Dortmund - Arm an Champions-League-Erfahrung, aber reich an Potenzial und mit einer großen Portion Enthusiasmus kehrt Borussia Dortmund nach acht mitunter turbulenten Jahren auf die ganz große Fußball-Bühne zurück.

"Wir haben hart dafür gearbeitet, dabei zu sein. Meine Vorfreude ist riesengroß, das ist für uns alle eine große Herausforderung", sagte Meister-Trainer Jürgen Klopp, der am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) im ersten Gruppenspiel gegen den FC Arsenal seine Premiere in der "Königsklasse" feiern wird - ebenso wie die meisten seiner Spieler.

Ruckeliger Saisonstart auf beiden Seiten

Klopp blieb nur wenig Zeit, um seine Profis und das Umfeld des Bundesliga-Elften auf das große Abenteuer einzustimmen. Die ernüchternde 1:2-Heimpleite gegen Aufsteiger Hertha BSC und der bislang holprige Saisonstart müssen erst einmal abgeschüttelt werden. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verkündete trotzig: "Gegen Arsenal werden wir uns ganz anders präsentieren." Er erhofft sich eine nachdrückliche Reaktion der BVB-Youngster.

Auch Arsenal kommt in der neuen Saison nicht in Schwung, feierte gegen Aufsteiger Swansea am 4. Spieltag den ersten "Dreier" und dümpelt wie der BVB ebenfalls auf Platz 11 im Tabellenmittelfeld. Besonders hart traf die Londoner, die seit 14 Jahren ununterbrochen in der Champions League vertreten sind, das 2:8 gegen Manchester United. DEr Signal Iduna Park liefert also eine geeignete Bühne zur Wiedergutmachung.

Erfahrungsschatz aus 479 Spielen

Lediglich Torhüter Roman Weidenfeller und Sebastian Kehl standen im Kader, als sich der Deutsche Meister am 18. März 2003 mit einem 1:0 in der damaligen Zwischenrunde beim AC Mailand vorerst aus Europas Beletage verabschiedete. Der 31 Jahre alte Roman Weidenfeller, der damals als Nummer zwei hinter dem späteren Arsenal-Torhüter Jens Lehmann die Bank drückte, ist überzeugt: "Wir sind den Aufgaben in der Champions League gewachsen und werden alles geben."

32 Einsätze in der "Königsklasse" stehen für die Profis im Dortmunder Kader in der Statistik, imposante 479 für die "Gunners" aus London. Auf dem Papier ist die Sache eigentlich klar. Doch Watzke sieht dennoch eine große Chance, die Gruppenphase mit den Duellen gegen Olympique Marseille, Olympiakos Piräus und eben Arsenal zu überstehen und weitere Einnahmen über die Gruppenspiele hinaus zu kassieren. Dazu soll mit einem Sieg über den 13-maligen englischen Meister der Grundstein gelegt werden.

Götze im Rampenlicht

Das Stadion war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Für Optimismus bei den Fans sorgen unter anderem die Rückkehr des in der Liga gesperrten Shootingstars Mario Götze und die Statistik. Denn bei Dortmunds letzter Champions-League-Teilnahme trafen beide Clubs ebenfalls in den Gruppenspielen aufeinander. In London verlor der BVB am 17. September 2002 mit 0:2, das Heimspiel gewannen die Borussen aber mit 2:1. Siegtorschütze war Tomas Rosicky, der die Westfalen 2006 in Richtung Arsenal verließ.

Der Tscheche wird in Dortmund zusammen mit dem Ex-Bremer Per Mertesacker auflaufen. Der Nationalspieler wechselte erst vor zwei Wochen auf die Insel und wird am Dienstag das zweites Spiel für seinen neuen Verein bestreiten. In Mertesacker fand Teammanager Arsene Wenger die erhoffte Verstärkung für die Defensive, doch die Lücken nach den Abgängen der Leistungsträger Samir Nasri (zu Manchester City) und besonders Cesc Fabregas (zum FC Barcelona) sind noch nicht geschlossen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Gündogan - Götze, Kagawa, Perisic - Lewandowski

Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Arteta, Ramsey, Frimpong, Arschawin - Walcott, van Persie