München - Für Borussia Dortmund gilt es nach der Niederlage in der Champions League und dem Remis in der Bundesliga, am Dienstag im Pokal wieder einen Sieg einzufahren. Die Borussen treten in der 2. Runde bei 1860 München an. Trainer Jürgen Klopp erwartet eine "unangenehme Aufgabe", die Löwen stellen einen Club-Rekord auf.

In Wiedenbrück hofft man auf die nächste Pokalsensation nach dem Triumph über Fortuna Düsseldorf in der 1. Runde. Mit dem SV Sandhausen gastiert erneut ein Zweitligist im Gütersloher Heidewaldstadion. Zeitgleich empfängt der VfL Wolfsburg den VfR Aalen und der FC Augsburg gastiert bei Preußen Münster (alle Spiele ab 18:45 Uhr im Live-Ticker).


TSV 1860 München - Borussia Dortmund



Die Borussen konnten die letzten beiden Spiele nicht gewinnen, in der Champions League setzte es in Neapel eine Niederlage, gegen Nürnberg reichte es nur zu einem Unentschieden. Dennoch gehen die Dortmunder als klarer Favorit in das Kräftemessen (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker). "1860 hat eine gute Mannschaft und will aus der 2. Bundesliga raus. Allerdings nehmen wir die Favoritenrolle an", schätzt BVB-Coach Jürgen Klopp die Partie ein. Er freue sich auf die Begegnung, dennoch sei es "ein schweres, zugleich reizvolles Los".

Auf wen er in der Alllianz Arena bauen kann, zeigt sich noch. Hoffnung besteht bei Mats Hummels, der nach seiner Laufeinheit einen "guten Eindruck" machte. Der Einsatz des Innenverteidigers ist jedoch noch nicht sicher. Auch die Einsätze von Marcel Schmelzer (Muskelverhärtung) und Marco Reus (Pferdekuss) sind weiterhin ungewiss.

Bei den Löwen dominiert die Vorfreude auf den Pokal-Fight mit dem Champions League-Finalisten. "Wenn sich zwei Traditionsclubs treffen, bebt es", meint Keeper Kiraly im Interview mit bundesliga.de. Die Allianz Arena wird mit 71.000 Zuschauern ausverkauft sein, was durch die Kapazitätserhöhung einen neuen Zuschauer-Rekord für die 60er bedeutet. "Das müssen die Jungs genießen. Sie müssen ohne Angst rausgehen, leidenschaftlich um jeden Meter kämpfen und laufen, laufen, laufen", sagte Trainer Friedhelm Funkel dem "kicker". Möglichst lange wollen sie mit dem Favoriten mithalten. Klar ist aber, dass "wir über uns hinauswachsen müssen. Wenn Dortmund Raum bekommt, sind sie nicht mehr aufzuhalten".

Bis auf den gesperrten Guillermo Vallori und den am Fuß operierten Daniel Bierofka kann Funkel aus dem Vollen schöpfen. Die Löwen haben zudem drei ihrer vier Heimspiele gewonnen. Funkel hofft daher auf eine mutige Vorstellung seines Teams: "Die Jungs sind heiß, haben am Samstag das richtige Ergebnis erzielt und werden mit Respekt, aber ohne Angst einen harten Kampf liefern. Davon bin ich überzeugt."


SC Wiedenbrück 2000 - SV Sandhausen



Ein weiteres Pokalhighlight steht für den SC Wiedenbrück an. Der Viertligist trifft im Gütersloher Heidewaldstadion auf Zweitligist SV Sandhausen (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker). In der Regionalliga West läuft es für das aktuelle Schlusslicht aus Wiedenbrück desaströs. Nur einen einzigen Punkt holten die Westfalen aus den ersten sieben Spielen. Jetzt macht sich dennoch eine besondere Stimmung im Lager des Underdogs breit. Trainer Theo Schneider spricht gegenüber dem "kicker" optimistisch von einem "guten Gefühl", dass er im Hinblick auf das Pokalspiel habe, auch wenn die Wiedenbrücker sich weiterhin mit Verletzungssorgen plagen. Mariusz Rogowski, Kamil Bednarski, Stefan Langemann und Oliver Zech fallen definitiv aus.

In Sandhausen unterschätzt man das Duell mit dem großen Außenseiter nicht. "Die Vorbereitung auf das DFB-Pokalspiel gegen den SC Wiedenbrück werden wir so akribisch wie bei einem Zweitligaspiel vornehmen", sagt SVS-Trainer Alois Schwartz. Nach der 1:2-Niederlage in der Liga gegen Arminia Bielefeld blieben die Sandhausener direkt in Ostwestfalen um unnötig zu reisen.

"In welcher Formation wir auflaufen, werde ich, wie erwähnt, erst am Dienstag entscheiden", gab Schwartz noch keine genaue Info über die taktischen Pläne. Kister (Handbruch), Kübler (Leisten-OP), Zabavnik (Ferse), Klotz und Kluft(Rückenprobleme), Knoll (Zerrung) und Zimmermann (Bänderriss im Knie) spielen dabei keine Rolle und müssen verletzt passen.


Preußen Münster - FC Augsburg



Die Augsburger reisen zum Drittligisten Preußen Münster (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker). Mit dem Sieg in der ersten Pokalrunde schlug man bereits ein Team aus der 3. Liga, jetzt soll der nächste Schritt gemacht werden. "Wir wollen und müssen weiterkommen, weil wir im DFB-Pokal für Furore sorgen wollen", gibt FCA-Trainer Markus Weinzierl klar die Richtung vor.

Dass das Spiel in Münster aber kein Selbstläufer wird, weiß man in Augsburg vom Vorjahresduell, als man ebenfalls beim SCP gastierte und nur knapp mit 1:0 gewann. Jan Moravek (Fußprellung) und Raul Bobadilla (Reha) werden gegen die Preußen höchstwahrscheinlich ausfallen.

Bei den Münsteranern gibt der neue Coach Ralf Loose sein Debüt vor heimischem Publikum und rechnet sich durchaus Chancen gegen den zwei Klassen höheren FCA aus. "Die vergangenen Pokalspiele haben meinen Spielern gezeigt, dass sie in der Lage sind, höherklassige Mannschaften zu schlagen. Und der Gegner weiß dies auch", spricht Loose seinen Akteuren Mut zu. Der Trainer des SCP trifft gegen Augsburg auch auf seinen ehemaligen Verein. In den Jahren 2007 und 2008 betreute der Übungsleiter der Preußen den Bundesligisten, damals in der 2. Bundesliga. Beim Duell mit seinem Ex-Club muss er lediglich auf Dominik Schmidt (Innenbandverletzung) verzichten.


VfL Wolfsburg - VfR Aalen



Der VfL Wolfsburg empfängt den VfR Aalen (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) und geht ebenfalls mit Respekt und Ernsthaftigkeit in die Partie gegen den Zweitligisten. "Von der Vorbereitung her läuft bei uns alles so ab wie bei einer Bundesligapartie", sagt Wolfburgs Chefcoach Dieter Hecking, warnt aber auch vor Ballverlusten im Mittelfeld. Er sieht den Kontrahenten als "konterstarke Mannschaft mit großer Qualität im Umschaltspiel", die Wölfe sind gewarnt. Personell wird es wohl kaum Rotationen geben. "Wir werden maximal auf ein, zwei Positionen etwas ändern", blickt Hecking voraus. Nur der Einsatz von Jan Polak ist noch nicht ganz sicher.

Aalen geht als Außenseiter in die Begegnung, ist in der 2. Bundesliga aber schon seit vier Spielen ungeschlagen. Selbstbewusst tritt man nun auch gegen Wolfsburg an. "Von zehn Spielen gegen Wolfsburg gehen wir neun Mal als Verlierer vom Feld. Wir hoffen, dass sich morgen die eine Chance zu einer Überraschung auftut", spekuliert Trainer Ruthenbeck.

Einzig Daniel Buballa, der sich einen Nasenbeinbruch zuzog, wird in der Volkswagen Arena fehlen. Zudem wird es im Tor eine Umstellung geben, wo Schlussmann Daniel Bernhardt den Vorzug vor Jasmin Fejzic erhält.