Der 1. FC Nürnberg zieht aus den negativen Entwicklungen von Kreisen der "Ultra-Szene" in Nürnberg in den vergangenen Monaten, zuletzt aber aus den Ausschreitungen beim Auswärtsspiel am vergangenen Samstag, 27.02.10, beim VfL Bochum, erste Konsequenzen.

Bei der Begegnung in Bochum waren durch das Abbrennen von Pyrotechnik neun Personen im Fan-Block des 1. FCN verletzt worden, drei davon schwer.

Bader: "Wollen Straftaten verhindern"

"Wir können und wollen das nicht akzeptieren", bekräftigt Sportdirektor Martin Bader und unterstrich die Konsequenzen: "Wir sind uns bewusst, dass wir nach den Ausschreitungen der vergangenen Woche keine andere Wahl mehr haben, als Maßnahmen zu ergreifen. Das höchste Gut muss sein, dass alle Zuschauer bei unseren Heim- und Auswärtsspielen das Gefühl haben, ein Fußballspiel sicher verfolgen zu können. Wir werden alles tun, dies zu gewährleisten."

Bader betont nach den intensiven Gesprächen mit Polizei und Ordnungsamt Nürnberg: "Um es deutlich zu machen: Wir reden hier nicht davon, Fans zu ärgern. Wir reden davon, Straftaten verhindern zu wollen und Kriminellen keine Chancen zu geben, den Fußball und unseren 1. FCN zu missbrauchen!"

Restriktivere Ticketvergabe

"Der 1. FC Nürnberg hat unsere volle Unterstützung", betonte auch Kurt Benisch, Leiter der Polizeiinspektion Nürnberg-Süd und für die Spiele des 1. FCN verantwortlicher Beamter: "Wir sehen die Maßnahmen, die der Club ergreift, als starke Chance, jedem Besucher einen sicheren Besuch der Spiele zu gewährleisten."

Die Eintrittskartenvergabe für Auswärtsspiele wird der 1. FCN beginnend mit dem Spiel bei Werder Bremen restriktiver handhaben. Eintrittskarten können nur noch personalisiert erworben und dürfen nicht übertragen werden. Personen, die sich bei Auswärtsspielen mit "fremden" Karten Einlass verschaffen wollen, können abgewiesen werden. Der 1. FC Nürnberg behält sich vor, bei weiteren Vorkommnissen auf den Verkauf von Tickets für Auswärtsspiele zu verzichten.

Personen, die vor kurzem - vor allem auch beim Spiel in Bochum - auffällig geworden sind, werden bereits in dieser Woche nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens mit einem Stadionverbot belegt. Damit verkürzt der 1. FCN die bisher übliche Praxis, um potenzielle Straftäter auszugrenzen.

Stadionbesuch soll sicher sein und Spaß machen

In Kooperation mit Polizei und Ordnungsamt Nürnberg werden Personen, für die ein Stadionverbot besteht, künftig bei Auswärtsspielen Meldeauflagen erteilt. Personen, für die Stadionverbot besteht, dürfen sich zudem ab sofort bei Heimspielen dem easyCredit-Stadion in einem Umkreis von ca. einem Kilometer nicht mehr nähern.

Auch Privilegien, die die Ultras in den vergangenen Jahren ob ihrer häufig farbenfrohen und schönen Choreografien genossen haben, werden vom 1. FCN auf den Prüfstand gestellt. Das hat der 1. FCN in einem Gespräch den Ultras mitgeteilt.

Präsident Franz Schäfer verdeutlichte ebenfalls, "dass wir alle wollen, dass der Besuch eines Fußballspiels sicher ist und Spaß macht. Und wir alle wollen, dass Kriminelle keine Chance haben, ihre Straftaten auf unsere Kosten zu verüben. Ich sage aber auch deutlich: Wir werden allen die Hand reichen, die es ehrlich mit uns meinen."

Der 1. FCN hatte unmittelbar nach den Vorfällen von Bochum bereits seine Anhänger um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten. Augenzeugen können sich weiter per Email (sicherheit@fcn.de) oder telefonisch unter (0911) 940 790 an den "Club" wenden.