Nachdem für Mohamend Amine Chermiti ein Tag zwischen Hoffen und Bangen glücklich zu Ende gegangen war, strahlte der neue Hoffnungsträger von Hertha BSC Berlin über das ganze Gesicht.

Erst knapp sechs Stunden vor dem letztlich schmeichelhaften 3:1 (1:1)-Sieg in der ersten DFB-Pokalhauptrunde beim Regionalligisten Eintracht Trier hatte der 20 Jahre alte tunesische Nationalstürmer am Freitagmittag und nach einem wochenlangem Transfergerangel seine Freigabe vom heimischen Verband erhalten.

Favre lobt Chermiti

"Dieser Wechsel ist wie eine Befreiung für mich. Ich möchte jetzt auch schnellstmöglich die deutsche Sprache lernen, um mich schnell zu integrieren", sagte Chermiti, der in der 83. Minute für Torjäger Marko Pantelic eingewechselt worden war.

Ein Treffer blieb ihm bei seinem Debüt im Hertha-Trikot zwar versagt. Doch Trainer Lucien Favre machte keinen Hehl daraus, dass Tunesiens Fußballer des Jahres schon bald als fester Sturmpartner von Pantelic auflaufen könnte.

"Alles ist möglich. Chermiti hat eine große Zukunft vor sich", schwärmte Favre vom Torschützenkönig der afrikanischen Champions League, der bei seinem Kurzeinsatz im Moselstadion von Trier bereits seine technischen Fähigkeiten aufblitzen ließ.

Gegen Ljubljana in der Startelf?

Gut möglich, dass der vom tunesischen Erstligisten Etoile Sportive du Sahel gekommene Chermiti bereits im Zweitrunden-Hinspiel der UEFA-Cup-Qualifikation am Donnerstag bei NK Ljubljana in der Startelf der Berliner stehen wird.

In Slowenien und drei Tage später beim Bundesliga-Start bei Eintracht Frankfurt (17. August) erwartet Favre von seiner Mannschaft dann auch eine ordentliche Steigerung gegenüber dem blassen Pokalauftritt, "denn Ljubljana ist ein anderes Kaliber als Trier."

"Typischer Pokalfight"

Auch Manager Dieter Hoeneß mahnte nach dem hart erkämpften Einzug in die zweite Pokal-Runde, den letztlich Pantelic (8.), Fabian Lustenberger (60.) sowie Patrick Ebert (81.) sicherstellten, zur Konzentration. "Auf jeden Fall werden wir nach dem Sieg in Trier nicht in Jubelstürme ausbrechen", meinte Hoeneß.

Dazu gäbe es auch keinen Grund, denn über weite Strecken offenbarte der Bundesliga-Zehnte der Vorsaison gegen die viertklassigen Gastgeber Schwächen in der Abwehr.

"Aber was zählt, ist das Weiterkommen. Außerdem haben wir uns in der zweiten Halbzeit gesteigert", relativierte Lustenberger die Kritik nach einem "typischen Pokalfight".

Trier hadert mit der Chancenverwertung

Dass Eintracht Trier die Überraschung verpasste, lag vor allen Dingen an der schwachen Chancenverwertung des Ex-Zweitligisten. "Wir waren mindestens gleichwertig. Es lag etwas in der Luft", fasste Triers Kapitän Thorsten Wittek den Spielverlauf zusammen. Der gebürtige Berliner höchstpersönlich hatte den Ausgleich durch Kevin Lacroix (26.) vorbereitet.

"Aber dann haben die Berliner ihre Tore aus dem Nichts gemacht. Und wir eben nicht", haderte Eintracht-Trainer Werner Weiß.