München/Wolfsburg - Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben - so viel ist nach dem 33. Spieltag sicher: Die drei Punkte nach dem gegen den SV Werder Bremen lassen den VfL Wolfsburg weiterhin von der Europa-League-Teilnahme träumen, doch nun sind die "Wölfe" auf Lauterer Schützenhilfe angewiesen.

Denn einen Punkt trennen die Wolfsburger nur noch von Platz 7, den Hannover 96 inne hat. Im Fernduell mit dem niedersächsischen Kontrahenten braucht der VfL aber wohl einen "Dreier" beim VfB Stuttgart, da die Tordifferenz der Hannoveraner, die im eigenen Stadion gegen den FCK spielen, um sieben Treffer besser ist.

Reif für Europa



Die Chance, sich doch noch für das internationale Geschäft zu qualifizieren, mag zwar gering sein, zumal die Hannoveraner in dieser Saison zuhause immer stark aufgetreten sind und noch keine Partie in der AWD-Arena verloren haben, aber der VfL will das Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Bremen mitnehmen und zumindest seine Hausaufgaben in Stuttgart erledigen.

"Man hat heute gesehen, dass wir auch nach oben gehören und durchaus reif für Europa sind", erklärte auch VfL-Trainer Felix Magath. "Mit so einer Leistung bekommen wir sicher auch nächste Woche in Stuttgart die Chance, uns mit drei Punkten weiter im Rennen um die Europa League zu halten."

Helmes als Garant des Erfolgs



Der Aufschwung der "Wölfe" ist klar mit einem Namen verbunden - Patrick Helmes. Der Stürmer bestätigte auch gegen Werder seine exzellente Form mit seinem Doppelpack, erzielte nun neun Tore in den letzten neun Spielen und verhalf damit den Niedersachsen von Platz 13 nach dem 23. Spieltag zum aktuellen 8. Tabellenplatz.

Dabei war lange nicht klar, ob Helmes im Nordduell zum Einsatz kommen könnte, denn der Stürnmer laborierte an einer Muskelverletzung. "Wenn Patrick Helmes immer zwei Tore schießt, wenn er die Woche nicht trainiert hat, dann braucht er auch in der nächsten Woche nicht trainieren", scherzte daher auch Trainer Magath und empfahl seinen Stürmer auch gleich für die Europameisterschaft: "In so einer Verfassung wie Patrick Helmes ist, weiß ich nicht, wie man ihn nicht mitnehmen kann. Aus meiner Sicht führt für Joachim Löw kein Weg an Patrick Helmes vorbei."

Erster Doppelpack vor heimischem Publikum



Helmes schnürte bereits zum vierten Mal in dieser Saison einen Doppelpack, erstmals allerdings in der heimischen Volkswagen Arena. Mit seinem insgesamt elften Saisontreffer bei nur 15 Einsätzen erzielte der 28-Jährige aber fast ein Viertel der 45 Wolfsburger Saisontore. "Der VfL ist nah an Europa dran, deswegen müssen wir in Stuttgart unbedingt gewinnen. Das wird nicht einfach, aber mit einer Leistung wie im Nordderby bin ich sehr optimistisch", sagte Helmes, der lange Zeit im Konzept von Magath keine Rolle mehr spielte und zwischenzeitlich 15 Spieltage überhaupt nicht zum Einsatz kam. "Wenn es nächsten Samstag mit dem internationalen Wettbewerb klappt, ist es egal, wie die ganze Saison gelaufen ist. Ich fühle mich in Wolfsburg sehr wohl und habe hier noch zwei Jahre Vertrag."

Umso beeindruckender ist auch sein Comeback in der "heißen" Phase der Saison. Und vielleicht nutzt Bundestrainer Joachim Löw ja am kommenden Samstag seinen recht kurzen Anfahrtsweg von Freiburg nach Stuttgart und verschafft sich persönlich einen Eindruck über die Form von Patrick Helmes.

Jessica Pulter