Darmstadt - Durch einen hart erkämpften 1:0-Auswärtssieg beim SV Darmstadt 98 hat der FC Bayern München wieder die Tabellenspitze übernommen und steht vor dem Spitzenspiel gegen den punktgleichen Aufsteiger RB Leipzig wieder auf Platz eins. Zu verdanken haben das die Bayern einer Einzelaktion ihres Brasilianers Douglas Costa.

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Und dann legte Douglas Costa all seine Kraft in diese Aktion: Katapultartig jagte der Brasilianer den Ball mit seinem starken linken Fuß aus 25 Metern Richtung Tor – und fast schneller als das Auge folgen konnte, zappelte der Ball auch schon im Torwinkel. In dieser 71. Minute gelang diesem unberechenbaren Dribbler ein Traumtor für seinen FC Bayern, ein entscheidendes dazu, es fiel an diesem Sonntag nämlich keines mehr am "Bölle":

Mit 1:0 gewann der Rekordmeister beim Tabellenletzten SV Darmstadt 98 und Douglas Costa war also der Mann, der die Bayern mit seinem Kunstschuss vor einer Blamage bewahrte und ihnen die Tabellenführung vor dem Hit am Mittwoch gegen den punktgleichen Zweiten RB Leipzig sicherte.

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Bayern-Trainer Carlo Ancelotti freute sich nach dem zähen Auftritt und dem knappen Sieg darüber, dass wenigstens Costa "eine Lösung gegen einen abwehrstarken Gegner" gefunden hatte. Weil Franck Ribery erst in der 69. Minute für Arturo Vidal eingewechselt wurde und Arjen Robben zur Schonung für das Leipzig-Spiel gar nicht im Kader stand, durfte Costa im 4-3-3-System als Linksaußen neben Mittelstürmer Robert Lewandowski und Rechtsaußen Thomas Müller beginnen.

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Costa drängt sich für das Topspiel auf

Und Costa zeigte als einer der wenigen Bayern-Profis bei der Generalprobe vor dem Spitzenspiel gegen Herausforderer Leipzig eine ansprechende Leistung. Erstmals nach seinem Wechsel aus Donezk im Sommer 2015 traf der 26-Jährige in zwei aufeinander folgenden Bundesligaspielen hintereinander – auch am vorvergangenen Wochenende gelang Costa beim 5:0 gegen Wolfsburg nach seiner Einwechslung mit einem trockenen Linksschuss ein Tor. Und alle sieben Partien, in denen der brasilianische Nationalspieler in seiner bisherigen Bundesligakarriere zu den Torschützen zählte, gewannen die Münchner.

Am Sonntag in Darmstadt freute sich Bayerns-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge über einen "Sonntagsschuss am Sonntag". Costa tut dieses erneute Erfolgserlebnis gut, er war ja auch schon in dieser Saison von Trainer Ancelotti kritisiert worden. Bislang kam Costa unter dem Trainer aus Italien zu zehn Bundesligaeinsätzen (drei Tore) und zu fünf Einsätzen in der Champions-League (ein Treffer).

Lob für den brasilianischen Dribbler

Am Sonntag aber gab es nur Lob für den manchmal zu eigensinnigen Dribbler. "Eins gegen eins ins Dribbling zu gehen, ist Costas Spiel, das ist seine Stärke. Und auch wenn er manchmal hängen bleibt, oder zu spät abspielt, darf man ihm das nicht nehmen", meinte Abwehrspieler Mats Hummels: "Douglas hat uns heute das Spiel mit seiner individuellen Klasse gewonnen." Womöglich wird Trainer Ancelotti gegen Leipzig wieder in der von der Mannschaft favorisierten 4-2-3-1-Grundordnung spielen, auch Arjen Robben steht laut Trainer Ancelotti am Mittwoch ja wieder zur Verfügung und könnte zusammen mit Ribery dann die Flügelzange der Bayern bilden. Aber wer solche Alternativen wie Costa hat, darf sich glücklich schätzen.

Mitunter etwas verspielt und taktisch stur offensiv denkend, ist Costa mit seiner Schnelligkeit, seiner Unberechenbarkeit und seinem Durchsetzungsvermögen immer für spielentscheidende Aktionen gut. Und einen viel besseren Schuss wie der Mann aus Sapocaia do Sul, der in Brasilien bei Gremio Porto Alegre seine Profilaufbahn begann, bevor er ab 2010 fünf Jahre lang in Donezk kickte, hat kaum ein Spieler auf der Welt. Und wenn er den Ball dann mal tatsächlich so richtig trifft wie am Sonntag in der 71. Minute in Darmstadt - dann können Torhüter nur staunend zuschauen.

Aus Darmstadt berichtet Tobias Schächter