Zusammenfassung

- So lief James Rodriguez' erster Tag bei den Bayern

- Spieler und Trainer erinnern sich an gemeinsame Zeiten in Madrid

- Großes Kennenlernen und erste Trainingseinheit an der Säbener Straße

München - Im schicken grauen Anzug mit Weste und breiter Krawatte stellte sich James Rodríguez am Mittwoch beim FC Bayern München vor. Eine noch bessere Figur gab der neue Star des Rekordmeisters später in seiner neuen Arbeitskleidung ab. Im rot-weißen Trikot mit der Nummer 11 und seinem Vornamen auf dem Rücken führte der Kolumbianer ein paar Kabinettstückchen auf dem Rasen der Allianz Arena vor. Die Vorfreude auf seine neue Aufgabe in München ist riesig, vor allem weil er wieder mit seinem Förderer Carlo Ancelotti vereint ist.

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Der Trainer des FC Bayern sprach daher von einem "speziellen Moment", als er um kurz nach halb vier im Presseraum der Allianz Arena neben James David Rodríguez Rubio auf dem Podium Platz nahm. "Ich bin wirklich froh, dass James heute hier ist", sagte Ancelotti. "Wir haben zusammen fantastische Erfahrungen gesammelt."

Der 58-Jährige erinnerte damit an die erfolgreiche gemeinsame Zeit bei Real Madrid. 2014 wechselte der kolumbianische Nationalspieler als frischgebackener Torschützenkönig der Weltmeisterschaft zu den Königlichen. Und startete dort unter dem damaligen Real-Trainer Ancelotti gleich durch. In 46 Pflichtspielen erzielte James 17 Tore und bereitete 18 weitere vor - obwohl ihn ein Mittelfußbruch in der Rückrunde wochenlang außer Gefecht gesetzt hatte.

"Er hat damals sehr gut gearbeitet", rekapitulierte Ancelotti. "Er hat leider in den letzten Jahren nicht so kontinuierlich gespielt, aber das kann ihm noch mehr Motivation geben, öfter zu spielen, sodass er noch mehr Lust und Wille hat, um Bayern zu helfen, Titel zu gewinnen." Beim Thema Trophäen bekam James selbst jedenfalls glänzende Augen. "Ich bin ein Siegertyp", unterstrich der Offensivstar, der mit Madrid in den vergangenen zwei Jahren zwei Mal in Folge die Champions League gewann.

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Dass er unter Zinedine Zidane allerdings auf weniger Einsatzzeiten als unter Ancelotti kam, habe ihn dennoch reifen lassen. "Ich habe bei Real Madrid mit jedem Tag an Erfahrung gewonnen", sagte James. Mit dem Schritt zu den Bayern will er nun einen neuen Weg einschlagen. Zugleich geht für ihn damit ein Traum in Erfüllung. "Ich habe schon als Kind die Bayern-Spiele verfolgt", verriet er an seinem 26. Geburtstag. "Ich kann hier viel erreichen und ich will Titel gewinnen."

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Den nötigen Ehrgeiz bringt er mit. Und den will er auch im täglichen Kampf um einen Stammplatz im Team des Rekordmeisters unter Beweis stellen. "Ich werde mich ins Zeug legen", kündigte James an. "Alle wissen, dass es hier tolle Spieler gibt und du musst dich um deinen Platz bemühen." Wo genau der zunächst für zwei Jahre von Real Madrid ausgeliehene Offensivspieler agieren soll, wollte Ancelotti noch nicht festlegen.

"Bei Real hat er im Mittelfeld gespielt", sagte der Bayern-Coach. "Er kann auf jeder Position spielen." James selbst sieht sich sowohl auf den Außenpositionen gut aufgehoben, als auch als Spielgestalter auf der Zehn. Durch seine Verpflichtung und die von Mittelfeldspieler Corentin Tolisso haben sich die Bayern noch breiter aufgestellt und können so noch variabler agieren. Zugleich wird der Kampf um die begehrten Plätze in der Anfangself noch intensiver.  "Natürlich gibt es dadurch Wettkampf, das ist ganz normal in einem großen Team und der Treibstoff der Mannschaft", sagte Ancelotti.

Video: Die neue Heimat von James Rodríguez

Eröffnet wurde der Konkurrenzkampf bereits am Nachmittag unmittelbar nach James‘ Vorstellung. In der ersten Trainingseinheit mit seinen neuen Teamkollegen stand an der Säbener Straße das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. "Er ist ein zurückhaltender Mensch", räumte Ancelotti ein und betonte aber: "Seine Qualität wird sehr schnell zu sehen sein und sie wird uns verbessern. Er wird in unserem Team seine Position finden."

Aus München berichtet Maximilian Lotz.