Zusammenfassung

  • Das neue Innenverteidiger-Duo des BVB lässt defensiv nichts anbrennen
  • Von den Mitspielern bekommen Akanji und Diallo viel Lob
  • Nun liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Offensive

Hannover - Der erhoffte Auswärtssieg blieb für Borussia Dortmund am Freitagabend aus. Dafür aber überzeugte die junge Innenverteidigung mit Manuel Akanji und Abdou Diallo. Parallelen zu dem einstigen Meister-Gespann Mats Hummels und Neven Subotic tun sich auf.

Ein 0:0 bei Hannover 96 dürfte für BVB-Trainer Lucien Favre sicherlich nicht das Wunschergebnis gewesen sein. Und doch konnte der Schweizer dem Spiel seiner Mannschaft auch Positives abgewinnen: "Wir haben zu Null gespielt und hatten Torchancen." Besonders Ersteres ist beachtenswert. Obwohl Hannover 96 dominant auftrat und 54,12 Prozent Ballbesitz hatte, gelangten die Gastgeber zu kaum nennenswerten Torraumaktionen. Zu verdanken hatte der BVB dies dem neuen Innenverteidiger-Duo. Der 22-jährige Abdou Diallo und der 23-jährige Manuel Akanji stehen nicht nur für jugendliche Frische, sondern vor allem für die neue Stabilität von Borussia Dortmund.

Abdou Diallo kocht in Hannover ein ums andere Mal Ihlas Bebou ab
Abdou Diallo kocht in Hannover ein ums andere Mal Ihlas Bebou ab © imago / DeFodi

Akanji wechselte im Januar vom FC Basel nach Dortmund und erarbeitete sich in Windeseile einen Stammplatz. Im Sommer kam Diallo aus Mainz dazu. Gemeinsam bilden sie das vielleicht zukunftsträchtigste Innenverteidiger-Duo der Bundesliga. Einige Fans fühlen sich bereits an das Gespann Mats Hummels und Neven Subotic erinnert, die ebenfalls als junge Spieler nach Dortmund kamen und dort internationales Top-Niveau erlangten. Akanji und Diallo bringen ähnliches Potential mit. Dies bewiesen sie am Freitagabend in Hannover, indem sie brenzlige Situationen um den eigenen Strafraum herum meist schon im Keim erstickten. "Wir haben in der Defensive alle gut zusammengestanden und so keine große Chance zugelassen", sagte Akanji.

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Auch die Mitspieler lobten die Stabilität der eigenen Hintermannschaft. Marco Reus sagte: "Wir standen relativ sicher und haben wenig zugelassen. In der Defensive war es in Ordnung, in der Offensive können wir zielstrebiger sein." Ähnlich war der Wortlaut von Torwart Roman Bürki: "Gut war unser Verhalten in der Defensive. Wichtig war, dass wir zu Null gespielt und nicht verloren haben." In zwei Bundesligaspielen haben die Dortmunder sich insgesamt nur ein Gegentor eingefangen. Der externe BVB-Berater Matthias Sammer fasst zusammen: "Die Handschrift der Kompaktheit war erkennbar, aber die Automatismen sind noch nicht gegeben. Wenn die Dortmunder den Ball laufen lassen, haben sie Qualitäten."

Video: Das System Favre

Der Fokus richtet sich nun auf die Weiterentwicklung der Offensivabteilung. Favre gibt die Richtung vor: "Wir haben noch viel zu tun, gerade bei der Balleroberung. Es geht um Taktik und Spielintelligenz. Wenn wir den Ball erobern, dürfen wir ihn nicht so oft verlieren oder so überhastet weiterspielen."

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Nach der Länderspielpause soll Neuzugang Paco Alcácer dafür sorgen, dass vorne die Tore fallen. Akanji sagt über den Spanier: "Er hatte erst zwei Trainingseinheiten mit uns. Er muss sich noch ein bisschen eingewöhnen. Aber ich glaube, er ist ein sehr guter Spieler. Wenn jemand bei Barcelona gespielt hat, muss man viel Qualität haben. Das wird man sicherlich auch bald sehen." Vielleicht ja schon beim nächsten Heimspiel am 14. September gegen Eintracht Frankfurt.

Aus Hannover berichtet Oliver Jensen