München - Fünf Bundesligisten, darunter der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund, absolvierten am Samstag Testspiele. Mit Erfolg? bundesliga.de fasst die Partien zusammen.

Borussia Dortmund - Polonia Warschau 1:2

Borussia Dortmund hat die erste Niederlage in der Vorbereitung auf die neue Saison hinnehmen müssen. Eine Woche vor dem Supercup-Spiel gegen Schalke 04 unterlag der Deutsche Meister dem polnischen Erstligisten Polonia Warschau mit 1:2 (0:0). Dem BVB waren insbesondere in der zweiten Halbzeit die Strapazen während des einwöchigen Trainingslagers in Bad Ragaz anzumerken. Die ersten 45 Minuten endeten torlos.

In der 50. Minute ging der BVB in Führung: Kevin Großkreutz, der in Halbzeit zwei die Kapitänsbinde trug, setzte sich über rechts durch, passte scharf nach innen, und Mohamed Zidan erzielte sein drittes Tor in der Testspielserie. Ähnlich wie in den ersten 45 Minuten wurde der Vorjahressiebte aus Polen nach etwa einer Viertelstunde stärker. Johannes Focher klärte zunächst eine Eins-gegen-eins-Situation und bewahrte seine Mannschaft zunächst vor dem Ausgleich (58.), der aber vier Minuten später fiel, als Baszczynski eine Hereingabe von rechts verwertete. Großkreutz bot sich kurz darauf die Riesenchance, den BVB erneut in Führung zu schießen, nachdem er von Damien Le Tallec frei gespielt worden war. Stattdessen aber verwandelte Cani in der 72. Minute eine Freistoßflanke zum 1:2. Man spürte jetzt deutlich die schwere Trainingseinheit der letzten Tage, sodass es nur noch zu einer weiteren Torchance durch Santana in der 86. Minute kam.

BVB 1. Halbzeit: Langerak - Hornschuh, Subotic, Hummels, Kringe - Gündogan, Kehl - Le Tallec, Zidan, Perisic - Lewandowski

BVB 2. Halbzeit: Focher - Piszczek, Hübner, Santana, Löwe - Gündogan, Leitner - Le Tallec, Kagawa, Großkreutz - Zidan

Tore: 1:0 Zidan (50.), 1:1 Baszczynski (62.), 1:2 Cani (72.)


1. FC Nürnberg - Ajax Amsterdam 2:0

Im Rahmen der Saisoneröffnung hatte der 1. FC Nürnberg keinen geringeren als den amtierenden niederländischen Meister Ajax Amsterdam ins easyCredit-Stadion eingeladen. Dank zweier sehenswerter Treffer der Youngster Robert Mak und Markus Mendler gewann der Club den ersten ernsten Test der Saisonvorbereitung souverän mit 2:0 (0:0). Das Freundschaftsspiel sollte wie in jedem Jahr die Krönung eines Familienfestes werden und die 15.531 Fans, die sich an diesem Samstagnachmittag im Nürnberger Achteck eingefunden hatten, wurden mit schönen Spielzügen, Kombinationen und einer kompakten Defensivleistung belohnt. Schon in der ersten Hälfte zeigte sich die Startelf von Trainer Dieter Hecking den Niederländern offensiv überlegen. Es blieb allerdings beim 0:0.

Ohne Wechsel zeigte sich die "Club"-Elf bei sommerlichen Temperaturen dennoch top-fit und drängte auf den ersten Treffer der Saison im eigenen Wohnzimmer. Diese Ehre war in der 61. Minute Robert Mak vergönnt, der nach kurzer Ecke Didavis für das hochverdiente 1:0 sorgte. Mit einem schönen Schlenzer in bester Christian-Eigler-Manier von der linken Seite überwand er den Ajax-Schlussmann (61.). In der 82. Minute klingelte es zum zweiten Mal: Mendler zog nach Zuspiel Pekharts ungehindert von der rechten Seite nach innen und schoss die Kugel flach unhaltbar ins lange Eck (82.). Auch Julian Wießmeier durfte sich den Fans noch präsentieren (84., für Simons), allerdings blieb es bis zum Schlusspfiff beim verdienten 2:0.

1. FCN: Schäfer - Chandler (74. Judt), Nilsson (74. Maroh), Wollscheid (61. Klose), Pinola (74. Plattenhardt) - Simons (84. Wießmeier) - Mak (61. Mendler), Feulner (61. Cohen), Didavi (61. Hegeler), Esswein (74. Bunjaku) - Eigler (74. Pekhart)

Tore: 1:0 Mak (61.), 2:0 Mendler (82.)


VfB Stuttgart - PFC Ludogorez 0:0

Das erste Testspiel im Rahmen des Trainingslagers in Österreich endete gegen PFC Lugorez mit einem 0:0-Unentschieden. Bevor es auf dem Fußballplatz des SV Raika Längenfeld losgehen konnte, hielten die Spieler und die rund 300 Zuschauer eine Schweigeminute ab für die am Freitag verstorbene Ehefrau von Ralph Schader, der in diesem Jahr während des Trainingslagers mit dem VfB zusammen arbeitet.

Anschließend sahen die überwiegend mit dem VfB fiebernden Fans eine höhepunktarme erste Halbzeit. Die beste Chance vergab Tamas Hajnal schon in der 1. Minute, als er plötzlich frei vor dem bulgarischen Schlussmann auftauchte, jedoch zu lange zögerte und schließlich übers Tor schoss. In der 10. Minute zeigten die Akteure von Lugodorez, warum sie souverän in die erste bulgarische Liga aufgestiegen sind. Nach einem schönen Spielzug hatte der ehemalige Aachener Todor Kolev die Führung auf dem Fuß, zielte aber am Kasten von Sven Ulreich vorbei. Ähnlich zielsicher präsentierte sich kurz darauf Pavel Pogrebnyak, als er eine Hereingabe von Christian Träsch übers Tor setzte. Danach war wieder Lugodorez an der Reihe. Mihar Alexsandrov kam aus kurzer Distanz zum Abschluss und zwang Sven Ulreich zu einer Glanzparade. In der Folgezeit verflachte die Partie zusehends, sodass es bis zum Halbzeitpfiff kaum noch nennenswerte Szenen gab. Mit dem 0:0 gingen die Teams dann auch in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel probierte Bruno Labbadia ein anderes Spielsystem und ließ mit nur noch einem zentralen defensiven Mittelfeldspieler agieren. Zu seinem Debüt im Trikot mit dem roten Brustring kam nach dem Seitenwechsel Neuzugang Maza Rodriguez, der für Georg Niedermeier eingewechselt wurde. Das Spiel blieb indes weiterhin ohne große spielerische Momente. "In der ersten Halbzeit hatten wir zwei große Torchancen, sind damit aber fast schon fahrlässig umgegangen. Das ist gegen einen solchen Gegner natürlich gefährlich. Wir waren insgesamt nicht zwingend genug. Der letzte Pass kam oft nicht an und unsere Abschlüsse waren nicht gut. Die zweite Hälfte war etwas zerfahren, dabei hatte ich gehofft, dass der Bruch durch die vielen Wechsel auf einen Schlag nicht zu groß wird im Spiel. Ein großes Problem bei uns ist noch, dass die Spieler noch große Unterschiede haben, was ihren Leistungsstand anbelangt. Wir haben noch viel Arbeit vor uns", zog Labbadia Bilanz.

VfB: Ulreich - Träsch (59. Celozzi), Niedermeier (59. Maza), Tasci (59. Bauer), Boka - Harnik (59. Hemlein), Kuzmanovic (46. Cacau), Hajnal (59. Gentner), Kvist (59. Bah), Traore (59. Molinaro) - Pogrebnyak


Borussia Mönchengladbach - FC Porto 0:0

In einem Testspiel im Oberhausener Niederrheinstadion trennten sich Borussia Mönchengladbach und der FC Porto 0:0. Es war ein echter Härtetest, den die Borussia vor sich hatte: Der FC Porto, in dieser Saison nicht nur portugiesischer Meister und Pokalsieger, sondern auch Europa League-Gewinner, bezieht derzeit in Westfalen sein Trainingsquartier und forderte die Elf vom Niederrhein zum Test. Während die Portugiesen unter anderem mit den Superstars Joao Moutinho und Hulk aufliefen, schickte VfL-Coach Lucien Favre eine Elf auf den Platz, die durchaus auch im DFB-Pokalspiel in zwei Wochen in Regensburg auflaufen könnte.

Es entwickelte sich vom Anpfiff weg eine interessante Partie, Porto zeigte seine fußballerische Klasse im kombinationsreichen Spiel in die Spitze, Borussia war in der Anfangsphase vor allem damit beschäftigt, dagegen zu halten. Nach ersten zaghaften Annäherungsversuchen von Joao Moutinho (10.) und Ruben (15.) hatte der sehr gute Hulk in der 16. Minute die erste große Chance des Spiels. Nachdem er sich durch die Hintermannschaft des VfL getankt hatte, stand nur noch Marc-André ter Stegen vor dem Torjäger. Hulk probierte, den VfL-Keeper zu überlupfen - doch ter Stegen streckte sich und schnappte sich den Ball. Spektakulär wurde es in der 23. Minute, als Hulk sich ein Herz fasste und zum Fallrückzieher ansetzte. Der Ball ging aber einen halben Meter übers Tor. Nur zwei Minuten später war das Spiel für den heißblütigen Angreifer bereits zu Ende: Wegen Meckerns sah er von Schiedsrichter Kinhöfer erst Gelb, nach einer weiteren Unsportlichkeit Gelb-Rot. Bis zu diesem Zeitpunkt war Porto das offensiv aktivere Team, auch die wenn "Fohlen" mit einem abgeblockten Schuss von Marco Reus (18.) ebenfalls einen Akzent setzen konnte.

Die Partie verflachte bis zur Halbzeitpause etwas, doch danach legten die Gäste brandgefährlich los: Erst lenkt ter Stegen einen Schuss von Varela zur Ecke (48.), dann köpft Kleber nach der Standardsituation knapp vorbei (48.) und schließlich rettet der gute ter Stegen im Eins-gegen-Eins-Duell gegen Kleber (64.). Roman Neustädter hatte auf der Gegenseite eine gute Gelegenheit, sein Kopfball strich aber knapp am Tor vorbei (50.). Durch den permanenten Regenfall wurde der Platz rutschiger, es mehrten sich Missverständnisse und Fehler, jedoch gab es immer wieder auch gute Aktionen. Wie in der 61. Minute, als Neustädter auf Hanke durchsteckte, der Schuss ging aber knapp daneben. Es blieb aber bis zum Schlusspfiff so: Trotz zahlreicher Chancen wollte in diesem Test einfach kein Treffer fallen.

Borussia: ter Stegen - Jantschke, Stranzl (70. Brouwers), Dante, Daems (70. Wendt) - Nordtveit (70. Korb), Neustädter (80. Marx) - Reus, Rupp - de Camargo (80. Herrmann), Hanke (70. Bobadilla).


1. FC Kaiserslautern beim Saar-Pfalz-Cup

Die Profis des 1. FC Kaiserslautern haben das Blitzturnier in Homburg gewonnen und damit die Saisonvorbereitung erfolgreich fortgesetzt. Beim 1. Allgäuer Latschenkiefer Saar-Pfalz-Cup, ausgerichtet vom FCK-Hauptsponsor Dr. Theiss Naturwaren und dem FC 08 Homburg, besiegten die "Roten Teufel" sowohl Borussia Neunkirchen (5:0) als auch den Gastgeber (2:0). Beide Partien dauerten jeweils 45 Minuten.

FCK - Borussia Neunkirchen 5:0

FCK: Trapp - Jessen, Amedick, Rodnei, Dick - Ilicevic, Tiffert, De Wit ,Walch - Sahan, Kouemaha

Tore: 1:0 Kouemaha (7.), 2:0 Dick (13.), 3:0 Tiffert (29.), 4:0 Ilicevic (33.), 5:0 Kouemaha (36.)

FCK - FC Homburg 2:0

FCK: Sippel - Schulz, Abel, Lucas, Orban - Sukuta-Pasu, Zellner, Kirch, Petsos - Shechter, Micanski

Tore: 1:0 Shechter (10.), 2:0 Kirch (17.)