Zusammenfassung

  • Stöger und Dortmund bekommen es mit dem FC zu tun.

  • Der Coach stand vor erst 62 Tagen noch an der Seitenlinie der Kölner.

  • Die Partie unter Flutlicht bietet beste Bedingungen für eine emotionale Partie.

Köln – Für viele Fans des 1. FC Köln ist der Anblick von Peter Stöger in Schwarz-Gelb äußerst ungewohnt. Schließlich hatte der Österreicher viereinhalb Jahre in Rot-Weiß an der Seitenlinie des FC gestanden. Eine Woche nach seiner Freistellung am 3. Dezember übernahm er das Ruder bei Borussia Dortmund. Wenn Köln den BVB zum Auftakt des 21. Spieltags empfängt, kehrt Stöger zurück ins RheinEnergieSTADION.

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"Es wird kein Spiel wie jedes andere für mich. Dafür war ich zu lange in Köln und fühle mich dort zu wohl", sagte Stöger auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit den Geißböcken. Ähnlich sehen es wahrscheinlich die FC-Anhänger, der 51-Jährige wird in der Domstadt gewiss herzlich empfangen, viele wären mit dem äußerst populären Übungsleiter im Fall der Fälle am liebsten auch in die 2. Bundesliga gegangen. Er hatte Köln in seiner Amtszeit in der 2. Bundesliga übernommen und schließlich in die Europa League geführt.

Die Rheinländer träumen in dieser Saison nach historisch verpatztem Start derweil wieder vom Klassenerhalt. Seit vier Spielen haben sie nicht mehr verloren, gingen dabei sogar dreimal als Sieger vom Platz. Beim sicher geglaubten Absteiger hat sich in kurzer Zeit wieder Hoffnung entwickelt. Und das völlig zurecht, ist Relegationsplatz 16 doch nur noch vier Zähler entfernt. Verantwortlich dafür: Stöger-Nachfolger Stefan Ruthenbeck.

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Aubameyang-Ersatz Batshuayi gleich an Bord

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Stöger will Dortmund nun ausgerechnet gegen seinen Ex-Club wieder in die Spur bringen. 2018 ist der BVB noch ohne Sieg, droht so langsam den Anschluss an die Champions-League-Plätze zu verlieren – immerhin das klar ausgewiesene Saisonziel von Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und Co. Keine Zeit also für allzu viele Sentimentalitäten. Gegen seine früheren Kollegen kann Stöger im Angriff auf seinen hochkarätigen Neuzugang Michy Batshuayi setzen. "Batshuayi ist ein Stürmer, der fleißig ist, vor allem im Strafraum gefährlich und einen guten Abschluss hat", äußerte der neue Trainer des belgischen Nationalspielers. "Er hat keinen Trainingsrückstand. Es liegt an uns, wie schnell wir ihn ins System integrieren. Bei einem Stürmer ist es aber einfacher, weil die Jungs vorne dafür da sind, Tore zu schießen."

Der kommende Gegner weiß um die Schwierigkeiten bei den Westfalen - und will das ausnutzen. "Dortmund hat zur Zeit ein paar Probleme. Das wollen wir nutzen", erkennt Milos Jojic. Er hat sich unter Ruthenbeck zu einem zentralen Leistungsträger entwickelt. Auch für den Serben hat die Partie am Freitagabend einen besonderen Stellenwert: Er gab sein Bundesliga-Debüt vor ziemlich genau vier Jahren für die Borussia.

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Beste Voraussetzungen für ein hochemotionales Duell

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Das Auftaktspiel des 21. Spieltags bietet also die besten Voraussetzungen, eine Partie für den Jahresrückblick zu werden: zwei Mannschaften, die dringend punkten müssen, ein Trainer, der in dieser Spielzeit bereits für beide Clubs an der Seitenlinie stand - dazu Flutlicht-Atmosphäre.

Ein wenig ungewöhnlich wird die Konstellation aber schon für Peter Stöger sein, wenngleich man sich an den Österreicher in schwarz-gelben Klamotten inzwischen ein wenig gewöhnt hat. Hoffen wir nur, dass er am Freitagabend auch die richtige Kabinentür findet.

Karol Herrmann