Mit der Defensive gewinnt man Titel. Wenngleich sich diese alte Sportlerweisheit sicherlich schon häufig bewahrheitet hat, baute der VfL Wolfsburg in der vergangenen Spielzeit vor allem auf seinen starken Angriff.

Der Erfolg gab den Niedersachsen Recht: Die "Wölfe" erzielten die meisten Treffer (80), stellten mit Grafite und Edin Dzeko sowohl den Torschützenkönig als auch dessen Stellvertreter - und belohnten sich am Ende mit der Meisterschaft. Mit anderen Worten: Offensive ist Trumpf!

Auch in der neuen Saison stehen die Stürmer bei vielen Vereinen wieder im Fokus. bundesliga.de blickt auf einige der Hoffnungsträger.


Mario Gomez

Mit 17 Treffern in 17 Rückrundenpartien schoss der Nationalstürmer den VfB Stuttgart in der vergangenen Saison auf Platz 3 - und sich selbst schließlich zum FC Bayern München. Für den 24-Jährigen musste der Rekordmeister ein stattliches Sümmchen an die Schwaben überweisen, das dieser nun mit Toren zurückzahlen soll. Die Chancen, dass diese Rechnung aufgeht, stehen wohl ganz gut, denn die neue "Nummer 33" netzte in der Vorbereitung schon wieder in gewohnter Regelmäßigkeit ein.

Lukas Podolski

Beim FC Bayern war der 24-Jährige in den vergangenen drei Jahren meist nicht mehr als ein Mitläufer. Mit seinem Wechsel zum 1. FC Köln haben sich die Vorzeichen nun komplett verändert, der Rückkehrer steht vor einer wahren Mammutaufgabe: Im Trikot der "Geißböcke" avancierte der Linksfuß auf Anhieb wieder zum Hoffnungsträger und Publikumsliebling. Als 64-maliger Nationalspieler soll "Prinz Poldi" seine Team auf und außerhalb des Platzes anführen, dazu den Fans eine Identifikationsfigur und dem Verein ein Aushängeschild sein - und nebenbei natürlich möglichst oft ins Schwarze treffen.

Marcus Berg

Mit seinen 22 Lenzen steht der schwedische Neuzugang des Hamburger SV eigentlich erst am Anfang seiner Karriere. Die Daten der vergangenen Jahre sprechen jedoch schon jetzt für den Torriecher und die Kaltschnäuzigkeit des Rechtsfußes. Ob in der heimischen Allsvenkan für den IFK Göteborg, in der niederländischen Ehrendivision für den FC Groningen oder die Auswahlmannschaften der "Tre Kronor" - überall traf der 1,84-Meter-Mann wie am Fließband. So soll es auch an der Elbe weitergehen, denn exakt dafür haben die "Rothosen" den Torschützenkönig der U-21-EM geholt!

Eren Derdiyok

Der Schweizer schoss sich im Januar 2008 gleich bei seinem Debüt in der Nationalelf gegen England in die Schlagzeilen - mit einem Jokertor im legendären Wembleystadion. Spätestens nach seiner Heim-EM im vergangenen Sommer stand der 21-Jährige vom FC Basel dann in den Notizbüchern diverser Clubs aus Europa. Auch Bayer Leverkusen hatte den 1,91-Meter-Hünen damals schon auf dem Zettel, musste mit der Verpflichtung allerdings lange Zeit warten. Die Geduld scheint sich jedoch gelohnt zu haben: In der Vorbereitung erwies sich der Neuzugang vom FC Basel auf Anhieb als heißer Anwärter auf einen Platz in der ersten Elf.

Marcelo Moreno

Wenngleich der Angriff von Werder Bremen schon seit Jahren zur Creme de la Creme der Bundesliga gehört, suchen natürlich auch die "Grün-Weißen" stets nach weiteren Verstärkungen. Mit dem bolivianischen Nationalspieler kam nun ein ebenso junger wie erfahrener und vor allem erfolgreicher Mann an die Weser: 2008 war der 22-Jährige Torschützenkönig in der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League. In diesem Jahr holte der beidfüssige Halb-Brasilianer dann mit Schachtjor Donezk den UEFA-Cup. Die Hanseaten haben den 1,87-Meter-Mann von den Ukrainern zwar vorerst nur ausgeliehen, sich allerdings nicht grundlos eine Kaufoption gesichert...

Artur Wichniarek

Bei Arminia Bielefeld galt "König Artur" lange Zeit als die "Lebensversicherung" des Vereins, den Abstieg der Ostwestfalen in der vergangenen Saison vermochte allerdings auch der DSC-Rekordtorjäger nicht mehr abzuwenden. Nun kehrte der schnelle Stürmer zu Hertha BSC zurück. Zu dem Club, bei dem der mittlerweile 32-Jährige schon von 2003 bis 2006 unter Vertrag stand - und meist nur die Bank drücken durfte. Nach den Abgängen von Marko Pantelic und Andrey Voronin soll der beidfüssige Pole dort die Lücke an vorderster Front schließen. An die Rolle des Alleinunterhalters ist der Torjäger jedoch schon gewohnt.

Raul Bobadilla

Der Angriff war in der vergangenen Spielzeit ein Schwachpunkt von Borussia Mönchengladbach. Nur zwölf von 39 Treffern gingen auf das Konto der Abteilung Attacke. Diese magere Ausbeute aufzubessern, gehört zu den Aufgaben des Neuzugangs von Grasshopper Zürich. Dabei sprechen die Daten des Argentiniers fast schon für sich: In der Schweiz netzte der 22-Jährige stolze 26 Mal in nur 47 Spielen ein! Um der neuen "Nummer 10" die Eingewöhnung zu erleichtern, haben die "Fohlen" in Person von Ex-Keeper Jörg Stiel eigens einen fußballerfahrenen Dolmetscher eingestellt. Damit sich "Bomberdilla" voll und ganz auf seine Stärken konzentrieren kann: Schuss - und Tor!

Lucas Barrios

Besser kann ein Stürmer sein Bewerbungsschreiben wohl kaum formulieren: 38 Spiele, 37 Tore - Welttorjäger 2008! Auch wenn über die Qualitäten des Neuzugangs von Borussia Dortmund damit schon viel gesagt scheint, sollte man dennoch genauer hinschauen: Kopfballstark, gut im eins-gegen-eins, strammer Schuss. Andererseits: Was dem Argentinier bislang abgeht, ist der Beweis seiner Fähigkeiten in einer Top-Liga; Vereine wie CSD Colo Colo (Chile) oder Atlas Guadalajara (Mexiko) sind sicherlich keine internationalen Spitzenadressen. Dafür ist der Mann jedoch auch erst 24 Jahre alt - und will nun in den Strafräumen der Bundesliga voll durchstarten!