Köln - Wenn der SV Werder Bremen am Samstag den FC Bayern München empfängt, steht vor allem ein Mann im Fokus: Claudio Pizarro. Der erfolgreichste ausländische Stürmer der Bundesliga-Geschichte wechselte in seiner Karriere schon zweimal von der Weser an die Isar und kann seinen ehemaligen Teamkameraden am 9. Spieltag zeigen, was er noch drauf hat.

Wiedersehen macht Freude. So könnte man aus Sicht von Rückkehr-König Claudio Pizarro den ewigen Nord-Süd-Gipfel am kommenden Spieltag zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München wohl am besten beschreiben. Der 37-jährige Angreifer spielt seit dem 7. September zum dritten Mal für die Bremer (1999-2001/2008-2009/2015). Zuvor hatte Pizarro seine zweite Dienstzeit bei den Bayern beendet. Am Samstag (ab 15.00 Uhr im Liveticker) kommt es zum emotionalen Showdown an der Weser gegen die Ex-Kollegen.

176 Tore - gerecht auf beide Teams verteilt

Im Spätherbst seiner Laufbahn will Pizarro allen noch mal zeigen, dass sein Zenit noch nicht überschritten ist, schließlich liest sich seine Vita wie ein Dauer-Feuerwerk: In 388 Bundesliga-Spielen feuerte der Peruaner 1.011 Torschüsse ab, mit 176 Treffern liegt Pizarro auf Platz neun der ewigen Bundesliga-Torschützenliste und ist zugleich die Nummer eins unter allen ausländischen Profis der Bundesliga-Historie (XL-Galerie: Pizarros Karriere in Bildern). Mit einem Rekord gibt sich ein Claudio Pizarro aber längst nicht zufrieden: 33 Mal traf der Nationalstürmer in einem Bundesliga-Spiel mindestens doppelt - das ist noch keinem der aktiven Spieler der Liga gelungen. Darüber hinaus ist Pizarro der einzige Spieler der Bundesliga-Geschichte, der für zwei verschiedene Vereine mehr als 80 Tore erzielt hat: 89 Mal netzte Pizarro für Werder ein, 87 Mal für den Rekordmeister aus München.

Auch der Titelhunger von Pizarro ist beachtlich: In seinen neun Jahren im Dress der Bayern (2001-2007 und 2012-2015) sammelte Pizarro sechs Meistertitel und wurde fünfmal Pokalsieger (mit Werder gewann er zusätzlich 2009 den DFB-Pokal). Die ultimative Krönung gab es im Triple-Jahr 2013, als der FCB im 'German Endspiel' gegen Borussia Dortmund die Champions League gewann und Pizarro als erster Peruaner den Henkelpott in den Händen hielt.

Claudio Pizarro - der Inbegriff des Jokers

Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, wie gerne Pizarro den Bayern am Samstag auf dem Weg zum neunten Saisonsieg in Folge ein Bein stellen würde (zur Vorschau). Dass er gegen seinen 'Dauer-Ex-Club' womöglich erst wieder von der Bank kommt, dürfte kein Problem darstellen. Schließlich ist Pizarro mit 14 Jokertoren in 15 Jahren Bundesliga top - nur der ehemalige Bayern-Stürmer Alexander Zickler (18) ist ihm in dieser Kategorie überlegen. Mit einem Treffer gegen das Team von Trainer Pep Guardiola würde sich Pizarro auch seiner verzeihlichen Ladehemmung entledigen: Seinen letzten Bundesliga-Treffer erzielte er am 10. Mai 2014 für die Bayern gegen Stuttgart. Ein Tor gegen seine alten Kollegen wäre sicherlich der beste Beweis dafür zu zeigen, dass mit Pizarro auch in dieser Saison noch zu rechnen ist.