Die Augen Fußball-Europas sind am Freitag auf Nyon gerichtet. In München und Stuttgart fiebern Club-Verantwortliche, Spieler und Fans der Auslosung der Champions-League-Achtelfinals entgegen (ab 12 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de).

Mit dem VfB und dem FC Bayern sind zwei Bundesliga-Clubs in den Lostöpfen vertreten. Klaus Augenthaler analysiert bei bundesliga.de die Ausgangslage. Als Aktiver stand er 1982 und 1987 mit dem FC Bayern im Finale des Europapokals der Landesmeister.

bundesliga.de: Herr Augenthaler, die Bundesliga ist bei der Auslosung der Achtelfinalspiele in der Champions League mit zwei Teams vertreten. Hätten Sie damit gerechnet?

Klaus Augenthaler: Vor dem ersten Spieltag dachten alle, der FC Bayern sei der Favorit in dieser Gruppe. Stuttgart hat eine relativ einfache Gruppe erwischt, aber wenn man mit diesen Problemen im Ligaalltag zu kämpfen hat, ist es schwierig, sich permanent umzustellen, zu switchen zwischen Champions League und Bundesliga.

bundesliga.de: Für Wolfsburg hat es knapp nicht gereicht. Was sagen Sie zum Ausscheiden des Meisters?

Augenthaler: Wolfsburg hat gut angefangen. Schwer zu sagen, warum es dann nicht geklappt hat. Man kann nicht davon ausgehen, dass man gegen Manchester United zuhause gewinnt, auch wenn die Engländer schon durch waren. Es ist aber erfreulich, dass sich keines der drei Teams in seiner Gruppe hat abschlachten lassen.

bundesliga.de: Der VfB und Bayern sind nicht gesetzt bei der Auslosung aufgrund ihrer zweiten Plätze. Was halten Sie von diesem Modus?

Augenthaler: Es ist schön, dass es diese Reglung mit den gesetzten Mannschaften gibt. Zu meiner Zeit war es so, dass man nie gesetzt war. Mit Pech musste man schon in der ersten Runde gegen die Glasgow Rangers ran. Die Zugpferde der Champions League bleiben so lange dabei. Es ist jetzt interessant, egal wen Bayern erwischt.

bundesliga.de: Welche Gegner würden den Bayern im Achtelfinale besonders liegen?

Augenthaler: Ich hoffe nicht, dass sie einen Hochkaräter bekommen, aber auch da wären sie nicht chancenlos. Ich schaue sehr viel englischen Fußball. Chelsea und Manchester United spielen auch nicht immer überragend. Die Tagesform in Hin- und Rückspiel wird entscheidend sein.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass der FC Bayern schon so weit ist, dass der ganz große Wurf in der Champions League gelingen kann?

Augenthaler: So weit will ich gar nicht gehen. Man muss abwarten, was jetzt kommt und sich darauf vorbereiten. Die Chance auf die nächste Runde ist da.

Das Gespräch führte Fatih Demireli