Zusammenfassung

  • Am Freitagabend um 18:00 Uhr schließt das Sommertransfer-Fenster in der Bundesliga.

  • Alle Bundesligisten haben in der spielfreien Zeit ordentlich auf dem Transfermarkt zugeschlagen.

  • bundesliga.de hat die Top-11 der Sommer-Zugänge zusammengestellt.

Köln - Die Saison 2018/19 steht in den Startlöchern und wie in jedem Sommer haben die Bundesliga-Clubs die Pause dafür genutzt, sich mit neuen Spielern zu verstärken. Welche elf Neuzugänge sind auf ihrer Position die stärksten? bundesliga.de gibt die Antwort mit der Top-11 der Sommer-Transfers 2018.

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Tor

Kevin Trapp: Es ist die Rückkehr des verlorenen Sohns. Nach drei Jahren bei Paris St. Germain ist Eintracht Frankfurt am letzten Tag des Transferfensters ein echter Coup gelungen, indem man Torhüter Kevin Trapp an den Main zurückgelockt hat. Der im saarländischen Merzig geborene Torhüter spielte zwischen 2012 und 2015 bereits bei der SGE und absolvierte insgesamt 96 Pflichtspiele für die Hessen. In seiner Bundesliga-Zeit bei Frankfurt und Kaiserslautern vereitelte er 63 Prozent seiner Großchancen, auch bei Strafstößen bewies er mit fünf von 16 abgewehrten Elfmetern Talent. In Paris wurde Trapp anschließend je zweimal französischer Meister, Pokalsieger, Ligapokalsieger und Supercup-Sieger. In der Ligue 1 kam der Torhüter insgesamt 63 Mal zum Einsatz, dabei kassierte er nur 36 Gegentore und spielte 36-mal zu null - das entspricht 57 Prozent, eine phantastische Quote für Shutouts. Im Pariser Starensemble war Kevin Trapp zwar letzte Saison nur Ersatz, spielte aber immerhin in den nationalen Pokalwettbewerben. In Frankfurt soll er nun den nach Leverkusen abgewanderten Lukas Hradecky beerben.

Abwehr (v.r.n.l.):

Achraf Hakimi: Mit Achraf Hakimi verpflichtete der BVB einen Champions-League-Sieger auf Leihbasis, (er kam in der vergangenen Spielzeit für Real in der CL in den beiden Gruppenspielen gegen Tottenham zum Einsatz). Hakimi gewann mit Real auch die FIFA-Klub-WM, kam auf dem Weg zu diesem Titel immerhin im Halbfinale zum Einsatz. In der Primera Division kam er neun Mal zum Zuge und traf dabei beachtliche zwei Mal, bei Real steht man als Außenverteidiger immer im übergroßen Schatten eines Marcelo. Nun folgte der Schritt in die Bundesliga, hier soll der 19-Jährige, der auf beiden Seiten eingesetzt werden kann, den Routiniers Piszczek und Schmelzer Druck machen. Hakimi wurde in Spanien geboren, schloss sich bereits im Alter von acht Jahren Real Madrid an und wurde bei den Königlichen ausgebildet.

Salif Sane: Nach vier Jahren und 100 Bundesliga-Spielen für Hannover wechselte Salif Sane diesen Sommer zum FC Schalke 04 und kann sich hier nun auch in der Champions League beweisen. Letzte Saison verpasste Sane nur zwei Bundesliga-Spiele und diese auch nur gesperrt. Sane war 2017/18 zweikampfstärkster 96er, er gewann 69 Prozent seiner Duelle – ligaweit waren nur Naldo und Tah besser. Mit 81 Prozent gewonnenen Luftduellen war der Hüne in der letzten Saison sogar der kopfballstärkste Spieler der Liga (gefolgt von Naldo) - der 1,96 Meter lange Sane und der 1,98 Meter lange Naldo dürften weltweit eine der kopfballstärksten Innenverteidigungen bilden.

Video: Neue Saison, neue Ansprüche bei Schalke 04

Kevin Wimmer: Kevin Wimmer spielte 2014/15 als Aufsteiger mit Köln seine erste Bundesliga-Saison und fand sich auf diesem Level schnell zurecht: Er gewann gute 61 Prozent seiner Zweikämpfe (damals Bestwert beim FC). Als Youngster setzte er auch schon Offensivakzente und gab drei Torvorlagen, blieb aber ohne eigenen Treffer in der Bundesliga. Seine Leistungen in Köln bescherten Wimmer am 19. November 2013 (1:0 gegen die USA) sein Länderspieldebüt. In drei Jahren Premier League kam Wimmer auf 32 Einsätze (15 Mal für Tottenham, 17 Mal für Stoke City). Jetzt kehrt er in Hannover in die Bundesliga zurück.

Mittelfeld (v.r.n.l.):  

Paulinho: Leverkusen verpflichtete den umworbenen jungen Flügelstürmer von Vasco da Gama. Am 15. Juli wurde Paulinho erst 18 Jahre alt, er ist körperlich aber schon ziemlich ausgereift und könnte von Beginn an eine echte Alternative werden. Sein Pflichtspieldebüt feierte das Top-Talent für Leverkusen im DFB-Pokal bereits, er kam dort gegen Pforzheim zu einem Kurzeinsatz. Mit Wendell setzt er die brasilianische Tradition bei Bayer fort.

Video: BVB will runderneuert wieder angreifen

Leon Goretzka: Leon Goretzka war bei Schalke 04 zuletzt Vize-Kapitän, wechselte nach der WM dank seines auslaufenden Vertrages ablösefrei zum FC Bayern (der Wechsel war aber schon lange vor der WM bekannt). Goretzka ist ein sehr variabler Mittelfeld-Allrounder, der auf keine Position festgelegt ist. 2017/18 gewann der fleißige Goretzka 51 Prozent seiner Zweikämpfe – 2016/17 hatte er nur bei 45 Prozent Erfolgsquote gelegen. Er hat sich also weiterentwickelt. Auch läuferisch hatte Goretzka 2017/18 nochmal eine Schippe draufgelegt: im Schnitt 11,9 km und 26 Sprints pro Spiel absolvierte er (11,4 km und 24 Sprints waren es vorletzte Saison). Bei seinem neuen Verein war Goretzka gleich gefragt, er kam sowohl im Supercup gegen Frankfurt als auch im DFB-Pokal gegen Drochtersen/Assel als Joker zum Einsatz.

Axel Witsel: Axel Witsel kam im Pokal in Fürth als Einwechselspieler zu seinem Pflichtspieldebüt im BVB-Dress und bewahrte sein Team in der fünften Minute der Nachspielzeit mit dem Treffer zum 1:1-Ausgleich vor dem Aus. Nachdem Witsel in den letzten eineinhalb Jahren in China sein Geld verdiente, ging er nun den Schritt zurück und wechselte erstmals in eine der absoluten Top-Ligen Europas (zuvor hatte er in Belgien, Portugal und Russland gespielt). Mit dem erfahrenen defensiven Mittelfeldmann, der bei der WM in Russland sehr überzeugte, hat sich der BVB einen vermeintlichen Top-Mann mit Leader-Qualitäten für das defensive Mittelfeld geangelt. Rechtsfuß Witsel kann im Mittelfeld eigentlich alle Positionen bekleiden, mittlerweile hat er sich aber mehr oder weniger auf die zentrale Defensivposition vor der Abwehr festgelegt.

Davy Klaassen: Mit Davy Klaassen konnte Bremen seinen Wunschspieler und einen hochkarätigen Ersatz für den abgewanderten Mittelfeldchef Delaney an die Weser locken. In Bremen unterschrieb der Niederländer bis 2022 und hofft, nach einem enttäuschenden Jahr beim FC Everton (sieben Einsätze in der Premier League) wieder an seine gute Jahre in Amsterdam anknüpfen zu können. Bei Ajax spielte Klaassen zuvor seit Kindertagen und debütierte dann mit 18 Jahren in der 1. Mannschaft. Relativ schnell entwickelte sich Klaassen zum Stammspieler von Ajax, wurde mit dem Klub dreimal Meister und spielte regelmäßig international (11 Champions-League- und 31 Europa-League-Spiele). In der Ehrendivision schoss der 25-Jährige in 126 Partien 44 Tore, er rückt immer wieder gefährlich vor und hat auch ein gutes Auge für den Mitspieler. Sein Pflichtspiel-Debüt für Bremen gab Klaassen bereits im DFB-Pokal in der 1. Runde gegen Wormatia Worms, wo er beim 6:1-Triumph der Bremer das 4:0 durch Max Kruse vorbereitete.

Video: Klaassen will bei Werder durchstarten

Angriff (v.r.n.l.):

Mark Uth: Schalke-Neuzugang Mark Uth (Vertrag bis 2022) war 2017/18 der Top-Torschütze der TSG Hoffenheim, er traf 14 Mal – von den deutschen Spielern nur Nils Petersen öfter. Sieben Tore bereitete er zudem vor, auch dies war der Top-Wert bei der TSG. Mit 21 Torbeteiligungen war Uth dementsprechend natürlich auch Hoffenheims Topscorer, ligaweit lagen nur Robert Lewandowski und Thomas Müller vor ihm. Der gebürtige Kölner brauchte letzte Saison im Schnitt nur vier Torschüsse für ein Tor (56 Schüsse, 14 Treffer). Die Abgezocktheit vor dem Tor ist Uths große Stärke: In seiner Bundesliga-Karriere nutzte er 14 seiner 18 Großchancen (acht von elf in der letzten Saison).

Paco Alcacer: Der 25-Jährige Mittelstürmer kommt mit der Empfehlung von 43 Toren in 151 Spielen in der Primeira Division nach Dortmund. Besonders in seiner Zeit beim FC Valencia avancierte er zum absoluten Goalgetter. Mit elf Treffern und fünf Vorlagen hatte er 2014/15 entscheidenden Anteil daran, dass sich seine Mannschaft für die Champions League qualifizierte und bewahrte diese im Jahr darauf mit 13 Toren und sieben Vorlagen vor dem drohenden Abstieg. Anschließend folgte sein Wechsel zum FC Barcelona, wo er sich an der Seite von Superstars wie Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar weiterentwickeln konnte. Ob der großen Konkurrenz bei den Katalanen ist der Wechsel zum BVB folgerichtig. Unter Lucien Favre wird Alcacer wohl als klassische Nummer 9 eingesetzt werden, soll das Vakuum füllen, das nach den Abgängen von Pierre-Emercik Aubameyang und Michy Batshuayi in der Spitze entstanden war. Das Potenzial dazu bringt Paco Alcacer allemal mit. Er ist ein klassischer Strafraumstürmer, agiert vor dem Tor wachsam, instinktiv und präzise, kann mit rechts wie links abschließen, und ist trotz seiner Größe auch mit dem Kopf gefährlich. Alcacer verfügt über eine außergewöhnliche Schnelligkeit, lebt aber auch von den Vorlagen seiner Mitspieler.

Alassane Plea: Alassane Plea wurde bei Olympique Lyon ausgebildet, im August 2014 dann von Nizza verpflichtet. Für Lyon und Nizza kam der Mittelstürmer, der auch über die Außen kommen könnte, in 119 Ligue 1-Spielen zum Einsatz (36 Tore, 22 Torvorlagen). Zudem traf er in 15 Spielen in der Ligue 23 Mal für AJ Auxerre. Unter Lucien Favre blühte der 25-jährige auf und spielte sich letzte Saison in die Notizbücher vieler Clubs: in 35 Ligaspielen traf er 16-mal (nur Balotelli traf für Nizza öfter) und bereitete 6 Treffer vor. Plea ist ein mitspielender Stürmer, kann aber auch mit Tempo in die Tiefe gehen und Eins-gegen-eins-Situationen auflösen. Er ist in verschiedenen Systemen einsetzbar, im 4-4-2 als Doppelspitze oder im 4-3-3 auf verschiedenen Positionen. Mit der Verpflichtung von Plea bringen die Fohlen also eine neue und lange vermisste Komponente ins eigene Spiel. Trotz seiner vermeintlich geringen Körpergröße von 1,81 Meter bringt der Franzose ein gesundes Maß an Körperlichkeit auf den Platz. Er kombiniert Abschlussstärke mit Geschwindigkeit. Im neuen 4-3-3 ist Plea als zentrale Spitze vorgesehen und in seinem ersten Pflichtspiel für die Mönchengladbacher traf er im Pokal beim Fünfligisten BSC Hastedt gleich dreimal. Es war der historisch höchste Sieg der Fohlen im DFB-Pokal (11:1).