Leverkusen - Durch den Sieg gegen Chelsea London hat Bayer Leverkusen in der Champions-League-Gruppenphase für eine Überraschung gesorgt, gegen Barcelona folgte im Achtelfinale allerdings das Aus für die "Werkself". Am kommenden Samstag trifft nun der FC Bayern München im Finale der "Königsklasse" auf die "Blues".

Im Interview mit bundesliga.de gibt Simon Rolfes seine Einschätzung zu den Londonern ab und räumt den Bayern gute Chancen ein, als Sieger vom Platz zu gehen. Über eine Geste von Ex-Trainer Jupp Heynckes freut sich der Bayer-Kapitän besonders.

bundesliga.de: Fußballdeutschland fiebert dem Champions-League-Finale am 19. Mai zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea entgegen. Mit Leverkusen haben Sie die "Blues" in der Gruppenphase 2:1 geschlagen. Wie knackt man diese Mannschaft?

Simon Rolfes: Die Voraussetzungen für die Bayern sind andere als bei uns damals. Als wir gegen sie gespielt haben, hat Chelsea eine schwierige Phase durchgemacht. Inzwischen haben sie sich stabilisiert, Barcelona wirft man nicht mal eben im Vorbeigehen raus. Chelsea tut sich beim Spielaufbau schwer, da sind sie nicht brillant und machen Fehler. Dann sind sie anfällig für Konter, das war auch gegen uns so. Dass sie sehr gut verteidigen, hat man gegen Barca gesehen. Chelsea wird gegen die Bayern wahrscheinlich eine ähnlich defensive Taktik wählen.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die beiden Finalisten von der Qualität her ein?

Rolfes: Die Bayern schätze ich besser ein. Aber die Qualität von Barcelona war auch höher als die von Chelsea - in Finalspielen kann alles passieren.

bundesliga.de: Auf welche Londoner Spieler müssen die Münchner besonders aufpassen?

Rolfes: Ganz klar auf Drogba. Am Sechzehner ist er besonders gefährlich, im Mittelfeld weniger. Mit dem Rücken zum Tor bewegt er sich sehr gut. Gegen uns hat er auch so ein Tor gemacht.

bundesliga.de: Werden Sie den Münchnern vorher Tipps geben, wie man Drogba & Co. aus dem Spiel nimmt?

Rolfes: Tipps brauchen die nicht. Ich kenne die beiden Trainer Jupp Heynckes und Peter Hermann gut. Sie sind erfahren genug und werden die Mannschaft gut vorbereiten.

bundesliga.de: Aufgrund von Sperren müssen beide Teams im Finale gleich auf mehrere Spieler (Alaba, Badstuber, Gustavo / Terry, Meireles, Ramires, Ivanovic) verzichten. Wer bekommt die größeren Probleme, diese Ausfälle zu kompensieren?

Rolfes: Chelsea wird dadurch größere Schwierigkeiten bekommen, die Bayern sind auch in der Breite gut besetzt. Dass Terry hinten fehlt, wird Chelsea Probleme bereiten.

bundesliga.de: Ihr Ex-Trainer Jupp Heynckes hat das Team von Bayer Leverkusen zum Finale eingeladen. Werden Sie der Einladung folgen?

Rolfes: Jupp Heynckes hat die gesamte Mannschaft eingeladen, alle die mit ihm zusammengearbeitet haben inklusive Betreuern und seinen alten Trainerkollegen. Es zeigt seinen Charakter, dass er sich an sein Versprechen erinnert hat. Und es sagt viel über das Verhältnis aus, das Jupp Heynckes zur Mannschaft hatte. Alle freuen sich riesig darüber.

Das Gespräch führte Andreas Messmer