München - Vor dem Traum-Halbfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen WM-Gastgeber Brasilien sind einige Protagonisten der Bundesliga voller Optimismus. Als "sehr gut" bezeichnete Dortmunds Trainer Jürgen Klopp die Chancen des Teams von Bundestrainer Joachim Löw vor dem Duell am Dienstag (ab 21:45 Uhr im Live-Ticker) - und steht damit stellvertretend für viele seiner Amtskollegen.

"Sie machen den stabileren Eindruck im Moment", sagte Klopp beim offiziellen Trainingsauftakt des BVB am Samstag über das deutsche Team. "Ich glaube, dass wir alle Chancen haben, Brasilien zu schlagen. Vom Fußballspiel her sind wir die bessere Mannschaft", erklärte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking.

Und Hertha-Coach Jos Luhukay ergänzte im "ZDF": "Deutschland harmoniert als Team sehr gut. Sie haben alle Möglichkeiten, um auch gegen Brasilien zu gewinnen."

Schaaf beeindruckt von Löw und dem Team

Doch nicht nur die Zuversicht, auch die Vorfreude auf das Duell mit dem Gastgeber ist groß. Schon jetzt bewerten die Experten die Leistungen der DFB-Elf sehr positiv. Für die Bundesliga-Trainer vor allem ein Verdienst von Löw. "Man muss den Bundestrainer voll respektieren in seinen Entscheidungen. Er hat vieles richtig gemacht, die Umstellungen haben wirklich gegriffen. Ich denke, Deutschland ist absolut verdient weitergekommen", sagte Luhukay.

Für den neuen Frankfurter Trainer Thomas Schaaf ist ein Erfolgsgeheimnis, dass sich Löw und das Team von den vielen Diskussionen im Umfeld nicht haben beeinflussen lassen. "Es ist schon imponierend, wie konzentriert die Mannschaft ist. Es freut mich einfach, dass sie so erfolgreich ist", sagte der langjährige Bremer Coach im "ZDF": "Dass, was mir am meisten gefallen hat: Man ist immer seinen eigenen Weg gegangen - das hat die deutsche Mannschaft gemacht. Ich hoffe und ich wünsche es ihr, dass sie das auch in dieser Partie machen."

Allofs: "Die Atmosphäre wird phänomenal"

Den größten Pluspunkt der Brasilianer sehen die Bundesliga-Verantwortlichen nach den Ausfällen von Superstar Neymar (Rückenverletzung) und Thiago Silva (Sperre) im Heimvorteil. Angetrieben vom heimischen Publikum sei den Gastgebern trotz der bisher eher durchwachsenen Auftritten alles zuzutrauen.

"Das wird ein Klassiker. Die ganze Atmosphäre wird phänomenal sein. Ganz ehrlich: Da ist alles drin", sagte der Wolfsburgs Manager Klaus Allofs, 1986 selbst im WM-Finale gegen Argentinien (2:3) auf dem Platz. "Unsere Mannschaft ist gut genug, auch gegen den Gastgeber zu bestehen. Aber man kann gegen eine Mannschaft, die so vom Publikum getragen wird, auch ausscheiden", betonte der 57-Jährige.

Ein ausgeglichenes Spiel erwartet auch Schalkes Brasilianer Felipe Santana. "Ich sehe unsere Chancen gegen Deutschland weiterhin bei 50:50", sagte der Innenverteidiger, der ebenfalls auf Rückenwind vom heimischen Publikum hofft: "Wir haben abseits des Fußballs viele Probleme im Land. Aber am Dienstag wird die gesamte Nation zusammenstehen, damit unser großer Traum vom Titel wahr werden kann."

DFB-Team: Mit Leidenschaft und Konzentration endlich ins Finale