Es regnete den ganzen Tag über in Strömen, doch für Jürgen Klinsmann und seinen Trainerstab herrschte am Donnerstag eitel Sonnenschein.

Denn dreieinhalb Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison nahmen - abgesehen vom verletzten Franck Ribery - die letzten EURO-Teilnehmer die Vorbereitung auf. Miroslav, Klose, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Marcell Jansen, Hamit Altintop sowie Neuzugang Tim Borowski traten am Morgen pünktlich und bestens gelaunt ihren Dienst an der Säbener Straße an.

Lahms Blick in die Zukunft

Nach der Begrüßung und einem kurzen Rundgang durch das neue Leistungszentrum erwartete die sieben Nachzügler an ihrem ersten Arbeitstag gleich ein volles Programm. Wie alle Spieler mussten sie nach zweieinhalb Wochen Urlaub zahlreiche Eingangstests absolvieren, in denen Daten zu Beweglichkeit und Stabilität ermittelt wurden. Daraus wird dann für jeden ein individuelles Trainingsprogramm zusammengestellt.

Die EURO, die sowohl für die deutschen Vize-Europameister als auch für den türkischen Halbfinalisten Altintop sehr erfolgreich verlief, aber jeweils mit einer Niederlage endete, geriet angesichts der neuen Aufgaben beim FCB endgültig in den Hintergrund. "Man hat immer noch die Spiele im Kopf", erzählte Lahm, "aber heute geht es wieder los. Deswegen schaut man in die Zukunft und beschäftigt sich nicht mehr mit der Vergangenheit."

"Der Schuh passt wieder"

Auch den Urlaub haben die "glorreichen Sieben" des FCB schnell abgehakt. "Ab heute gibt es nur noch den FC Bayern", betonte Altintop. Borowski meinte: "Ich freue mich auf die Vorbereitung." Nur dreieinhalb Wochen Zeit bleibt bis zum DFB-Pokalspiel bei Rot-Weiß Erfurt, um fit zu werden. "Das reicht vollkommen, weil wir nur zweieinhalb Wochen Urlaub hatten. Da verliert man nicht allzu viel Fitness", meinte Lahm, der während der freien Zeit "die Füße hochgelegt" hat.

Seine Risswunde am linken Fuß, erlitten im EURO-Finale gegen Spanien, ist inzwischen "gut verheilt", berichtete der Außenverteidiger. "Die Fäden sind gezogen, der Schuh passt wieder", sagte er mit einem Augenzwinkern. Problematisch war am ersten Arbeitstag nur das Zurechtfinden im neuen Leistungszentrum. "Das erste große Problem war die Tiefgarage", berichtete Lahm, "zum Glück kam Michael Rensing und hat das Tor aufgemacht."