Beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart glänzte Dortmunds Mats Hummels nicht nur als "Abräumer" im defensiven Mittelfeld, sondern setzte auch offensiv Akzente. Dabei hätte der 20-Jährige eigentlich gar nicht spielen sollen.

Als sich Tinga kurz nach dem Anpfiff verletzte, schickte Trainer Jürgen Klopp Hummels aufs Feld. Über seinen spontanen Einsatz, ein ärgerliches Gegentor und knackige Zweikämpfe äußerte sich der BVB-Youngster nach der Partie.

Frage: Ihr Einsatz gegen den VfB Stuttgart kam überraschend, als Tinga schon nach vier Minuten verletzt vom Platz musste.

Mats Hummels: Ich hatte kaum auf der Bank Platz genommen, da hieß es auch schon "bereit sein, reinkommen". Da war ich kurz von den Socken! Aber nach drei, vier Minuten hatte ich die Beine dann fit. Wenn man auf 45 Minuten Bank eingestellt ist, ist das gar nicht so einfach. Aber danach lief es doch ganz gut.

Frage: Die Rolle auf der Sechser-Position liegt Ihnen offenbar auch ganz gut, obwohl Sie eigentlich Innenverteidiger sind.

Hummels: Wenn ich spiele, dann ist es fast egal, wo - Hauptsache, ich bin dabei. Aber in letzter Zeit habe ich öfter den defensiven Part in unserer Mittelfeldraute übernommen. Da kann ich mich gut hineinfinden. Mal schauen, wo ich demnächst auflaufe.

Frage: Hatten Sie zuletzt den Eindruck, nicht mehr so nah an der ersten Elf dran zu sein?

Hummels: Eigentlich nicht. Ich war ja auch regelmäßig mit dabei, habe jeweils 45 Minuten im Pokal und in Hamburg gespielt. Trotzdem bin ich natürlich froh, dass es jetzt gegen Stuttgart länger war. Und nun bin ich gespannt, was am nächsten Wochenende in Frankfurt passiert.

Frage: Gilt für die Partie gegen den VfB "gutes Spiel, schlechtes Ergebnis"?

Hummels: Es war ein gutes Spiel mit einem nicht ganz perfekten Ergebnis. Gegen eine Mannschaft wie den VfB Stuttgart kann man auch mit einem Unentschieden zufrieden sein. Die Stuttgarter werden von manchen ja sogar als Titelkandidat gehandelt.

Frage: Aber es war doch mehr möglich für den BVB.

Hummels: Natürlich, wir wollten ja auch drei Punkte holen. Das hatten wir uns fest vorgenommen in der Kabine und entsprechend sind wir auch ein bisschen enttäuscht. Aber wir wussten auch, dass wir uns nach dem 1:4 in Hamburg und dem 0:5 gegen Real Madrid mit einer guten Leistung wieder Selbstvertrauen holen können.

Frage: Man hatte den Eindruck, es war bisweilen eine sehr harte Partie.

Hummels: Es war schon ein sehr intensives Spiel mit ein paar knackig geführten Zweikämpfen. Es ist klar, dass dabei auch ein paar härtere Szenen dabei sind. Ich habe Magnin auch einmal aus Versehen eine richtig schöne Kopfnuss mitgegeben. Das passiert halt, das ist ganz normal auf dem Platz. Aber nach dem Spiel haben wir darüber auch schon wieder Späße gemacht.

Frage: War der BVB beim Gegentor kurz nach der Pause noch in einer Tiefschlaf-Phase?

Hummels: Bei einer Standardsituation kann das mal passieren. Eigentlich darf der Ball da nicht so durchrutschen, dass Niedermeier ihn nur noch hineinköpfen muss. Den Ball muss vorher normalerweise irgendeiner klären. Aber es ist halt passiert (lacht). Und wenn es in der 90. Minute gewesen wäre, dann wär s uns vielleicht nicht als Tiefschlaf angekreidet worden, sondern als Erschöpfung.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte