München - Der Chef ist wieder da! Gegen Irland feierte Bastian Schweinsteiger seine Rückkehr in die Nationalmannschaft, führte mit einer überzeugenden Vorstellung die DFB-Elf als Kapitän zum klaren 6:1-Erfolg. Auch beim FC Bayern findet Schweinsteiger derzeit wieder zurück zu alter Stärke - und lässt so die Rückschläge der vergangenen Saison in Vergessenheit geraten.

"Er war im Mittelfeld sehr wichtig, er hat dem Spiel Struktur gegeben", lobte Bundestrainer Joachim Löw nach Schweinsteigers erstem Spiel seit dem Halbfinal-Aus bei der EM gegen Italien.

Neue Offensiv-Stärke



Der Münchner strahlt eine Präsenz aus wie lange nicht mehr. Davon profitiert neben der Nationalelf auch der FC Bayern. Im Bayern-Dress zeichnete sich Schweinsteiger im bisherigen Saisonverlauf als wichtiger Dirigent aus - ganz so wie noch vor seinem Schlüsselbeinbruch im November vergangenen Jahres. Die Verletzung nach einem Zusammenprall mit Neapel-Profi Gökhan Inler markierte den Beginn einer langen Leidenszeit. In der Rückrunde der vergangenen Saison warfen ihn dann immer wieder Verletzungen zurück. Bei den zwei verlorenen Finals in Champions League und Pokal war er nicht in Bestform. Das ist nun abgehakt.

"Ich bin gesund, fühle mich fit. Daher kann ich mich noch mehr auf mich selbst konzentrieren", sagt Schweinsteiger. Seine Leistungsdaten belegen, dass der 28-Jährige an sich gearbeitet hat. Vor allem offensiv hat sich der Vize-Kapitän deutlich gesteigert.

Schweinsteiger mit Köpfchen



Der Münchner hat zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere nach sieben Spieltagen schon drei Tore auf dem Konto. Zum Vergleich: Sein persönlicher Saisonrekord steht bei fünf Treffern in der Saison 2008/09. Alle drei Treffer gelangen ihm in der heimischen Allianz Arena. Auffällig ist zudem seine neue Kopfballstärke: In der vergangenen Spielzeit erzielte Schweinsteiger seine drei Tore mit dem Fuß - in dieser Saison köpfte er bereits zweimal erfolgreich ein.

Insgesamt ist Schweinsteiger in der Luft durchsetzungsfähiger geworden. Mit 65 Prozent gewonnenen Kopfballduellen konnte der Mittelfeld-Stratege seine Bilanz im Vergleich zur Vorsaison deutlich verbessern - in der Saison 2011/12 lag die Quote noch bei 54 Prozent.

Barca als Vorbild



Schweinsteiger selbst, der für den FCB gegen Bremen sein 400. Pflichtspiel bestritt, führt den Rekord-Start der Bayern auf die kollektive Stärke zurück. "Die Mannschaft funktioniert", sagte der Bayern-Spieler. "Wir sind auf einem guten Weg."

Am Ziel sieht er sich mit seinen Münchnern allerdings noch lange nicht. "Es gibt Teams wie Barcelona, die vielleicht ein Stück weiter sind. Aber da wollen wir hinkommen und ihnen Paroli bieten", sagt Schweinsteiger. Wenn das gelingt, wären in der Tat alle Traumata der vergangenen Saison überwunden.

Maximilian Lotz