"Vielleicht nicht unbedingt mein größtes, aber für mich persönlich das wichtigste Spiel meiner Karriere war mein zweites Match für Hannover 96 am 14. September 2002.

Die Saison 2001/02 war nicht unbedingt mein Jahr. In Dortmund hatte ich kaum spielen dürfen, im Winter wurde ich zu den Bolton Wanderers nach England ausgeliehen.

Britisches Intermezzo

Meine Leistungen dort waren okay, mir gefiel es in England, aber der BVB wollte im Sommer einfach eine zu hohe Ablöse. Bolton schickte mich zurück nach Dortmund, wo man mich aber auch nicht mehr wollte.

Mit Transferschluss am 31. August wechselte ich schließlich nach Hannover. Und kam in ein völlig verunsichertes Team, das nach drei Spielen noch ohne Punktgewinn dastand. Mein erstes Match für H96 ging dann auch noch mit 1:3 gegen Energie Cottbus in die Hose. Dann fuhren wir nach Leverkusen. Und ich sollte mein Comeback als Torschütze in der Bundesliga feiern.

Kopfball zur Wende

Bayer ging bereits nach elf Minuten durch Yildiray Bastürk mit 1:0 in Führung, uns drohte die nächste Niederlage. Zumal der Mannschaft jedwedes Selbstvertrauen fehlte. Doch wie auf Knopfdruck änderte sich das plötzlich schlagartig, als ich kurz vor Halbzeit per Kopf nach Flanke von Nebosja Krupnikovic das 1:1 machte. Es war mein erster Bundesliga-Treffer seit 16 Monaten. Und plötzlich spielten wir wie aus einem Guss.

Zehn Minuten vor dem Abpfiff gelang mir auch noch das 2:1 mit Rechts nach einer Flanke von Daniel Stendel, Mohammadou Idrissou erhöhte sogar auf 3:1. Endlich hatte wir unseren ersten Sieg.

Comeback im Nationaldress

Für die Mannschaft, aber vor allem für mich war das wie eine Befreiung, ein sehr intensives Gefühl. Und der Start zu einer tollen Saison. Wir wurden schließlich noch Elfter, ich erzielte insgesamt 14 Tore, weil ich mein Selbstvertrauen wieder hatte.

Und das Match bedeutete auch mein Comeback in der Nationalmannschaft nach vier Jahren Abwesenheit. Denn Ende November berief mit Teamchef Rudi Völler zum Freundschaftsspiel gegen die Niederlande (1:3), ich traf zum zwischenzeitlichen 1:1."


Fredi Bobic kam nach zwei Jahren bei den Stuttgarter Kickers 1994 zum VfB Stuttgart. Danach absolvierte er bis 2005 insgesamt 285 Bundesligaspiele für den VfB, Borussia Dortmund, Hannover 96 und Hertha BSC Berlin. Er erzielte 108 Tore. Außerdem spielte Bobic je eine Saison bei den Bolton Wanderers in England und NK Rijeka in Kroatien. Für die deutsche Nationalmannschaft machte er 37 Spiele und traf zehn Mal. Bobic wurde 1996 Europameister. 1997 gewann er mit Stuttgart den DFB-Pokal und erreichte 1998 das Europacup-Finale der Pokalsieger. 1996 wurde er mit 17 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga.