Zusammenfassung

  • Daniel Caligiuri hat erst nach dem Spiel realisiert, dass Schalke Zweiter ist

  • Der Mittelfeldspieler freut sich riesig über die Momentaufnahme

  • Ab Montag gilt der Fokus dem Revierderby gegen Borussia Dortmund

Gelsenkirchen - Nach dem 2:0-Sieg über den Hamburger SV und Platz zwei in der Tabelle freut sich ganz Schalke jetzt auf das Duell gegen den BVB. Kein Wunder, dass auch bei Daniel Caligiuri die Gedanken nach dem Abpfiff schon um das Revierderby kreisten.

Zugleich sparte der Offensivspieler des FC Schalke 04, der den zweiten Treffer mit einem schönen Solo durch die Hintermannschaft der Gäste vorbereitet hatte, im Interview aber auch nicht mit Lob für den leidenschaftlichen Auftritt gegen den HSV und für die gute Entwicklung der Mannschaft in den letzten Wochen.

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Frage: Daniel Caligiuri, mit Ihrem Dribbling haben Sie Schalke den Weg zum entscheidenden 2:0 geebnet. Wie haben Sie selbst die Situation erlebt?

Daniel Caligiuri: Ich hatte mir vorgenommen, noch ein bisschen torgefährlicher zu werden. Die Lücke habe ich natürlich gesehen und habe dann versucht, das gut auszunutzen. Wenn du als Spieler mit viel Tempo kommst, ist es enorm schwer, das zu verteidigen. (lacht) Und ein langsamer Spieler bin ich auch nicht gerade. Ich habe es in dieser Szene einfach versucht – gut, dass am Ende ein Tor dabei herausgekommen ist. Mit dem Treffer haben wir wieder Ruhe ins Spiel bekommen.

Frage: War Ihnen im Moment des zweiten Tores schon klar, dass sich der FC Schalke 04 damit auf Platz zwei in der Tabelle vorgeschoben hat?

Caligiuri: Nein, das habe ich auch erst nach der Partie so realisiert. Bis der Schiri abpfeift, liegt der Fokus klar auf dem Spiel. Und dann freust du dich erstmal über die drei Punkte, die du gerade geholt hast. Jetzt können wir uns einen Tag über den Sieg und den zweiten Platz freuen – dann geht die Fokussierung voll auf den BVB.

Frage: War das Derby bislang schon im Hinterkopf?

Caligiuri: Daran habe ich bislang mit gar keinem Gedanken gedacht. Wenn ich auf dem Platz stehe, konzentriere ich mich auf das Spiel und meine Aufgaben. Und wie gesagt: Wir haben uns erstmal riesig über diesen Sieg gefreut und über den Kampf und die Leidenschaft, die wir bewiesen haben. Jetzt freuen wir uns, dann wird analysiert und ab dann zählt nur noch Dortmund.

"Man sieht, dass wir immer als Mannschaft agieren auf dem Platz."

Frage: Es ist zwar nur eine Momentaufnahme – aber wie fühlt sich denn der zweite Tabellenplatz an? 

Caligiuri: Wir freuen uns natürlich riesig! Man sieht, dass wir immer als Mannschaft agieren auf dem Platz. Die Entwicklung wird immer besser, auch wenn wir noch nicht bei 100 Prozent angekommen sind. Wir haben noch harte Wochen vor uns. Wir versuchen natürlich, auch weiterhin aus unseren Fehlern zu lernen und noch besser zu werden.

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Frage: Ist spielerisch noch Luft nach oben?

Caligiuri: Auf jeden Fall! Aber wir wussten vorher, dass es gegen den HSV ein harter Kampf wird. Sie versuchen über den Kampf ins Spiel zu kommen und wollten dann über Konter nach vorne kommen. Wir haben diesen Kampf angenommen. Das musst du auch erstmal zeigen auf dem Platz, dass du auch kämpfen kannst und nicht nur schön spielen. Wir hatten sicher Partien, in denen wir spielerisch schon besser waren. Aber erst einmal muss immer die Mentalität stimmen.

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Frage: Mit Leon Goretzka und Nabil Bentaleb musste Schalke gegen den HSV zwei namhafte Ausfälle verkraften. Wie selbstbewusst macht es, wenn man das Spiel trotzdem souverän gewinnt?

Caligiuri: Es ist sehr bitter, dass zwei so starke Spieler ausfallen. Aber an dieser Stelle sieht man auch, dass wir einen sehr guten, engen Kader haben. Jeder Spieler ist in der Lage, einzuspringen und aufzulaufen. Weston McKennie und Max Meyer haben es gegen den HSV im Zentrum souverän gelöst. Das freut uns natürlich!

Frage: Waren Sie eigentlich überrascht, dass sich Franco Di Santo beim Elfmeter für Schalke gleich den Ball geschnappt hat? Oder war das so abgesprochen?

Caligiuri: Nein, abgesprochen war das so nicht. Ich hätte den Elfer auch gerne geschossen. Aber Franco war sich sicher und hat gesagt, er haut das Ding rein. Ich habe ihm gesagt, dann soll er’s machen. Und am Ende war es gut so.

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Frage: War der kämpferische Einsatz in diesem Spiel auch schon ein kleiner Gradmesser für das Derby gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag?

Caligiuri: Wir wissen alle, welche große Bedeutung dieses Spiel für unsere Fans hat. Es wird bestimmt ein harter Kampf. Wir werden den annehmen und versuchen, uns gut darauf vorzubereiten, damit wir dort Paroli bieten können. Dann werden wir sehen, was in Dortmund passiert.

"Wir bekommen natürlich auch mit, dass der BVB aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt geholt hat."

Frage: Ist die sportliche Krise bei der Borussia auch bei Ihnen im Mannschaftskreis ein Thema?

Caligiuri: Wir bekommen natürlich auch mit, dass der BVB aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt geholt hat. Das ist für Dortmunder Verhältnisse sicher wenig. Aber irgendwie war jeder mal in einer solchen Lage. Wir tun gut daran, uns nur auf uns zu konzentrieren, um dort ein gutes Spiel abzuliefern.

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Frage: Über den FC Bayern München haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen. Dabei ist Schalke tabellarisch jetzt der Bayern-Jäger Nummer eins.

Caligiuri: (lacht) Die Bayern lassen wir mal lieber weg. Wie gesagt, besser von Spiel zu Spiel konzentrieren. Und dann die Punkte einfahren.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte