München - Die letzten drei Heimspiele hat Borussia Dortmund verloren - im neuen Jahr soll wieder alles besser werden beim BVB. Der FC Augsburg, sowieso ein Lieblingsgegner der Borussen und des scheidenden Torjägers Robert Lewandowski im Speziellen, scheinen dafür der richtige Gegner, der Angriff auf Rang 2 kann beginnen.

Diesen hat im Moment noch Bayer Leverkusen inne, das in Freiburg zu Gast ist. Beim Niedersachsen-Derby in Wolfsburg steht beim Debüt von Hannover-Coach Tayfun Korkut auch Kevin De Bruyne im Fokus. Stuttgart empfängt Mainz und seinen neuen Star Ja-Cheol Koo, Frankfurt will sich für das 1:6 im Hinspiel gegen die Hertha revanchieren und Nürnberg gegen 1899 endlich den ersten Sieg - alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker.

"Auf das, was wir in der Rückrunde vor haben, haben wir uns eingeschworen. Jetzt müssen wir es abrufen“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach einer Vorbereitung, in der mit ausschließlich Testspielsiegen vieles, aber nicht alles gut gelaufen ist für Dortmund. Sorgenkind Ilkay Gündogan (Bronchitis) fällt weiterhin aus, Neven Subotic (Kreuzbandriss) sowieso. Mats Hummels (Bänderverletzung) will erst nächste Woche in Braunschweig wieder angreifen. Fraglich sind beim BVB drei Positionen in der Abwehr: Rechts hat Klopp mit Lukasz Piszczek und dessen glänzendem Vertreter Kevin Großkreutz herausragende Optionen. Hummels wird entweder durch Sven Bender, Marian Sarr oder Manuel Friedrich ersetzt. Verteidigt Bender, beginnt Sebastian Kehl im Mittelfeld. Und links kehrt wohl Marcel Schmelzer für Erik Durm auf seine angestammte Position zurück. Schon das Hinspiel in Augsburg war trotz des am Ende deutlichen Resultats (4:0, Dreierpack Pierre-Emerick Aubameyang) "eine super enge Partie“, deshalb fordert Klopp: "Unser Spiel muss lebendig sein. Wir müssen dem Gegner ständig Fragen stellen, die er ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr beantworten kann.“

Ein "ausgerechnet" wird es vermutlich nicht geben, denn Dong-Won Ji, der im Winter den FCA verstärkte und im Sommer zum BVB wechselt, plagt sich mit einem Pferdekuss herum. Er nur zweimal individuell und einmal mit dem Team trainiert, Trainer Markus Weinzierl wollte den Südkoreaner aber noch nicht abschreiben. Dennoch glaubt der Außenseiter an einen Punktgewinn beim Champions-League-Finalisten: "Drei Punkte wären ein Traum, aber ein Punkt wäre auch okay", sagte Tobias Werner der Bild. Und Klopp weiß: "Wir sind selbst daran schuld, dass man es mittlerweile für möglich hält, hier zu gewinnen. In Zukunft mag ich aber nicht mehr hören, dass es jemand für machbar hält." So aber wittert der FCA seine Chance, zudem hat sich der Überraschungs-Siebte der Hinrunde mit Nürnbergs Alexander Esswein und Leverkusens Dominik Kohr nochmal in der Breite verstärkt. Die zuletzt erfolgreiche Elf wird allerdings wohl nicht gesprengt, die beiden neuen müssen sich hinten anstellen. Zumindest Esswein winkt dabei aber ein Einsatz als Joker.

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"Kevin De Bruyne wird von Beginn an spielen", stellte Wölfe-Coach Dieter Hecking klar. "Man hat in den wenigen Tagen, die er jetzt hier ist, schon ganz deutlich gesehen, welche Fähigkeiten er mitbringt. Es ist außerdem immer ein gutes Zeichen, wenn die Mitspieler ihm sofort die Bälle hin spielen. Ich habe keinerlei Zweifel, ihn gegen Hannover von Anfang an reinwerfen zu können.“ Der neue Star ist also gleich mit von der Partie und soll Wolfsburg beim Angriff auf das Spitzenquartett einen weiteren Schub geben. Fraglich ist beim VfL der Einsatz von Christian Träsch: Der Rechtsverteidiger konnte die letzten Tage aufgrund eines Magen-Darm-Infekts nicht mit dem Team trainieren und absolvierte bislang nur leichtes Lauftraining. Sicher fehlen wird neben dem gelbgesperrten Patrick Ochs auch Jan Polak (Entzündung im Sprunggelenk).

Bei Hannover sitzt der neue starke Mann auf der Bank: Tayfun Korkut feiert im Niedersachsen-Derby, das 96 im Hinspiel mit 2:0 für sich entschied, sein Debüt. Ein Sieg oder nur ein Punkt in Wolfsburg wäre für Hannover der allererste auf fremdem Geläuf in dieser Saison. Fraglich ist, wie Korkut seine Offensive aufstellt. "Die Mannschaft ist bereit", sagte der Ex-Profi, obwohl er in der Vorbereitung keinen Sieg einfahren konnte. Trotzdem: "Alle haben voll mitgezogen. Wir haben viel gearbeitet." Der Coach zieht ein System mit zwei Spitzen vor, weswegen Neuzugang Artjoms Rudnevs wohl beginnen darf. Der zuletzt angeschlagene Mame Diouf trainierte am Donnerstag und hofft, dass er rechtzeitig fit wird. Neben dem gesetzten Szabolcs Hustzi bliebe auf Rechtsaußen dann noch ein Platz - entweder für Jan Schlaudraff oder dem zuletzt starken Leonardo Bittencourt. Hinten rechts ersetzt womöglich Hiroki Sakai Steven Cherundolo, der mit Knieproblemen nur dosiert trainierte.

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Freiburg brachte Leverkusen im Pokal mit einer sehr starken Leistung an den Rande der Niederlage und schied nur sehr unglücklich aus. In der Vorbereitung ließ sich der SCF aber von Zweitligist Union Berlin mit 0:5 "abkochen", wie Trainer Christian Streich sagte: " Das war etwas, was in dieser Form auf keinen Fall passieren darf, aber das wissen die Spieler selbst und es ist mittlerweile abgehakt." Bis auf Sebastian Freis (Beschwerden an der Achillessehne) und Marco Terrazzino (Knieprobleme) stehen ihm alle Spieler zur Verfügung, auch die Rückkehrer Mensur Mujdza und Vegar Hedenstad sind an Bord. Mujdza winkt direkt ein Platz in der Startelf. Freiburg hofft in der Rückrunde auf einen Schub, da jetzt die Belastung der Europa League wegfällt: "Statt zu trainieren, sind wir gereist. Aber jetzt bin ich guter Dinge, erkenne viel Potenzial und glaube an ein Happy End", sagte Mittelfeldmann Gelson Fernandes.

Seit zehn Jahren ist Leverkusen in Freiburg ungeschlagen, dass soll sich auch nicht ändern, wenn es nach Trainer Sami Hyypiä geht: "Wir haben im Pokal gesehen, wie schwierig es gegen Freiburg wird, wenn wir nicht genügend für den Sieg tun." Beim SCF, der den Relegationsplatz inne hat, fehlt weiterhin Sidney Sam, der aber immerhin wieder mit der Mannschaft trainiert. Robbie Kruse (Kreuzbandriss) und die gesperrten Emir Spahic und Phillipp Wollscheid können ebenso nicht mitwirken. Deshalb wird höchstwahrscheinlich Stefan Reinartz in der Innenverteidigung neben Ömer Toprak spielen. Für den Türken, der unter der Woche seinen Vertrag in Leverkusen langfristig verlängerte, ist es kein Spiel wie jedes andere - gerade wegen Christian Streich. Toprak: "Er war mein Jugendtrainer und bei den Profis mein Co-Trainer. Der Kontakt ist nie abgerissen. Das wird auf jeden Fall ein besonderes Spiel für mich."

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"Moa hat in der Vorbereitung konstant gut gespielt. Er ist spritzig, agil und treffsicher", erklärte VfB-Trainer Thomas Schneider. Die Chance, dass Mohammed Abdellaoue in Form einer Doppelspitze an der Seite des gesetzten Vedad Ibisevic aufläuft, ist also nicht gering. Der Torriecher des Norwegers soll dabei helfen, "die große Chance“, den Abstand zu den um einen Rang besser platzierten Mainzern zu verringern, beim Schopf zu packen, wie Sportvorstand Fredi Bobic sagte. Youngster Timo Werner bliebe dann nur die Bank, genauso wie Ibrahima Traore. Bobic prüft derzeit, ob er den Kader noch einmal in der Breite verstärkt: "Es könnte etwas passieren. Wir werden auf jeden Fall schauen, was zu bewerkstelligen ist.“ Ein Kandidat ist der 18-jährige Ecuadorianer Carlos Gruezo. "Wir sind in Gesprächen. Er passt zum Anforderungsprofil und hat im Trainingslager eine gute Leistung gezeigt“, sagte Bobic.

Das Hinspiel "gehörte" dem einen asiatischen Offensiv-Star bei Mainz, Shinji Okazaki, der bei seinem ersten Spiel gegen seinen alten Arbeitgeber VfB gleich traf und zum 3:2-Sieg Entscheidendes beitrug. Diesmal steht nicht der Japaner, sondern der Südkoreaner Ja-Cheol Koo im Fokus (Portrait Koo). Der Rekord-Transfer der Mainzer könnte von Beginn an auflaufen, festlegen wollte sich Trainer Thomas Tuchel aber noch nicht. Fehlen werden den Nullfünfern in Stuttgart Torhüter Christian Mathenia, Verteidiger Malik Fathi, der langzeitverletzte Mittelfeldmann Julian Baumgartlinger sowie die Offensivkräfte Sebastian Polter, Dani Schahin und Petar Sliskovic. Niko Bungert befindet sich nicht mehr auf der Verletztenliste. "Wir hätten nicht gedacht, dass er schon mit dieser Selbstverständlichkeit mittrainieren würde“, so Tuchel.

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"Wenn wir unser Spiel durchbringen, können wir jeden bezwingen!“ Diese Aussage stammt von keinem anderen als Gertjan Verbeek, dem in der Bundesliga immer noch sieglosen Trainer des 1. FC Nürnberg. Verbeek, der seinen Bart auch nach einem Testspiel-Erfolg in der Winterpause ("Das zählt nicht") weiter wachsen ließ, hofft auf einen Blitzstart seines FCN: "Jeder Verein wird zwei, drei Spiele benötigen, um in den Rhythmus zu kommen. Unser Ziel muss es sein, dass uns das ein bisschen schneller gelingt, als unseren Gegnern." Dennoch muss der Niederländer gleich vom Start weg puzzeln: Die Ausfälle von Makoto Hasebe und Emanuel Pogatetz treffen den Club hart. Markus Feulner rückt für den Japaner ins Mittelfeld, hinten verteidigt Javier Pinola. Dem Optimismus von Verbeek tut dies keinen Abbruch: "Ich war noch nie pessimistisch. Wenn sich einer verletzt, dann habe ich wieder eine neue Idee.“ Seine Spieler sind jedenfalls motiviert: "Wir haben durch die Testspielsiege Blut geleckt und wollen nun auch in der Liga endlich den Bann brechen“, sagte Josip Drmic.

Das sich beim FCN etwas getan hat, ist auch dem gegnerischen Trainer aufgefallen. "Nürnberg hat sich schon zum Ende der Hinrunde deutlich verbessert und stand einige Male vor einem Dreier. Man sieht den Plan von Gertjan Verbeek genau. Sie spielen schon ein wenig holländisch und offensiv", sagte 1899-Coach Markus Gisdol. Bei Hoffenheim sind noch einige Positionen ungewiss: Ob Sven Schipplock auflaufen kann, ist zwei Tage vor der Partie noch nicht sicher. Am Donnerstag pausierte er mit leichten Problemen an der Achillessehne vorsorglich. Anthony Modeste stünde als Alternative bereit, der Franzose zeigte sich in den Testspielen wieder deutlich stärker. Auch Neuzugang Jiloan Hamad sei "eine Option für die Startelf", wie Gisdol verriet. Spannend wird es auch in der Innenverteidigung: "Niklas Süle, David Abraham und Jannik Vestergaard agieren auf einem Niveau. Das ist schon ein Härtefall", erklärte Gisdol. "Wir sind heute breiter aufgestellt, als vor der Saison." Auch im Tor wollte sich der Trainer noch nicht festlegen, ob weiterhin Jens Grahl oder doch wieder Koen Casteels das TSG-Tor hüten wird.

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