Dortmund - Sportlich und wirtschaftlich purzeln die Rekorde, Borussia Dortmund stößt in neue Dimensionen vor. Schon am Samstag bietet sich dem Deutschen Meister eine große Chance, die Bundesliga-Bestmarke von acht Siegen seit dem Rückrundenstart zu verbessern - und natürlich die Tabellenführung zu festigen.

Sollte der BVB zudem beim abstiegsbedrohten Neuling FC Augsburg (Samstag, ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) zumindest nicht verlieren, wären die Westfalen seit 19 Spielen (zuletzt am 18. September mit 1:2 in Hannover) ungeschlagen. Das heißt: Einstellung des Vereinsrekords aus der Saison 1991/92 unter Trainer Ottmar Hitzfeld.

Klopp: Titel "noch lange nicht vergeben"



Trainer Jürgen Klopp interessieren derartige Statistiken nur am Rande: "Wenn es den Jungs ein gutes Gefühl vermittelt und Selbstvertrauen, dann reicht mir das." Für den 44-Jährigen zählt nur eins: Punkte sammeln in Augsburg für den achten Meistertitel. "Denn der ist noch lange nicht vergeben, und es ist auch keine Vorentscheidung gefallen", sagt Klopp und kontert das "Geplänkel" in den Medien angesichts des Sieben-Punkte-Vorsprungs vor Bayern München.

Gerade das Starensemble dient derzeit als bestes Beispiel, wie schnell der Zauber verfliegen und ein Vorsprung schmelzen kann - obwohl Klopp zu Recht den "guten Charakter" seiner Truppe hervorhebt. Die hat die "Schale" im Visier und will auch den Titel als beste Abwehr der Liga verteidigen. Nur 22 Treffer kassierte der BVB in der vergangenen Meistersaison (14 Zu-Null-Spiele). Derzeit stehen 16 Gegentore in der Tabelle, vor einem Jahr waren es nach 24 Spieltagen 14.

"Wenn wir weiter defensiv so gut stehen, können wir den Wert noch besser gestalten", sagte Innenverteidiger Neven Subotic der "WAZ". Es sei eine "Extra-Motivation" für die Mannschaft, "wenn man so ein kleines Ziel wie dieses vor Augen hat". Abgesehen vom ganz großen Ziel: die erneute Meisterfeier am 5. Mai.

Hummels analysiert ganz nüchtern



Mit einer imposanten Abgeklärtheit reagiert der jüngste Meister der Bundesliga-Geschichte auf die neuen Wellen der Euphorie, die allwöchentlich über ihn hinwegschwappen. "Wir sind im Plan. Vor einem Jahr hatten wir 58 Punkte, jetzt sind es 55. Das ist nicht schlecht, aber wir müssen weiter hart arbeiten, dürfen nicht nachlassen", sagte Nationalspieler Mats Hummels.

Von der Meisterschaft oder dem "Double" will auch der Abwehrstratege des Pokal-Halbfinalisten (am 20. März bei der SpVgg Greuther Fürth) noch nichts wissen.

Das Augenmerk gilt ohnehin erst einmal der schweren Auswärtsaufgabe in Augsburg. Dort wird Sebastian Kehl laut Klopp von Beginn an auflaufen. Ilkay Gündogan muss beim Aufsteiger wieder auf die Bank. Die Gastgeber aus Augsburg sind nach einem mühsamen Start in der Bundesliga angekommen.

Heimstarke Augsburger



Zuhause treten die Schwaben kompakt und spielstark auf. In den letzten fünf Spielen holte das Team von Trainer Jos Luhukay vor eigenem Publikum drei Siege und zwei Unentschieden.

Die Brust der Augsburger ist Breit vor dem Duell mit dem Meister - auch beim zuletzt überzeugenden Jan-Ingwer Callsen-Bracker: "Der BVB ist zweifellos momentan die beste Mannschaft in Deutschland, aber im Fußball können immer wieder Überraschungen passieren", sagte der Mittelfeldspieler im bundesliga.de-Interview. Aufgrund einer Wadenverletzung kann er allerdings gegen die Westfalen nicht mitwirken.

Verletzungsbedingt muss FCA-Coach Luhukay außerdem auf Marcel de Jong und Akaki Gogia verzichten. Winterneuzugang Jan Moravek und Dawda Bah befinden sich noch im Aufbautraining.



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