Bochum – Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hat in Bochum die Wahrnehmungslandschaft der Gemeinschaftsgrundschule Hofstede eröffnet. Die Bundesliga-Stiftung und der VfL Bochum unterstützen das Projekt, um Schülern der Inklusionsschule das Zusammenfinden zu erleichtern.

"Es ist immer gut, da besonders zu unterstützen, wo eine Förderung auch besonders nötig ist", sagte Lammert bei der Eröffnung am Donnerstag. "Wenn das in diesem Zusammenhang mit der Bundesliga-Stiftung geschieht, hat das gleich zwei Botschaften. Zum Einen, 'Wir sind dabei, wenn es um die Unterstützung und Förderung junger Menschen geht', und zum anderen, dass sich die Perspektive von Fußballern nicht auf das runde Leder beschränkt."

Enge Zusammenarbeit mit der Bundesliga-Stiftung

Dass sich der Fußball auch außerhalb der Stadien einsetzt, ist am Beispiel des Zweitligisten VfL Bochum gut zu sehen. "Der VfL Bochum ist bestrebt, der Stadt Bochum und ihren Bürgern etwas zurückzugeben", sagt Wilken Engelbracht, kaufmännischer Vorstand des Clubs. Unter der Dachmarke "Hier, wo das Herz noch zählt" engagiert sich der Verein in der Stadt und arbeitet auch hier eng mit der Bundesliga-Stiftung zusammen.

Die Bochumer Graf-von-der-Reke-Schule, die viele Kinder mit besonderem Förderbedarf, sowie Schüler mit Behinderungen besuchten, wurde zum Ende des Schuljahres im Sommer 2014 geschlossen. Danach wurden die Schülerinnen und Schüler an der GGS Hofstede eingegliedert. Im Rahmen der Weihnachtsaktion 2013 der Bundesliga-Stiftung wählte der VfL Bochum gemeinsam mit Martin Stempel, dem Leiter des Schulverwaltungsamts, die GGS als Empfänger einer Projektförderung aus. "Es ist schwierig, Schulen zusammenzulegen", sagt Direktor Gerhard Blaschke. "Inklusion bedeutet Teilhabe zu schaffen und an diesem Punkt ist uns das gelungen." So wurden von Beginn an Lehrer, Eltern und Schüler in die Planungen einbezogen. Die Kinder konnten Wünsche äußern, wie die Wahrnehmungslandschaft gestaltet sein soll und diese wurden so weit wie möglich umgesetzt. Im Mittelpunkt stand dabei, dass die Schülerinnen und Schüler der geschlossenen Schule Willkommen geheißen werden.

Aber auch die Möglichkeiten der Weiterentwicklung und des Erfahrens von persönlichen Grenzen waren bei den Planungen wichtig. So wurde ein großes Klettergerüst mit Rutschstange und diversen Seilen, Netzen und Leitern errichtet. Weitere Elemente laden zum Balancieren ein. Aber auch die Wahrnehmung wird angesprochen. So gibt es nicht nur Hör- und Sprechrohre an den Elementen, es wurde auch ein Sinnespfad geschaffen. Auf verschiedenen Untergrundarten erfühlen die Kinder so Unterschiede und die Reaktionen ihres Körpers auf verschiedene Voraussetzungen.

Gemeinsames Erleben steht im Fokus

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"Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt hier umgesetzt wurde", sagt Astrid Platzmann-Scholten, Bürgermeisterin der Stadt Bochum. "Kinder lernen durch gemeinsamen Toben und Spielen, dass das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen ganz normal ist. Ganz herzlichen Dank an die Bundesliga-Stiftung und den VfL Bochum, dass das Projekt verwirklicht wurde." Nicht nur Schüler der GGS Hofstede dürfen die Elemente benutzen, am Nachmittag sind alle Kinder eingeladen, sich beim Klettern und Fühlen auszutoben.

"Es gefällt mir doppelt gut, dass es nicht nur eine solche Förderung gibt, sondern, dass sie auch über einen Verein und die Bundesliga erfolgt", sagt Lammert. "Als ich die Anfrage erhielt, sagte ich ganz schnell: 'Ich bin gerne dabei.'" Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung, ist besonders die offene Gestaltung und die Möglichkeit des gemeinsamen Erlebens von Kindern mit und ohne Behinderung wichtig. "Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben in Deutschland ist eines der Hauptziele der Bundesliga-Stiftung", so Kiefer. "Mit den Fördersäulen Inklusion und Integration stellen wir uns dieser Aufgabe mit Nachdruck und arbeiten als Bundesliga-Stiftung unablässig an einer Gesellschaft des Miteinanders. Deshalb freuen wir uns, dass wir den Bau der Wahrnehmungslandschaft in Bochum tatkräftig unterstützen konnten."

Möglichkeiten der Erweiterung sind gegeben und sowohl die Stadt als auch der VfL Bochum zeigen sich offen für Vorschläge, um die Wahrnehmungslandschaft noch weiter auszubauen. Die Kinder werden sich aber auch so weiterhin ausprobieren und ihre Energie auf sinnvolle und spielerische Weise einsetzen. "Ich finde ganz besonders gut, dass...", fängt Yannik an und ist auf einmal verschwunden. Ein Freund hat ihn zurück zum Klettergerüst gerufen. Da bleibt keine Zeit mehr für viele Worte - Yannik hat ganz instinktiv verstanden, worauf es bei der Wahrnehmungslandschaft wirklich ankommt.

Sebastian Stenzel