Sinsheim - Dieses 1:2 in der dritten Minute der Nachspielzeit bei der TSG Hoffenheim versetzte den VfB Stuttgart in einem Schockzustand. Zwar feierte Neuzugang und Hoffungsträger Serey Die im defensiven Mittelfeld ein Kurzdebüt, aber die Niederlage hinterließ nichts als tiefe Enttäuschung beim VfB.  Kapitän Christian Gentner stellte sich nach dem Abpfiff den Journalisten und erklärte, warum die Hoffnung trotz der bitteren Pleite noch da ist.

Frage: Herr Gentner, ein Spiel durch ein so spätes Tor zu verlieren, tut besonders weh, oder?

Christian Gentner: Das ist brutal, weil sich die Niederlage durch den Spielverlauf nicht zwingend abgezeichnet hat. Es war im Auswärtsspiel ein guter Auftritt von uns, finde ich. Dass am Ende so ein kleiner Fehler entscheidet, ist bitter, aber in der Bundesliga werden solche Fehler eben sofort bestraft.

Frage: Für Timo Baumgartl muss es besonders bitter sein, er hat den Fehlpass gespielt, der den Hoffenheimern in letzter Sekunde noch den Siegtreffer ermöglicht hat.

Gentner: Der Timo weiß das natürlich, aber solche Fehler passieren im Laufe einer Karriere. Er ist noch ein junger Spieler und der muss sich solche Fehler auch erlauben dürfen, auch wenn es bitter ist. Ich bin aber sicher, dass er sich davon erholen wird, Timo ist ein cleverer Kopf, wir werden ihm dabei helfen.

"Hoffenheim hatte nicht viele Torchancen"

Frage: Abgesehen von diesem entscheidenden Fehler hat man aber auch gesehen, dass die Mannschaft erneut die eigenen Konterchancen nicht konsequent genutzt hat.

Gentner: Da gebe ich Ihnen Recht, da haben wir unbedingt Verbesserungsbedarf. Wir müssen unsere Konter einfach besser ausspielen. Nichtsdestotrotz muss man auch sagen, dass wir hinten wenig zugelassen haben, die Hoffenheimer hatten nicht viele Torchancen. Es ist bitter, dass so eine Ungenauigkeit so hart bestraft wird. Leider haben wir unser gutes Spiel nicht bis zur allerletzten Minute geschafft, durchzubringen.

Frage: Nur ein Punkt aus vier Spielen in der Rückrunde ist zu wenig, um unten raus zu kommen…

Gentner: …natürlich, jeder Punkt hilft. Der eine Punkt hier hätte uns gutgetan, wir hätten ein bisschen Selbstvertrauen tanken können. Aber so ist das natürlich ein Nackenschlag.

"Treten besser auf als in der Vorrunde auf"

Frage: Was gibt denn Hoffnung?

Gentner: Wir müssen zeigen, dass wir nach diesem Nackenschlag wieder aufstehen können. Wir müssen wahrscheinlich noch einige Male aufstehen in dieser Saison, denn wir können uns nicht mit jedem Gegner messen. Aber was mir Zuversicht gibt, ist, dass wir insgesamt in der Rückrunde besser auftreten als in der Vorrunde.

Frage: Am Freitag geht es nun gegen die wieder erstarken Dortmunder, ausgerechnet jetzt?

Gentner: Was heißt ausgerechnet jetzt? Wir müssen versuchen, gegen jeden Gegner zu punkten, da ist es egal, wie die Form der anderen Mannschaft gerade ist. Wir dürfen den Glauben nicht verlieren. Aber es ist natürlich schade, dass uns der Tag in Hoffenheim nun für das Spiel gegen Dortmund nicht helfen kann.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter