Spielerische Glanzpunkte gesetzt, den ersten Sieg gefeiert und am Samstag gleich an die Tabellenspitze durchgestartet.

Neuling 1899 Hoffenheim hat sein "Abenteuer Fußball-Bundesliga" mit einem Traumstart begonnen.

Der Aufsteiger hinterließ beim 3:0 (1:0)-Erfolg bei Energie Cottbus im deutschen Fußball-Oberhaus eine erste Duftmarke und war nach dem ersten "Dreier" entsprechend zufrieden.

"Sieg gibt uns Rückenwind"

"Es wäre Haarklauberei, nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Dieser Sieg gibt uns Rückenwind und Selbstvertrauen. Ich bin vor allem mit der Spielweise meiner Mannschaft zufrieden", sagte Trainer Ralf Rangnick, der bei seiner Rückkehr in die Bundesliga erstmals gegen die Lausitzer gewann.

Der vom Software-Milliardär Dietmar Hopp unterstützte Klub aus dem 3300-Einwohner-Dorf, der einen Durchmarsch aus der Regionalliga in die Bundesliga hingelegt hatte, hatte im Stadion der Freundschaft mit reifer Spielanlage die Partie dominiert und kaum Nervosität gezeigt.

Rangnick schaut nicht auf die Tabelle

"Die Jungs waren so motiviert und heiß auf die Bundesliga: Da war es für uns ein Leichtes, gegen die Nervosität anzugehen", erklärte Hoffenheims Sportdirektor Bernhard Peters.

Von der Tabellenführung am ersten Samstag der neuen Saison wollte Rangnick wenig wissen: "Wir sind wahrscheinlich Erster, weil Hoffenheim mit H beginnt und Schalke mit S. Ich schaue erst nach zehn Spieltagen auf die Tabelle."

Bescheidener Matchwinner

Trotz einer beeindruckenden Teamleistung avancierte Vedad Ibisevic zum Matchwinner auf Hoffenheimer Seite. Der bosnische Nationalspieler traf mit einem Doppelpack (16. und 76.) und bereitete den Treffer von Sturmkollege Demba Ba (54.) vor.

Mit sechs Torschüssen gab Ibisevic die meisten aller eingesetzten Spieler ab. Aufgrund des "Doppelpacks" und seiner Vorlage führt er zunächst die Scorerliste der Liga an. Im Trikot von 1899 wird Ibisevic in dieser Saison seine bisherige Bundesliga-Bestmarke von sechs Toren in 24 Partien angreifen. In der Saison 2006/07 spielte er für Alemannia Aachen.

Rangnick gefiel die Leistung des Angreifers sehr: "Er hat ein geiles Spiel gemacht." Ibisevic selbst blieb jedoch bescheiden. "Dass ich das erste Bundesliga-Tor für Hoffenheim gemacht habe, ist eine schöne Geschichte. Aber das Wichtigste ist, dass die Mannschaft gewonnen hat", sagte der 24-Jährige.

Kampfansage an die Liga

Genugtuung empfand Rangnick nicht. "Das gibt es bei uns nicht, denn das Wort kommt von 'genug tun'. Aber wir können nie genug tun", dozierte der 50-Jährige.

Der Trainer unterstrich damit den spürbaren Ehrgeiz, mit dem das "Projekt Hoffenheim" vorangetrieben wird. "Das war nur ein Spiel. Wir haben noch weitere 33 und wir wollen weiterhin in jedem Spiel alles tun, um zu gewinnen", formulierte er eine Kampfansage an den Rest der Liga.

Nilsson verletzt ausgewechselt

Einziger Wermutstropfen für die Hoffenheimer war der Ausfall von Innenverteidiger Per Nilsson. Der Schwede verletzte sich nach einem Luftkampf mit Mariusz Kukielka und musste zur Halbzeitpause ausgewechselt werden.

Der 25-Jährige zog sich aber nicht, wie zuerst befürchtet, einen Bruch des Augenbodens am rechten Auge zu, sondern nur eine Prellung. Das ergab eine genaue Untersuchung am Sonntag in Heidelberg.

Bei gutem Heilungsverlauf steht Nilsson möglicherweise bereits am kommenden Wochenende im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder zur Verfügung.