Der "Football Club Internazionale Milano" wurde am 9. März 1908 gegründet - von verärgerten Mitgliedern des "Milan Cricket and Football Club".

Ihnen missfiel, dass für den bereits im Jahre 1899 gegründeten Milan CFC nur Italiener spielen durften. Aus dem Milan CFC wurde nach der Abspaltung der AC Mailand, der danach als Club der Arbeiter galt. Sympathisanten von Inter waren Bürger, Intellektuelle, Künstler.

Unabsteigbar

Seinen ersten Meistertitel gewann Inter zwei Jahre nach der Gründung, der zweite folgte 1920, wieder zehn Jahre später wurden die "Schwarz-Blauen" erster Meister der neuen Profiliga, Vorläuferin der Serie A. Mitglied der Mannschaft war Giuseppe Meazza, nach dem später das mit dem AC Mailand geteilte Stadion im Stadtteil San Siro benannt wurde. Als einzige Mannschaft ist Inter nie aus der obersten Spielklasse abgestiegen.

Während der Zeit des faschistischen Regimes musste das eher kosmopolitische Inter im Jahre 1928 auf Geheiß von Benito Mussolini mit US Milanese Milano fusionieren und der Club wurde in SS Ambrosiana Inter (ab 1930 nur noch AS Ambrosiana) umbenannt. Seit dem Zweiten Weltkrieg heißt der Verein wieder "Internazionale".

Wiege des Catenaccio

Nach der Übernahme des Clubs durch den Ölmagnaten Angelo Moratti begann in den 60er Jahren eine überaus erfolgreiche Phase der "Nerazzurri". Inter wurde weltweit bekannt, unter anderem sorgte dafür Helenio Herrera: Der Trainer, ein in Marokko aufgewachsener Argentinier, erfand nicht nur den Catenaccio, er beschäftigte sich auch früh mit zunächst eher ungewöhnlichen Trainingsmethoden und Sportpsychologie.

Der Zauberer und das Triple

Unter dem sogenannten "Sklaventreiber" Herrera, dessen eigentlicher Spitzname "Il mago" (Der Zauberer) war, erreichte "La Grande Inter" drei Mal ein Endspiel im Europapokal. Zunächst gelang 1964 der erste Landesmeister-Triumph (3:1 gegen Real Madrid), in der folgenden Saison holte Inter als erste italienische Mannschaft das Triple aus Meisterschaft, Europapokal und Weltpokal gewann.

Durststrecke und Dominanz

Nach 1966 gewann Inter bis 2005 nur drei seiner mittlerweile insgesamt 17 Meistertitel. Einer davon wurde im Frühjahr 1989 unter Giovanni Trapattoni und unter Mitwirkung von Lothar Matthäus und Andreas Brehme gewonnen. In der darauffolgenden Saison wechselte auch Jürgen Klinsmann zu den "Nerazzurri". Das deutsche Trio gewann 1991 mit dem UEFA-Cup den ersten internationalen Titel für Inter seit 26 Jahren.

Seit 1995 führt Massimo Moratti, Sohn des legendären Angelo Moratti, den Club als Vereinspräsident. Obwohl die Familie kräftig investierte, blieb Inter lange Zeit erfolglos. Zunächst gelang 1998 der dritte UEFA-Cup-Sieg. Am 26. Juli 2006 wurde Inter im Zuge des Fußball-Skandals in Italien zum Meister erklärt, weil Juventus Turin und AC Mailand Punktabzüge auferlegt wurden. In den beiden folgenden Jahren gelangen die Titelgewinne dann sportlich.

Der Büchsenwurf

Am 20. Oktober 1971 lag Inter im Achtelfinal-Hinspiel des Landesmeister-Pokals bei Borussia Mönchengladbach 1:2 zurück, als Inter-Spieler Roberto Boninsegna, angeblich von einer Coca-Cola-Dose getroffen zu Boden sank und sich auswechseln ließ. Inter versperrte die Kabine, kein offizieller Arzt konnte Boninsegna untersuchen. Das Spiel, das die Borussia 7:1 gewann, wurde annulliert. Nach einem 0:0 im Wiederholungsspiel in Berlin erreichte Inter zum vierten Mal das Finale, verlor dort aber mit 0:2 gegen Ajax Amsterdam.

Inter und die Deutschen

Abgesehen davon, dass Trainer Giovanni Trapattoni (bei Inter von 1986 bis 1991) auch "Il Tedesco" (Der Deutsche) genannt wurde, spielten fünf deutsche Nationalspieler bei den "Schwarz-Blauen". Hansi Müller (1992 bis 1984, 48 Spiele/neun Tore), der heutige Vorstandsvorsitzende von Bayern München Karl-Heinz Rummenigge (1984 bis 1987, 64/24), Andreas Brehme (1988 bis 1992, 116/11), Lothar Matthäus (1988 bis 1992, 115/40), Jürgen Klinsmann (1989 bis 1992, 95/34).

Inter Mailand im Stenogramm:

Gegründet: 09. März 1908 als Football Club Internazionale Milano

Präsident: Massimo Moratti

Trainer: Jose Mourinho (seit 2008))

Stadion: Giuseppe Meazza Stadion (82.955 Plätze)

Spitzname: Nerrazurri (Schwarz-Blauen)

Rekordspieler: Giuseppe Bergomi (1980-1999) 758 Spiele

Rekordtorschütze: Giuseppe Meazza (1927-1947) 288 Tore

Die größten Erfolge:

Europapokal der Landesmeister: zwei Mal (1963/64 und 1964/65)

UEFA-Pokal: drei Mal (1990/91, 1993/94 und 1997/98)

Weltpokal zwei Mal (1964 und 1965)

Italienischer Meister: 17 Mal (1909/10, 1919/20, 1929/30, 1937/38, 1939/40, 1952/53, 1953/54, 1962/63, 1964/65, 1965/66, 1970/71, 1979/80, 1988/89, 2005/06[2], 2006/07, 2007/08 und 2008/09)

Italienischer Pokalsieger: fünf Mal (1938/39, 1977/78, 1981/82, 2004/05 und 2005/06)

Italienischer Superpokalsieger: vier Mal (1989, 2005, 2006 und 2008)

Spiele im UEFA-Pokal zwischen Bayern München und Inter Mailand:
23.11.1988 Bayern München - Inter Mailand 0:2 (0:0)
07.12.1988 Inter Mailand - Bayern München 1:3 (1:3)
(jeweils Achtelfinale)

Spiele in der Champions League zwischen Bayern München und Inter Mailand:
27.09.2006 Inter Mailand - Bayern München 0:2 (0:0)
05.12.2006 Bayern München - Inter Mailand 1:1 (0:0)
(jeweils Gruppenphase)