Frankfurt - Wolfram Wuttke ist tot. Der ehemalige Nationalspieler starb am frühen Sonntagmorgen im Alter von nur 53 Jahren in einem Krankenhaus in Lünen/Westfalen. In den 80er Jahren zählte er zu den schillerndsten Figuren der Bundesliga.

Begnadeter Spieler, Schrecken seiner Trainer und immer für einen Schabernack zu haben: Wolfram Wuttke war eine ganz besondere Marke, er polarisierte auf und neben dem Platz wie kaum ein anderer.

Seine früheren Bundesliga-Clubs trauern heute um ihren ehemaligen Spieler. "Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und Freunden", schreibt der 1. FC Kaiserslautern auf Facebook. "Der HSV trauert, unsere Anteilnahme gehört Wolfram Wuttkes Familie", schreibt der Hamburger SV und "Borussia Mönchengladbach wird Wolfram Wuttke immer in guter Erinnerung behalten. Das Mitgefühl gilt seinen Angehörigen."

Zuletzt im Koma gelegen

Wuttke soll wegen eines multiplen Organ-Versagens, ausgelöst durch eine Leberzirrhose, zuletzt im Koma gelegen haben. Er wurde nur noch künstlich beatmet - sein Zustand jedoch, hieß es noch vor einigen Tagen, sei kritisch, aber stabil.

"Er ist Rastelli, Clown, Kunstschütze, Dirigent und Schauspieler in einer Person", schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) einst über Wuttke - und tatsächlich bestimmte der Offensivspieler in den 80er Jahren die Schlagzeilen wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten und zahlreichen Eskapaden.

Seine wohl turbulenteste Zeit erlebte Wuttke ohnehin mit Jupp Heynckes bei Borussia Mönchengladbach. Als "introvertierten Pedanten" bezeichnete Wuttke seinen damaligen Chef: "Er fand heraus, wenn wir rauchten, er wusste, wie viele Biere wir am Wochenende getrunken hatten." Bei Wuttke sollen es einige gewesen sein.

Leistungsträger in vielen Bundesliga-Clubs

Trotz seiner zahlreichen Skandale - Wuttke gehörte fast immer zu den Leistungsträgern in seinen Teams. Zwischen 1979 und 1993 absolvierte er im Trikot von Schalke 04, Mönchengladbach, dem Hamburger SV, dem FCK und dem 1. FC Saarbrücken knapp 300 Spiele. Der Lohn für die guten Leistungen waren die Nominierungen ins DFB-Team. "Immerhin vier gute", sagte Wuttke, habe er gemacht: "Andere haben 50 und davon 49 schlechte."

Der Erfolg blieb ihm nach der aktiven Karriere verwehrt - in allen Lebensbereichen. Seine Frau ließ sich von ihm scheiden, ein von ihm gegründetes Sportgeschäft ging pleite, zudem erkrankte Wuttke an Brustkrebs. Den Kampf mit der heimtückischen Krankheit gewann er, am Sonntag aber hörte sein Herz auf zu schlagen.