut auf den deutschen Rekordmeister. Nach der deftigen 1:5-Niederlage in der Allianz-Arena erklärt Dante im Interview mit bundesliga.de, wie sein Team dieses Mal das letzte Wort haben könnte.

bundesliga.de: Herr Dante, welche erste Bilanz ziehen Sie nach acht Wochen beim VfL Wolfsburg?

Dante: Ich bin sehr zufrieden und sehr glücklich. Ich bin vor allem froh, dass ich mich so schnell und so gut in meiner neuen Mannschaft integrieren konnte. Sehr schnell habe ich Fuß gefasst. Auch wenn die Spielweise unter Dieter Hecking komplett anders ist als die Philosophie von Pep Guardiola, konnte ich relativ zügig seine Spielidee umsetzen. Aber ich weiß, dass ich noch Luft nach oben habe.

"Dürfen wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen"

bundesliga.de: Was meinen Sie konkret?

Dante: Ich habe in den Monaten vor meinem Wechsel in München nicht so oft gespielt, insofern habe ich eine gewisse Zeit gebraucht, um wieder den Spiel-Rhythmus zu finden. Nun bin ich auf einem sehr guten Weg. Was die Mannschaft betrifft, können wir es besser hinkriegen, was die Balance zwischen Defensive und Offensive betrifft, aber ich stelle fest, dass es bei jedem Spiel ein Stück besser wird. Uns fehlt noch ein wenig die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor aber auch da wird es immer besser. Und wenn wir noch mit ein bisschen mehr Intensität nach vorne spielen, dann werden wir unsere Ziele erreichen.

bundesliga.de: Sind Sie mit dem bisherigen Verlauf in der Bundesliga zufrieden?

Dante: Im Großen und Ganzen schon, auch wenn wir es beim Heimspiel gegen Hannover 96 (1:1) sicherlich versäumt haben, die drei Punkte einzufahren, vor allem weil die Hannoveraner damals nicht viel Selbstbewusstsein hatten und wir es nicht ausgenutzt haben. Zudem lagen wir ja vorne. Das dürfen wir uns dann nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Auch in Ingolstadt haben wir 0:0 gespielt, aber dort war es das erste Spiel für Julian Draxler und für mich, dementsprechend war es schwer dort den Sieg einzufahren, auch weil der Aufsteiger nicht umsonst einen tollen Saisonstart hinlegen konnte.

"Wir ergänzen uns prima"

bundesliga.de: Wie läuft das Zusammenspiel mit Ihrem Landsmann Naldo in der Innenverteidigung?

Dante: Sehr gut. Wir kommunizieren sehr viel auf dem Platz und wir ergänzen uns prima. Naldo ist ein Spieler mit hoher Intelligenz und Cleverness, dementsprechend haben wir uns schnell gefunden und es macht viel Spaß mit ihm zusammenzuspielen.

bundesliga.de: Bis zur Winterpause stehen noch acht Spieltage auf dem Programm. Wie lautet Ihr Ziel?

Dante: Wir wollen mindestens unter den Top 4 landen und den Anschluss an Borussia Dortmund und Schalke 04 in keinster Weise verlieren. Außerdem müssen wir Mannschaften wie Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach auf Distanz halten.

"Ich glaube an uns"

bundesliga.de: Nun kommt der FC Bayern in die VW-Arena im DFB-Pokal. Wie werden Sie diese Partie angehen, fünf Wochen nach der 1:5-Pleite in München in der Bundesliga?

Dante: Wir können beide Spiele nicht vergleichen. In einem Wettbewerb wie dem DFB-Pokal ist immer alles möglich. Ich glaube an uns. Wir müssen aber ganz klar mit viel Selbstvertrauen und viel Einsatz gleich vom Start an agieren, ansonsten wird es schwer gegen die Bayern zu bestehen. Auf jeden Fall sollten wir nicht mehr an unsere letzte Niederlage in München denken, das macht keinen Sinn.

bundesliga.de: Arsenal hat es am vergangenen Dienstag in der Champions League gezeigt, wie man den FC Bayern schlagen kann.

Dante: Sicherlich. Wir müssen definitiv in der Abwehr kompakt stehen, wie wir es übrigens in München in den ersten fünfzig Minuten gemacht hatten. Dann haben wir sicher eine Chance diese Partie zu gewinnen.

"Müssen unseren Gegner im Griff haben"

bundesliga.de: Wird Robert Lewandowski wieder die größte Gefahr für den VfL?

Dante: Nicht nur Robert, sondern die ganze Bayern-Mannschaft ist gefährlich. Wir müssen unseren Gegner im Griff haben und als Einheit agieren, sonst wird es sehr schwierig das Achtelfinale zu erreichen.

Das Interview führte Alexis Menuge