Mit einer starken Leistung brachte der VfB Stuttgart den Titelverteidiger in der Champions League ins Wanken, am Ende mussten sich die Schwaben mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen den FC Barcelona zufrieden geben.

Die Führung durch Cacau (25. Minute) glich Barca-Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic sieben Minuten nach Wiederanpfiff aus. Vor allem in der ersten Halbzeit begeisterten die Gastgeber das Publikum mit engagierter Zweikampfführung, herausragender Laufarbeit und gut herausgespielten Tormöglichkeiten.

Im Interview mit bundesliga.de spricht VfB-Verteidiger Serdar Tasci über die Partie gegen die Katalanen, die Taktikvorgaben von Trainer Christian Gross, die Chancen auf ein Weiterkommen und bevorstehende Telefongespräche mit Bundestrainer Joachim Löw.

bundesliga.de: Herr Tasci, was hat Ihnen Trainer Christian Gross vor dem Anpfiff mit auf den Weg gegeben?

Serdar Tasci: Er hat uns heiß gemacht. Er hat uns gesagt, dass wir mutig auftreten sollen und eine Chance haben, wenn wir so spielen wie in den letzten Wochen. Das ist uns ganz ordentlich gelungen.

bundesliga.de: Wie lautete die Zielsetzung vor dem Spiel? Hätten Sie unterschrieben, wenn man Ihnen vorher ein Remis angeboten hätte?

Tasci: Nein, wir wollten vor eigenem Publikum ein positives Ergebnis erzielen. Die Vorgabe war ein Sieg, möglichst ohne Gegentor.

bundesliga.de: Der VfB hat sehr aggressiv begonnen. Haben Sie damit den großen Favoriten ein wenig überrascht?

Tasci: Ja, in der ersten Halbzeit schon. Wir sind jetzt wieder sehr heimstark, das Publikum steht voll hinter uns und gegen Barca zu spielen, ist immer ein Erlebnis. Daher haben wir vom Anstoß weg Gas gegeben. Und eigentlich hat alles geklappt, was wir uns vorgenommen hatten.

bundesliga.de: Bis auf die Chancenverwertung…

Tasci: Ja, stimmt. Schade, dass uns kein weiteres Tor gelungen ist. Die Möglichkeiten dazu waren da.

bundesliga.de: Mit welchen Worten hat Sie der Trainer in der Pause auf die zweite Hälfte vorbereitet?

Tasci: Er hat uns gesagt, wir sollen so weiterspielen wie im ersten Durchgang. Aber es ist natürlich schwer, das gegen Barca über 90 Minuten durchzuhalten. Man hat in der zweiten Halbzeit gesehen, dass sie unglaublich ballsichere Spieler haben. Wenn die den Ball am Fuß haben, ist einfach sehr schwer, die Ballzirkulation zu unterbrechen.

bundesliga.de: Hat Sie der relativ frühe Ausgleich geschockt? Danach lief einige Minuten nicht mehr viel zusammen…

Tasci: Wir waren selbstbewusst, lagen 1:0 in Führung und hatten das Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen können. Die Entstehung des 1:1 war unglücklich aber wir hatten auch nach dem Ausgleich noch die eine oder andere gute Torchance.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie jetzt die Chancen für das Rückspiel im Camp Nou?

Tasci: Es ist noch alles offen. Nicht viele hätten damit gerechnet, dass wir nach dem Hinspiel noch eine Aussicht auf das Weiterkommen haben. Barca muss im Rückspiel Gas geben. Wir sind zwar klarer Außenseiter, aber wir haben trotzdem eine Chance. Wer weiß, was passiert, wenn wir ein Tor machen. Dann ist alles möglich. Ich bin optimistisch.

bundesliga.de: Am Wochenende heißt der nächste Gegner Eintracht Frankfurt. Mit einem Sieg könnten Sie im Rennen um die internationalen Startplätze Boden gut machen.

Tasci: Über die internationalen Plätze will ich gar nicht sprechen. Frankfurt steht in der Tabelle vor uns, wir spielen zuhause und wollen natürlich die drei Punkte hier behalten.

bundesliga.de: Bundestrainer Joachim Löw will in dieser Woche sein Aufgebot für das Testländerspiel gegen Argentinien benennen. Haben Sie schon einen Anruf bekommen?

Tasci: Nein, noch nicht.Aber ich denke schon, dass ich dabei bin.


Das Gespräch führte Denis Huber