München - Am Samstag ist der Titelverteidiger Borussia Dortmund in der 1. Runde des DFB-Pokals gefordert. Gegner im Bremer Weserstadion ist um 15:30 Uhr allerdings nicht der SV Werder, sondern der Nord-Regionalligist FC Oberneuland. Ebenfalls im Norden ist zur gleichen Zeit ein weiterer Bundesligist bei einem Regionalligisten zu Gast: In Hamburg empfängt der FC Viktoria den Sport-Club Freiburg. Regionalliga gegen Bundesliga heißt es auch in Jena, der FC Carl Zeiss trifft dort auf Bayer 04 Leverkusen. Außerdem müssen die Zweitligisten 1. FC Köln und MSV Duisburg bei Drittligisten antreten. Während die "Geißböcke" zum Spitzenreiter SpVgg Unterhaching reisen, bekommen es die "Zebras" mit dem Aufsteiger Hallescher FC zu tun (alle Spiele ab 15:15 Uhr im Live-Ticker). Die Spiele in der Übersicht:

FC Oberneuland - Borussia Dortmund

Titelverteidiger Borussia Dortmund tritt in der 1. Pokalrunde beim FC Oberneuland an. "Weil wir diesen Wettbewerb in seiner Großartigkeit kennengelernt haben, wollen wir auch dieses Mal Außergewöhnliches erreichen", sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Er bereitet seine Mannschaft intensiv auf den Regionalliga-Aufsteiger vor: "Wir haben alle Infos, die man haben kann. In der Liga spielen sie einen dominanten Fußball." Die Borussia muss auf den verletzten Sven Bender verzichten, ob Mats Hummels, Jakub Blaszczykowski und Neven Subotic, die angeschlagen von Einsätzen mit ihren Nationalmannschaften zurückkehrten, einsatzbereit sind, steht noch nicht fest.

Der FC Oberneuland wird das Spiel im Weserstadion ausrichten, da 15.000 Zuschauer allein aus Dortmund erwartet werden. "Am Vinnenweg hätten wir natürlich kleine Vorteile gehabt, der Platz ist sehr eng und unsere gewohnte Umgebung", meint Trainer Peter Moussalli. Zum fünften Mal in Folge ist der FCO für die Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert und trifft zum dritten Mal (VfL Wolfsburg 2008 und SC Freiburg 2010) auf einen Bundesligisten. Oberneuland, das 2010 kurzzeitig den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Ailton unter Vertrag hatte, fehlen gegen Dortmund die Verletzten Michel Kniat, Gökhan Aktas und Kevin Artmann.

SC Victoria Hamburg - Sport-Club Freiburg

105 Tage liegen zwischen dem letzten Punktspiel des SC Freiburg und dem Pokalspiel bei SC Viktoria Hamburg. "Die Pause war sehr lang, deshalb ist in der Mannschaft die Vorfreude auf das Spiel spürbar", sagt Trainer Christian Streich. In der Saisonvorbereitung war der SC zuletzt erfolgreich, gegen den spanischen Erstligisten Real Betis Sevilla gewannen die Breisgauer mit 1:0. Ob Streich auf Oliver Sorg zurückgreifen können wird, steht noch nicht fest, von seinem Debüt in der U21-Nationalmannschaft kehrte er angeschlagen zurück. Johannes Flum befindet sich nach einem Muskelfaserriss wieder im Training, Streich möchte ihn jedoch noch schonen. Neuzugang Ezequiel Calvente (Hüftprobleme) fällt aus.

Der Trainer des Nord-Regionalligisten Victoria Hamburg, Lutz Göttling, setzt gegen den Bundesligisten auf Verteidigung: "Im Vergleich zu den Ligaspielen müssen wir defensiv kompakter stehen." Der 40-Jährige hat seinen gesamten Kader zur Verfügung. Im Jahr 2010 erreichte der SCV, der vier der vergangenen fünf Hamburger Meisterschaften gewann, mit einem 1:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen die zweite Pokalrunde.

FC Carl Zeiss Jena - Bayer 04 Leverkusen

Die "Werkself" möchte beim FC Carl Zeiss Jena einen Fehlstart wie in der vergangenen Saison möglichst vermeiden. Damals scheiterten die Leverkusener in der 1. Runde an Dynamo Dresden. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser formuliert deshalb klare Ziele: "Wir wollen diesmal auch im Pokal etwas bewegen und weit kommen."

Die Voraussetzungen hierfür scheinen günstig, denn Teamchef Sami Hyypiä hat derzeit keine Verletzten im Kader zu beklagen. Sogar der zuletzt wegen Oberschenkelproblemen pausierende Renato Augusto (Foto) ist für Samstag wieder eine Option. "Aber wir können nur 16 Feldspieler nominieren und da müssen wir noch überlegen, wen wir nach Jena mitnehmen", sagte Hyypiä.

Für den Gegner Carl Zeiss Jena hätte die Saison in der Regionalliga Nordost eigentlich schon am vergangenen Wochenende starten sollen. Doch aufgrund von Sicherheitsbedenken bezüglich der Tribünenkonstruktion musste die Partie beim FSV Zwickau kurzfristig abgesagt werden. Somit ist das Pokalspiel auch für das Team von Trainer Petrik Sander das erste Pflichtspiel der neuen Spielzeit.

SpVgg Unterhaching - 1. FC Köln

Nach dem verhaltenen Saisonstart der Kölner mit nur einem Unentschieden nach zwei Partien in der 2. Bundesliga geht es im Pokal zum Drittliga-Spitzenreiter Unterhaching. Gegen die Hachinger hat der Kölner Trainer Holger Stanislawski allerdings mit Personalproblemen zu kämpfen: "Wir haben nur 16 Feldspieler zur Verfügung." Der Kader stelle sich somit von alleine zusammen, so Stanislawski weiter. Adam Matuschyk, Christian Clemens, Adil Chihi, Kevin McKenna und Thomas Kessler werden aufgrund von Verletzungen nicht nach Unterhaching mitfahren können.

Doch davon lässt sich der Teamchef der Hachinger, Manuel Baum, nicht beeindrucken: "Das Besondere an einem Zweitligakader ist, dass verletzte Spieler adäquat ersetzt werden können." Dabei denkt Baum vor allem an einen Spieler, den die Hachinger noch unangenehm in Erinnerung haben: Chong Tese, damals noch in Diensten des VfL Bochum, beendete in der vergangenen Saison mit seinem Tor zum 1:4-Endstand in der 2. Runde die Hachinger Pokalträume.

Hallescher FC - MSV Duisburg

Beim MSV ist die Situation nach zwei Niederlagen zum Zweitliga-Auftakt bereits angespannt. Umso wichtiger wäre in dem Fall ein erfolgreicher Auftritt beim Drittliga-Aufsteiger Hallescher FC. Der Duisburger Sportdirektor Ivica Grlic, der beim 3:0-Erfolg gegen den HFC im Pokal in der Saison 2010/11 noch unter den Torschützen zu finden war, fordert am Samstag von den Fans die volle Unterstützung für die Mannschaft. Jedoch beklagt MSV-Coach Oliver Reck ein mit Antonio da Silva, Julian Koch, Timo Perthel und Jürgen Gjasula gut gefülltes Lazarett.

In Halle sieht die Personalsituation im ohnehin schon kleinen Kader ebenfalls nicht viel besser aus. Zwar haben die Hallenser bisher in der Liga in fünf Spielen erst ein Gegentor kassiert, doch ausgerechnet in der Defensive fehlen mit Pierre Becken und Sören Eismann wichtige Akteure. Hinzu kommt der drohende Ausfall von Stammtorhüter Darko Horvat. Da könnte der HFC beispielsweise Adli Lachheb gut gebrauchen. Der Innenverteidiger kickte von 2010 bis 2012 in Halle und kehrt am Samstag mit dem MSV an seine alte Wirkungsstätte zurück.




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