Zusammenfassung

  • BVB-Neuzugang Michy Batshuayi glänzt gegen Köln mit zwei Toren und einer Vorlage

  • Der Belgier lässt Vorgänger Aubameyang schon jetzt vergessen

  • Batshuayi steht auf Batman und Spongebob

Dortmund - Das nennt man dann wohl Einstand nach Maß. Erstes Spiel für Borussia Dortmund und Neuzugang Michy "Batsman" Batshuayi trifft gegen den 1. FC Köln zwei Mal und steuert beim 3:2-Sieg gegen die Rheinländer auch noch eine Vorlage bei. Niemand verdient den Titel "Mann des Spieltags" an diesem Wochenende mehr als der neue BVB-Angreifer. Gleich bei seinem Debüt machte er klar, dass er in die großen Fußstapfen des abgewanderten Pierre-Emerick Aubameyang treten kann - und ließ keine Zweifel daran, dass Schwarz und Gelb eh‘ seine Lieblingsfarben sind.

>>> Spielbericht: Batshuayi-Blitzstart in Köln

Ganze 35 Minuten brauchte der "Batsman", um in der Bundesliga zu landen – und sich direkt in die Herzen der BVB-Fans zu schwingen. Als Jeremy Toljan den Ball von der Grundlinie flach nach innen passte, stand Michy Batshuayi im Strafraum genau richtig und versenkte die Kugel freistehend aus sieben Metern unhaltbar im Kölner Gehäuse – übrigens das 500. Tor dieser Bundesligasaison. Was für ein Einstand für die Leihgabe des FC Chelsea, der wie Vorgänger Aubameyang ein Faible für den Fledermaus-Helden hat.

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Und genau deshalb passe er ja auch so gut zur Borussia, machte der 24-Jährige seinem neuen Verein nach dem Traumdebüt und dem 3:2-Sieg des BVB beim 1. FC Köln gleich noch eine ganz spezielle Liebeserklärung. "Ich liebe Batman, ich liebe SpongeBob! Schwarz und Gelb sind meine Lieblingsfarben!" Was vielleicht auch erklärt, warum er sich einen Tag nach der Partie im Fan-Shop der Borussia erstmal mit einem riesigen Vorrat an schwarzgelben Fanartikeln eingedeckt hat, wie ein Foto in seiner Instagram-Story beweist.

>>> Story auf bvb.de: Batshuayi - Zwei Tore, eine Vorlage

Mit diesem Schuss trifft Batshuayi nach 35 Minuten in Köln erstmals in der Bundesliga
Mit diesem Schuss trifft Batshuayi nach 35 Minuten in Köln erstmals in der Bundesliga © imago / DeFodi

In Sachen Batman und auch mit seiner extravaganten Frisur wandelt der Belgier also voll auf den Spuren von Pierre-Emerick Aubamyang, auf dem Platz allerdings in Sachen Treffsicherheit kaum weniger. Denn nach genau jenem Gabuner im Jahr 2013 war Batshuayi jetzt wieder der erste Spieler in der Bundesliga, der bei seinem Debüt gleich mehrfach trifft. In der zweiten Halbzeit schlug der Stürmer nur 140 Sekunden nach dem Kölner Ausgleich wieder zu. Erst spitzelte er Heintz den Ball vom Fuß, schnappte sich dann die Vorlage von Pulisic und schloss flach und trocken ab. Wie bei Aubameyangs Einstand vor fünf Jahren zappelte der Ball sogar ein drittes Mal im gegnerischen Tor, doch dieser Treffer wurde wegen Abseits aberkannt. Dafür legt er André Schürrle kurz vor Abpfiff noch den Siegtreffer auf.

"Für uns Außenspieler ist seine Spielweise gut, um mehr Räume zu bekommen." André Schürrle (Borussia Dortmund)

Genervt von den Vergleichen mit seinem prominenten Vorgänger im Dortmunder Trikot zeigte sich Michy Batshuayi nicht: "Ich bin Stürmer, er auch. Wir wollen beiden Tore schießen", zuckte er entspannt mit den Schultern. Und es gibt auch einiges, was den belgischen Nationalspieler von Aubameyang unterscheidet – und was dem Spiel des BVB ganz offensichtlich gut tut. Er lässt sich häufiger fallen, ist mit dem Rücken zum Tor anspielbar und schirmt die Bälle gut ab, reißt mit seinem wuchtigen Spiel immer wieder Lücken in die gegnerische Abwehr und nimmt die Zweikämpfe robust an.

>>> Schürrle: "So gewinnt man Spiele"

Aber auch das Kombinationsspiel liegt ihm, was in Köln schon nach nur zwei gemeinsamen Trainingseinheiten mit den Kollegen sichtbar wurde. Erst kurz vor dem Anpfiff habe man überhaupt etwas länger miteinander sprechen können, verriet der zweite Torschütze André Schürrle: "Beim Aufwärmen habe ich ihn gefragt, wie er die Bälle gerne hat." Und schickte gleich ein Lob hinterher: "Für uns Außenspieler ist seine Spielweise gut, um mehr Räume zu bekommen."

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Kein Wunder, dass auch Peter Stöger mit dem Debüt seines neuen Stürmerstars vollauf zufrieden war, auch wenn dieser defensiv noch die eine oder andere Schwäche zeigte: "Dass das Spiel so für ihn läuft, ist ein Traum für alle Beteiligten. Das wird uns gut tut, das wird ihm gut tun. Wir haben gewusst, der passt zu uns. Er wird unser Spiel bereichern". Geht es nach Michy Batshuayi selbst, dürfen der Trainer und die Fans in den nächsten Wochen noch einiges mehr von ihrer neuen Nummer 44 erwarten: "Ich bin sehr glücklich, es war sehr gut. Aber wir trainieren erst seit zwei Tagen zusammen. Ich will noch besser werden." Sprach‘s und twitterte die Botschaft des Tages in die Fußballwelt hinaus: "Batsman back!"

Aus Köln berichtet Dietmar Nolte

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