Sinsheim – Manchmal ist es so, dass man ein Ergebnis nur schwer einordnen kann. Dieses wahnsinnig intensive 1:1 (1:1) zwischen der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund am Samstag hinterließ die Beteiligten ein bisschen ratlos.

Für beide Kontrahenten ist dieser eine Punkt unbefriedigend im Rennen um einen Europapokalplatz. BVB-Innenverteidiger Mats Hummels erkannte dann auch eine "leichte Tendenz zur Unzufriedenheit". Dortmunds Trainer Jürgen Klopp würde am liebsten zum Abschied beides mitnehmen: Den Pokalsieg und den Vorstoß ins erste Tabellendrittel. Nun müsse er mit dem einen Punkt erstmal leben, erklärte Klopp (weitere Stimmen zum Spiel).

Der Dortmunder Trainer aber war froh, wenigstens nicht verloren zu haben. Und das Maximum will er aus der eigentlich vermaledeiten Saison im Schlussspurt herausholen. Klopp rief seinem Trainerkollegen Gisdol von der TSG zu, er wolle Hoffenheim noch überholen, aber das alleine würde wohl nicht zu einem europäischen Vermächtnis des scheidenden Trainers in der Liga reichen.

Platz sechs ist das klare Ziel

Drei Spieltage vor Saisonende konkurrieren fünf Teams um die Europapokalplätze: Schalke als Tabellenfünfter (45 Punkte), Augsburg (43), Bremen (42), Hoffenheim (41) und Dortmund (40). Mats Hummels sagt: "Für unsere Fans wäre ein sechster Platz hinter Schalke zwar nicht so toll, aber das ist unser Ziel jetzt." Zwischen den beiden Heimspielen gegen Hertha BSC Berlin und zum Abschluss gegen Bremen muss der BVB noch nach Wolfsburg.

In jedem Fall reicht ein Platz unter den ersten Sechs der Tabelle für eine Qualifikation für die Europa-Qualifikation. Und wenn Wolfsburg als Champions-League-Teilnehmer das Pokalfinale gegen Dortmund gewinnt, reicht sogar ebenso Rang 7, wenn Dortmund den Pokal holt und in der Liga nach Spieltag 34 unter den ersten sechs der Tabelle stünde. Wenn sich die Dortmunder so steigern wie im Spiel in Hoffenheim, darf man ihnen noch einige Punkte zutrauen.

BVB mit größeren Chancen im Schlagabtausch

Nach dem ebenso kräftezehrenden wie kuriosen Pokalsieg nach Verlängerung und Elfmeterschießen am Dienstag in München, brauchten die Dortmunder am Samstag fast eine Halbzeit, um sich auf die mit zwei großen Stürmern (Szalai und Modeste) pressenden Hoffenheimer einzustellen. Glücklich fiel der Ausgleich für den BVB nur zwei Minuten nach der Hoffenheimer Führung (Torschütze Kevin Volland) durch einen Kopfball von Hummels nach einer Ecke.

Am Ende des aufregenden Schlagabtausches hatten der BVB die größeren Chancen. Mit zunehmender Spieldauer sei das Ventil bei seiner Mannschaft aufgegangen, lobte BVB-Trainer Klopp. Gäbe es in Bundesligaspielen Verlängerung, wäre Dortmund wohl tatsächlich als Sieger vom Platz gegangen, auch Sebastian Kehl glaubte: "Wir hatten am Ende noch Körner." Energie braucht diese Elf, die am Samstag kurzfristig auf Marco Reus (muskuläre Probleme) hatte verzichten müssen, im Endspurt auch. Mats Hummels fordert: "Wir müssen auf jeden Fall unsere Heimspiele gewinnen." Sebastian Kehl hätte gerne als Unterstützung "zwei Punkte mehr" aus Hoffenheim mitgenommen.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter