Zusammenfassung

  • Christoph Kramer ist aus der Fohlenelf kaum wegzudenken

  • Der Weltmeister zeigt im defensiven Mittelfeld, aus welch beinhartem Holz er geschnitzt ist

  • "Wir können auf die zurückliegenden beiden Spiele aufbauen"

Mönchengladbach - Die Maske ist weg. Beim überzeugenden 2:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach in Bremen konnte Christoph Kramer endlich wieder ohne das notwendig gewordene Accessoire auflaufen. Das schwarze Utensil hat ihn in Dortmund und gegen Hannover unterstützt, nachdem der zentrale Mann sich am 19. September gegen Stuttgart das Nasenbein gebrochen hatte. Kramer sprach von einer Beeinträchtigung. Dabei scheint es schwer vorstellbar, dass der willensstarke 26-Jährige sich von äußeren Umständen beeinträchtigen lässt.

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Bereits drei Tage vor der - mehr oder weniger folgenreichen Stuttgart-Partie - gab's für den Solinger auf die Mütze. Ein Tritt, eine Risswunde an der Lippe. Mund abwischen, weitermachen. Im Wortsinn. Der Gebeutelte spielte durch, als Borussia nach zwei Rückständen Kampfgeist bewies und zweimal zurück ins Spiel fand. Knapp 80 Prozent Passquote, mehr als 15 gewonnene Zweikämpfe. Als wäre nichts gewesen.

Unter den besten Passgebern

Christoph Kramer hat ein Auge für seine Mitspieler

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Als wäre nichts gewesen, brachte Kramer dann auch an der Weser mehr als 90 Prozent seiner Zuspiele an. Kein weiterer Mittelfeldspieler, der von Beginn an auf dem Platz stand, übertrumpfte seinen Wert. Fast 85 Prozent seiner Pässe in der gegnerischen Hälfte fanden ihren Weg zum Teamkollegen. Seine herausragenden Werte in dieser Statistik geraten oft in den Hintergrund, weil seine Nehmerqualitäten häufiger Schlagzeilen machen.

Dabei ist der 1,91-Meter-Mann eine Passmaschine, die ihresgleichen sucht. Kein Akteur, der nicht in der Abwehr seinen Stammplatz innehat, liefert so viele Zuspiele wie er. Mit beinahe 500 Pässen befindet sich Kramer in der Bestenliste unter den Führenden, hinter Innenverteidigern, vor Innenverteidigern.

Weiter, immer weiter

Trotz mehrerer Kopfverletzungen ist Christoph Kramer nicht zu bremsen

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In den Geschichtsbüchern bleibt natürlich der 31-Minuten-Einsatz des damals 23-Jährigen im WM-Finale 2014, als er trotz erlittener Gehirnerschütterung erstmal auf dem Platz blieb. Die Nationalmannschaft holte den Titel, Kramer gehörte zu den Besten der Welt. Schon vorher gab's Kopfverletzungen, nachher leider auch, dennoch macht der mittlerweile zwölfmalige Nationalspieler immer weiter.

So auch für die Elf vom Niederrhein, in seinem Fall in dieser Saison bislang stets die erste Elf vom Niederrhein. Willensstark, kampfstark, passstark. Der Rechtsfuß ist nur selten an Treffern beteiligt, dennoch aus der Startformation der Borussen so schwer wegzudenken wie Kapitän und Torjäger Lars Stindl oder Dribbelkünstler und Torjäger Raffael. "Das ist eine schöne Momentaufnahme", sagte Kramer nach dem Erfolg gegen den SV Werder. Der Fokus ist dennoch nach vorne gerichtet, der Abiturient hat mit Gladbach noch eine Menge vor: "Schon das nächste Spiel zu Hause gegen Leverkusen wird wieder sehr schwierig."

Ein besonderes Spiel

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Kramer trifft dann auf seinen Ex-Club. 1999 wechselte er in die Bayer-Jugend, 2015/16 absolvierte er 44 Pflichtspiele für den Rheinlandrivalen der Fohlen - nachdem eine zweijährige Leihe nach Gladbach zu Ende gegangen war. Schon damals hätten die Verantwortlichen ihn gerne gehalten, zur Saison 2016/17 kehrte er schließlich zurück. Gegen die ehemaligen Kollegen soll dann der nächste Dreier her. Gewinnt Borussia, bedeutet das zumindest bis Sonntagabend einen Champions-League-Platz. "Wir können auf die zurückliegenden beiden Spiele aufbauen", äußerte Kramer nach dem 8. Spieltag. Kein Zweifel, dass er das tun wird.

Felix Tschon

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