Clemens Fritz und Werder Bremen stehen vor den letzten beiden Saisonspielen auf dem 15. Tabellenplatz - © imago
Clemens Fritz und Werder Bremen stehen vor den letzten beiden Saisonspielen auf dem 15. Tabellenplatz - © imago
Bundesliga

Fritz: "Hatte das Gefühl, dass nichts schief gehen konnte"

Bremen - Mit einem fulminanten 6:2 hat sich Werder Bremen im Montagsspiel gegen den VfB Stuttgart von den Abstiegsrängen geschossen. Kapitän Clemens Fritz, der unter der Woche seinen Rücktritt vom Rücktritt bekannt gegeben hatte, war einer der Besten seines Teams und ging als Führungsspieler voran. Im Interview spricht der 35-Jährige über den wichtigen Sieg seines Teams und die einzigartige Stimmung im Weserstadion am Montagabend.

"Wir brauchen noch zwei große Schritte"

Frage: Herr Fritz, Sie spielen schon seit 2003 in Bremen und haben einiges mit dem Team erlebt, aber die Stimmung gegen Stuttgart war einzigartig, oder?

Clemens Fritz: Ich habe auch schon darüber nachgedacht, ganz ehrlich, es war heute etwas ganz Besonderes, das ganze Stadion hat gestanden und uns über 90 Minuten angetrieben. Riesenkompliment an unsere Fans. Man merkt einfach, dass eine ganze Stadt hinter uns steht und gemeinsam den Klassenerhalt schaffen will. Wir haben uns selbst durch die Gegentoren nicht aus dem Konzept bringen lassen.

Frage: Die Stimmung erinnerte an die legendären Europokalabende in der Champions League.

Fritz: Ja, das mag sein, aber egal wie, die drei Punkte waren heute wichtig. Wir haben unsere Ausgangsposition stark verbessert.

Frage: Sechs Tore geschossen, einen Konkurrenten überflügelt. Gibt es an diesem Abend eigentlich ein Haar in der Suppe?

Fritz: Wir müssen ehrlich zu uns sein, denn wir haben wieder zwei Gegentore bekommen. Beim ersten Gegentreffer standen wir nicht gut, der zweite ist etwas unglücklich entstanden. Wir waren aber nach den Toren immer mutig und selbstbewusst und sind vorne draufgegangen.

- © gettyimages / Stuart Franklin/Bongarts

Frage: Während des Trainingslager stand ein Psychologe dem Team zur Verfügung. Hat diese Maßnahme auch seinen Teil zum Erfolg beigetragen?

Fritz: Das kann man so sagen. Wir haben sehr, sehr konzentriert gearbeitet. Im Trainingslager haben wir uns als Team gesagt, wir wollen am Montag ins Weserstadion fahren und das Gefühl haben, dass wir alles getan haben und auf dem Punkt vorbereitet sind. Und da hat das ganze Team hat einen großen Anteil daran.

Frage: Nochmal zur Stimmung im Weserstadion. Können Sie beschreiben, wie man solch eine Atmosphäre als Spieler auf dem Platz wahrnimmt?

Fritz: Ich hatte heute schon vor dem Spiel das Gefühl, dass nichts schiefen gehen kann. Wir waren schon auf dem Weg ins Stadion unglaublich fokussiert und konzentriert. Man spürt das irgendwie, wenn man dann hier ins Stadion kommt und so empfangen wird, natürlich trägt uns das. Gerade auch in den Phasen als die Gegentore fielen, hat uns das sehr geholfen, wie die Fans uns unterstützt haben.

Aus Bremen berichtet Alexander Barklage