Köln - Vorne lief bei Eintracht Frankfurt zuletzt wenig bis gar nichts zusammen. Ganze 14 Tore gelangen den Adlern vom Main in der vergangenen Rückrunde, kein anderes Team war so selten erfolgreich. Eine Schwäche, die Coach Niko Kovac unbedingt abstellen will. Erster Schritt zur Besserung: Mit Daichi Kamada wurde ein vielseitig einsetzbarer Mittelfeldmann verpflichtet, der der Offensive mehr Punch verleihen kann.

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Dass er das drauf hat, hat Kamada in seiner Heimat schon häufig unter Beweis gestellt. Immerhin kommt der erst 20-jährige Japaner bei 65 Einsätzen in der J-League auf stolze 13 Tore und elf Assists. Allein in der aktuellen Saison, die erst im Februar begann, schlug er in 15 Matches drei Mal zu, bereitete in seinem letzten Spiel für den Sagan Tosu FC beim 2:1-Sieg gegen die Urawa Red Diamonds das 1:0 per Ecke vor.

Schnell und vielseitig

Bei Sagan Tosu lief der 1,80 Meter große Kamada zuletzt vor allem als Zehner auf, bot den klassischen Spielgestalter. Technisch versiert, beidfüßig und mit gutem Blick für den Mitspieler ausgestattet, ist er prädestiniert für den Posten hinter den Spitzen. Festgelegt ist er auf diesen jedoch nicht. Mit seinem Speed kann er auch über die Außen kommen oder als Achter auflaufen.

Der Rückrundenletzte aus Frankfurt, der nur 13 Punkte in der zweiten Saisonhälfte holte, hat eine Verstärkung im Offensivbereich jedenfalls dringend nötig. Haris Saferovic und Ante Rebic haben den Club verlassen, Sturmkopf Alex Meier fällt erneut länger aus, der Goalgetter musste am Knöchel operiert werden. Auch Neuzugang Caros Salcedo steht längere Zeit nicht zur Verfügung. Der mexikanische Nationalspieler zog sich beim Confed Cup eine Schultereckgelenkssprengung zu.

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Die Frage ist, wie schnell Kamada sich an Deutschland, die Eintracht und die Bundesliga gewöhnt. Helfen soll ihm in der Anfangszeit sein Landsmann Makoto Hasebe. Der 33-jährige Kapitän der japanischen Nationalmannschaft ist schon seit neuneinhalb Jahren in Deutschland, seit drei bei der Eintracht. Er kann den Nachwuchsmann aus der Heimat unter seine Fittiche nehmen und ihm die entscheidenden Tipps geben.

Lange Japan-Tradition

Grundsätzlich haben sie am Main ja viele gute Erfahrungen mit Kickern aus dem Land der aufgehenden Sonne gemacht. Mit Naohiro Takahara, Junichi Inamoto, Takashi Inui und Hasebe trugen bereits vier japanische Nationalspieler das gestreifte Trikot der Eintracht. Nationalspieler ist Kamada noch nicht, doch das Nippon-Team ist das große Ziel des jungen Spielmachers. Um dahin zu kommen, will er die Eintracht wieder zu den Leistungen und Ergebnissen der vergangenen Vorrunde führen.

Tobias Schild