Wolfsburg - Ex-Meister VfL Wolfsburg steht eine turbulente Winterpause ins Haus. Der Bundesligist blamierte sich im Achtelfinale des DFB-Pokals mit einer 1:3 (0:3)-Niederlage gegen den Zweitligisten Energie Cottbus.

Nils Petersen (2./43.) und Jiayi Shao (40.) erzielten die Tore für die Lausitzer, die erstmals seit der Saison 1996/1997 im Pokal wieder die Runde der letzten Acht erreichten. Damals waren die Brandenburger im Finale am VfB Stuttgart gescheitert. Wolfsburg verkürzte durch Kapitän Edin Dzeko nach einer desolaten ersten Halbzeit in der 56. Minute nur noch auf 1:3.

McClaren überrascht mit drei Spitzen

Die Gastgeber waren gegen den Tabellendritten der 2. Liga von Beginn an hohes Risiko gegangen. Neben Dzeko bot Trainer McClaren in Grafite und Mario Mandzukic zwei weitere Stürmer auf. Doch der Schuss ging nach hinten los. Cottbus bestimmte das Spiel. Bereits in der zweiten Spielminute war Petersen zur Stelle und deckte zum ersten Mal die eklatanten Schwächen der Wolfsburger Abwehr auf. Nach einer Ecke kam der 22-Jährige unbedrängt zum Kopfball und ließ Diego Benaglio keine Chance.

Die Gastgeber waren nach dem frühen Gegentor sichtlich schockiert und bemühten sich um mehr Spielkontrolle. Allerdings sprangen nur wenige Chancen heraus. Cottbus blieb bei Kontern stets gefährlich. In der 40. Minute war der Chinese Shao nach sehenswerter Vorarbeit von Petersen zur Stelle und schob zum 2:0 ein.

Dzeko kann nur noch verkürzen

Drei Minuten später stellte Jules Reimerink die VfL-Abwehr erneut bloß. Nach einem Solo über links ließ er Simon Kjaer schlecht aussehen und passte auf Petersen, der zwischen drei Gegenspielern seelenruhig zum 3:0 einschob.

Trotz der Enttäuschung zur Pause gab sich der Erstligist nicht auf und setzte zur zweiten Halbzeit noch einmal alles auf eine Karte. In der 51. Minute sah Dzeko die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe. Zuvor hatte schon Diego mehrmals versucht, einen Elfmeter herauszuholen. In der 56. Minute war Dzeko dann zur Stelle und markierte aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer. In der Folge entwickelte sich ein Pokalfight. Cottbus blieb durch Gegenstöße gefährlich. Wolfsburg warf alles nach vorne, agierte aber vor dem Tor oft zu hektisch.

McClaren: "Es war zu wenig"

"Wölfe"-Coach Steve McClaren gab sich als fairer Vrerlierer. "Glückwunsch an Energie Cottbus. Ich war von ihrer Spielweise nicht überrascht, meine Mannschaft aber schon. Die erste Halbzeit war inakzeptabel, die zweite schon besser, ähnlich wie am letzten Samstag. Gegen Hoffenheim hat das noch gereicht, heute nicht. Das heutige Spiel fasst unsere gesamte Hinrunde zusammen: Es war zu wenig."

Der Trainer der siegreichen Cottbusser, Claus-Dieter Wollitz, sprach von einem perfekten Start seines Teams. "Man träumt natürlich vor dem Spiel, dass alles klappt und beim Gegner eben nicht. Was wir dann in der ersten Hälfte rausgehauen habe,n war toll, aber vor allem auch durch unsere gute Organisation möglich."

Wolfsburg: Benaglio - Riether, Kjaer, Madlung, Marcel Schäfer - Josue (72. Cigerci) - Diego, Kahlenberg (84. Arne Friedrich) - Grafite, Dzeko, Mandzukic (46. Cicero)

Cottbus: Kirschbaum - Bittroff, Hünemeier, Brzenska, Ziebig - Kruska, Roger - Shao (78. Afriyie), Reimerink (63. Kurth) - Petersen (86. Radu), Jula

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)

Tore: 0:1 Petersen (2.), 0:2 Shao (40.), 0:3 Petersen (43.), 1:3 Dzeko (56.)