Mit der Jugend kommt der Erfolg: Jürgen Klopp stellt beim 2:1-Auswärtssieg von Borussia Dortmund die im Durchschnitt mit 23,73 Jahren jüngste Startelf der Saison auf. Der Effekt: Ein Sieg im leidenschaftlichen Duell mit 1899 Hoffenheim und der Ausbau der Serie auf nun sieben Spiele ohne Niederlage.

"Für mich sind das die schönsten Spiele, wenn man bis zur letzten Minute kämpfen muss," sagte der 21-jährige Neven Subotic nach der hitzigen Partie. Gemeinsam mit Mats Hummels bildete er in der Dortmunder Innenverteidigung den bereits in der letzten Saison hoch gelobten "Kinder Riegel".

Youngster stehen sicher

Und der hielt, was er verspricht: Zum 16. Mal ließ Klopp die beiden in der Abwehrzentrale gemeinsam auflaufen - keine einzige Niederlage musste der BVB in diesen Spielen einstecken.

Auch Hummels sah "ein turbulentes Spiel, mit vielen Emotionen", dass die nötige Härte keinesfalls vermissen ließ: Sechs gelbe (drei für jedes Team) und eine rote Karte für Hoffenheim standen nach 90 Minuten zu Buche. "Es gab trotz allem auch etliche spielerische Highlights", sagte der in der zweiten Hälfte eingewechselte Markus Feulner. Allein das von Lucas Barrios hervorragend vorbereitete und von Jakub "Kuba" Blaszczykowski sicher vollendete Führungstor des BVB gibt ihm da Recht.

"Partner in einem intensivem Fußballspiel"

"Wir waren heute Partner in einem super intensiven Fußballspiel", beurteilte Klopp die Partie. "Dass wir bei einer so hohen Spielstärke des Gegners das Tor durch eine Standardsituation fangen", so der Trainer des BVB weiter, "sagt viel über unser hervorragendes Abwehrverhalten aus".

Aber nicht nur die Abwehr verdeutlicht den neuen Trend bei den Borussen. "Die ganze Mannschaft und die Bank hatten heute ein gefühltes Durchschnittsalter von 18", wunderte sich selbst Subotic. Eine jüngere Startelf hatte es beim BVB zuletzt 2005, damals noch unter Bert van Marwijk, gegeben.

Hervorragende Leistung von Sahin

"Wir waren sehr aggressiv und haben die Zweikämpfe angenommen", sagte ein weiterer Führungsspieler im Alter von 21 Jahren: Nuri Sahin, der erneut eine Glanzleistung auf der Sechser-Position ablieferte und den Elfmeter zur 2:1-Führung der Borussen verwandelte.

"Nach dem Eflmeter hat man gemerkt, dass wir noch eine sehr junge Mannschaft sind", räumte Sahin indes ein. "In den letzten zehn Minuten haben wir uns blauäugig verhalten. Da müssen wir das 3:1 machen." Der türkische Nationalspieler, der vor allem in der Schlussphase seine Mannschaft immer wieder zur Ruhe ermahnte, scheint sich seiner Rolle bewusst: "Ich bin jetzt seit fünf Jahren dabei und versuche daher voranzugehen."

Vertrauen in die Entwicklung

Eine so junge Truppe ist vor Rückschlägen nicht gefeit. Das ist auch den Verantwortlichen beim BVB klar. "Wir müssen der Mannschaft vertrauen. Das Potential ist groß und an der Entwicklung des Teams kann es keinen Zweifel geben", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Sieben Spiele in Folge ohne Niederlage und 15 von 21 Punkten verdeutlichen dies. Die Borussia hält den Kontakt zum oberen Tabellendrittel. Ob es sich beim schwierigen Auswärtserfolg gegen Hoffenheim um einen Sieg mit Signalwirkung handelt, zeigt sich laut Sahin erst im nächsten Spiel: "Wenn wir gegen Nürnberg drei Punkte holen, dann war das heute sicherlich ein Signal."

Aus Hoffenheim berichtete Daniel Dillmann