Manchester - Dass der FC Schalke 04 auswärts auf die stimmgewaltige Unterstützung seiner Fans zählen kann, ist keine Neuigkeit. Dass die "Königsblauen" beim Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Manchester United aber auch von Einheimischen nach vorne gepeitscht werden, ist eher eine Überraschung.

"Ich hoffe, dass Schalke im Old Trafford groß aufspielen und das Wunder schaffen wird", erklärte Stan. Der 63-Jährige ist gebürtig aus Manchester und extra mit seinem Sohn aus Birmingham angereist, um den Schalkern im Stadion die Daumen zu drücken.

Vor 41 Jahren ging es los

Beim Abschlusstraining schaute er sich das Treiben auf dem Rasen genau an. "Heute läuft das ganze ja hoch modern und wissenschaftlich ab. Früher gab es so etwas nicht", meinte der gelernte Schlosser - die Arme vor seinem wohl genährten Bauch verschränkt.

Seine Erinnerungen an und seine "Liebe" für S04 ist auf eine Begegnung vor fast genau 41 Jahren begründet. Damals spielte Manchester City im Halbfinale des Pokals der Pokalsieger gegen die "Knappen". Das Hinspiel gewann das Team von Trainer "Rudi" Gutendorf zuhause mit 1:0.

"Das war schon eine gute Mannschaft. Vor allem vor diesem Libuda hatten wir gehörigen Respekt", so Stan. Aber im Rückspiel an der Maine Road wurden die "Citizens" ihrer Favoritenrolle gerecht. 5:1 hieß es am Ende. Das Aus für Schalke.

"Das Herz in die Hand nehmen"

Soweit soll es nun aber nicht kommen. "Die Ausgangslage ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Aber was haben die Schalker denn zu verlieren? Sie müssen das Herz in die Hand nehmen und das Unmögliche möglich machen", fordert Stan.

Wie man den großen Rivalen bezwing, dass zeigten die "Citizens" erst vor kurzen im Halbfinale des FA-Cups, als sie 1:0 gewannen. Für Schalke wäre das aber ein Tor zu wenig - zumindest, um erst einmal das 0:2-Hinspielergebnis zu egalisieren.

Stan ist auf jeden Fall voller gesundem Optimismus. "Wenn alle ganz fest daran glauben, dann zieht Schalke auch ins Endspiel ein. Die Fans hätten es allemal verdient, denn die sind ganz große Klasse."

Aus Manchester berichtet Michael Reis