Zusammenfassung

  • In seinem ersten Bundesliga-Spiel für den VfL Wolfsburg hat Daniel Ginczek gleich den Siegtreffer erzielt.

  • Das Tor bezeichnet er allerdings als glücklich, weil er gar nicht hingeschaut hat.

  • In Wolfsburg fühlt er sich mit seiner Familie schon sehr wohl.

Wolfsburg - Was für ein Einstand: Daniel Ginczek erzielte in seinem ersten Bundesliga-Spiel für den VfL Wolfsburg in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 2:1 gegen den FC Schalke 04. Der Neuzugang vom VfB Stuttgart scheint der Mann für die entscheidenden Tore zu sein. Bereits in der Vorwoche gelang ihm im DFB-Pokal der Siegtreffer gegen die SV Elversberg. Trainer Bruno Labbadia lobt: "Er hat wahnsinnige Abschlussqualitäten. Für einen Torjäger ist es immer super, wenn er gleich im ersten Spiel für den neuen Verein trifft." Im Interview spricht der 27-Jährige über den Auftaktsieg, sein entscheidendes Tor und seine ersten Wochen in Wolfsburg.

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Frage: Herr Ginczek, erst haben Sie das Pokalspiel entschieden, nun auch noch das erste Bundesliga-Spiel. War das ein echter Traumstart?

Daniel Ginczek: Wenn es so weiter geht, würde ich das unterschreiben. Als Stürmer ist es natürlich sehr schön, zwei wichtige Tore gemacht zu haben.

"Am Dienstag lag ich noch mit 40 Grad Fieber im Bett. Mir ging es wirklich nicht gut."

Frage: Ihr Einsatz war sehr ungewiss. Wie haben Sie es überhaupt noch in den Kader geschafft?

Ginczek: Dienstag lag ich noch mit 40 Grad Fieber im Bett. Mir ging es wirklich nicht gut. Ich habe lediglich das Abschlusstraining mitgemacht, ansonsten seit Dienstagmorgen nicht mehr trainiert. Der Trainer hat mich gestern noch einmal gefragt, ob ich mich gut fühle. Ich habe ihm gesagt, dass es für 90 Minuten nicht reichen wird, für 20 aber dafür umso besser. Vielen Dank an das Trainerteam und die Mannschaft, die gesagt haben: "Wir geben dich nicht auf. Wenn irgendeine Möglichkeit besteht, dass Du in den Kader kommst, nehmen wir dich mit."

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Frage: Was geht einem durch den Kopf, wenn man in der Nachspielzeit den Siegtreffer praktisch auf dem Silbertablett serviert bekommt?

Ginczek:Ich habe einfach draufgehalten und überhaupt nicht hochgeguckt. Hätte ich ihn nicht getroffen, hätte ich vermutlich gesagt: Warum schaue ich nicht noch einmal hoch? Aber so hab ich ihn (Torwart Ralf Fährmann, Anm.d.Red.) eben unabsichtlich getunnelt.

Daniel Ginczek steht genau richtig und drückt den Ball zum 2:1 ins Tor
Daniel Ginczek steht genau richtig und drückt den Ball zum 2:1 ins Tor © imago

Frage: Was bedeutet dieser Sieg nun für den VfL Wolfsburg?

Ginczek: Nach dem Tor waren natürlich die puren Emotionen da. Wie wir alle wissen, waren die letzten zwei Jahre für den Verein nicht einfach. Umso wichtiger ist es, mit so einem Spiel und so einem Ergebnis zu starten. Man hat richtig gehört, wie allen die Steine vom Herzen gefallen sind. Hätten wir nur unentschieden gespielt, wäre das nicht gerecht gewesen, weil wir gegen eine Top-3 Mannschaft der Bundesliga ein richtig gutes Spiel gemacht haben. So ein Sieg schweißt die Mannschaft und die Fans zusammen. Aber das war letztendlich nur der erste Spieltag. Nächste Woche geht es weiter.

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Frage: Was sagt es über die Qualität des VfL Wolfsburg aus, wenn man den Vize-Meister spielerisch dominiert?

Ginczek: Wir wissen, was für eine Qualität wir im Kader haben. Wir sind auf jeder Position sehr gut besetzt, teilweise auch doppelt gut besetzt. Wir können spielerisch gut kombinieren. Der Trainer legt Wert darauf, dass wir auch in schwierigen Situationen über Koen (Torwart Casteels, Anm.d.Red.) immer gut hinten rausspielen, weil Koen auch sehr gut am Ball ist. So haben wir im Spielaufbau immer einen Mann Überzahl. Sicherlich müssen wir noch am letzten Pass arbeiten. Aber dass wir bereits so gut hinten rausspielen können, ist ein erster guter Schritt.

"Wir wissen, was für eine Qualität wir im Kader haben. Wir sind auf jeder Position sehr gut besetzt, teilweise auch doppelt gut besetzt. Und wir können spielerisch gut kombinieren."

Frage: Sportlich sind Sie in Wolfsburg nun angekommen. Menschlich auch?

Ginczek: Ja, absolut. Wir wohnen jetzt seit drei, vier Wochen in unserem Haus. Meine Frau hat das gut und schön eingerichtet. Meine Kinder fühlen sich auch wohl. Letztendlich kann man nur auf dem Platz Gas geben, wenn man sich auch außerhalb des Platzes wohlfühlt. Bislang läuft alles sehr gut. So kann es weitergehen.

Aus Wolfsburg berichtet Oliver Jensen

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