Schon bald hebt sich der Vorhang für den Premiere-Ligapokal: Mit dem Hamburger SV, Hertha BSC, Schalke 04, Bayer Leverkusen, Bayern München und Werder Bremen gibt die Crème de la Crème der Bundesliga einen Vorgeschmack auf die anstehende Runde. bundesliga.de fasst täglich die Neuigkeiten der sechs Teilnehmer zusammen.

FC Bayern München: Hoch hinaus mit Felix Magath

Der FC Bayern München hat für weitere intensive Trainingseinheiten sein Lager in Rottach-Egern aufgeschlagen. Und sechs Tage vor Anpfiff beim Premiere-Ligapokal schließen sich auch langsam die Reihen im Team.

Hargreaves, Lucio und Demichelis werden am Tegernsee das Training aufnehmen. Kahn, Lahm, Schweinsteiger, Podolski und Sagnol haben noch WM-Urlaub. Alle fünf sind aber beim Japan-Trip zu Testspielgegner Urawa Red Diamonds am nächsten Samstag mit an Bord.

Davor bittet Felix Magath aber noch zur ein oder anderen schweißtreibenden Übungseinheit am Fuß des 1.722 Meter hohen Wallbergs. Die Spieler dürfen bereits jetzt davon ausgehen, dass ihnen Felix Magath die schöne Landschaft aber auch gerne von oben zeigen möchte.

Werder Bremen: Höher hinaus mit Thomas Schaaf

Auch Thomas Schaaf hat seine Spieler momentan in höheren Gefilden versammelt, in Schruns im österreichischen Montafon. Und dort gibt es Berge, die den Wallberg der Bayern wortwörtlich noch in den Schatten stellen. Das Hochjoch mit über 2.000 Metern zum Beispiel.

Thomas Schaaf war bereits oben, zusammen mit Klaus Allofs. Man stellte sich vor imposanter Landschaft für einen TV-Beitrag zur Verfügung. Allerdings bezwangen die 'Nordmänner' das Hochjoch mit der komfortablen Kabinenbahn.

Ein technisches Hilfsmittel zur vertikalen Fortbewegung, von dem die Bayern-Spieler am Wallberg allenfalls träumen dürfen.

Hertha BSC Berlin: Hohe Ziele ohne Marcelinho

In Berlin braucht man keine Berge, um hohe Ziele zu erreichen. Da genügt auch schon das Erreichen der Qualifikation für den UEFA-Pokal.

Außerdem scheint man bei der Hertha neben Landschaftserhebungen auch noch auf anderes verzichten zu können. 'Man hat gesehen, dass wir Marcelinho nicht gebraucht haben', sagte Dieter Hoeneß nach dem Sieg über FK Moskau trocken.

Dass sich der Brasilianer nach der Partie nicht beschwerte, obwohl Falko Götz ihn mehrfach zum Aufwärmen geschickt hatte, könnte als die ersehnte Einsicht beim Mittelfeldspieler verstanden werden, von hohem Berg, beziehungsweise Ross herabzusteigen, um sich im Team neu einzuordnen. Schließlich möchte Marcelinho gerne in Berlin bleiben.

Hamburger SV: Hohes Amt für Niederländer

Alles andere als einen Abstieg in der Mannschaftshierarchie erlebt derzeit Rafael van der Vaart. Der Niederländer wurde nun von Trainer Thomas Doll zum neuen Mannschaftskapitän und somit Nachfolger von Daniel van Buyten ernannt.

Und der 23-Jährige weiß diese Geste zu schätzen: 'Das ist eine große Ehre für mich! Es ist etwas ganz Besonderes die Kapitänsbinde des HSV tragen zu dürfen und diese tolle Mannschaft auf das Feld zu führen. Vor allem, weil ich Ausländer bin und erst seit einem Jahr
beim HSV spiele.'

Wer den sympathischen Filigrantechniker in diesem einen Jahr Bundesliga aber erlebt hat, kann die Entscheidung sofort nachvollziehen. Ein angemessener Nachfolger van Buytens - mannschaftsdienlich, persönlichkeitsstark und spielentscheidend.

Und so spricht ihm Doll auch das uneingeschränkte Vertrauen aus: 'Rafael ist die richtige Wahl. Er ist unser absoluter Führungsspieler und wichtig nicht nur auf dem Platz. Er wird mein verlängerter Arm werden.'

Bayer Leverkusen: Hohe Tordifferenz für Hagui

An einen erfolgreichen Einstand von Neuzugang Karim Haggui wollte man nun wirklich nicht zweifeln. Schließlich hieß der Gegner TSV Grünberg.

Aber auch ein Testspiel wie dieses gegen einen Bezirksklässler muss erst einmal zu Null gewonnen werden. 8:0 stand es am Ende. Josip Tadic, Gonzalo Castro und Simon Rolfes (2) schossen die Tore vor dem Wechsel. U19-Talent Stefan Reinartz, Stefan Kießling (2) und Paul Freier waren im zweiten Abschnitt erfolgreich.

Da Karim Haggui an den Rhein geholt wurde, um die Abwehr zu verstärken, kann sein Debüt durchweg als Erfolg verbucht werden.

Schalke 04: Hohe Ehren für Ebbe Sand

61.481 Königsblaue sagten zum Abschied alles andere als leise 'Servus!'.

Nach sieben Jahren auf Schalke endete die Ära Ebbe Sand mit einem Spiel einiger seiner Weggefährten gegen die aktuelle Schalker Auswahl.

Nach 83 Minuten war es dann so weit. Ebbe Sand verließ unter dem ohrenbetäubendem Applaus der Zuschauer den Platz. Das Aktuelle siegte mit 5:2 gegen das Vergangene.

Aber Sand, der zum Abschied standesgemäß einen Treffer erzielte, machte sich nach der Ehrenrunde umgehend auf, um seinen hoch verdienten Platz in den heiligen Ruhmeshallen der 'Knappen' einzunehmen.

Michael Wollny