Sinsheim – Nach den Verpflichtungen von Justin Hoogma und Florian Grillitsch hat die TSG 1899 Hoffenheim in Havard Nordtveit den dritten Neuzugang für die Saison 2017/18 verkündet. Der norwegische Nationalspieler ist kein Unbekannter in der Bundesliga: Nach einem Jahr bei Premier-League-Club West Ham United soll der ehemalige Gladbacher für mehr Variabilität im Hoffenheimer Defensivzentrum sorgen.

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Nach den Abgängen von Sebastian Rudy und Niklas Süle zum FC Bayern München und dem Wechsel von Pirmim Schwegler zu Hannover 96 mussten die TSG-Verantwortlichen reagieren: Mit Havard Nordtveit kommt nun der gewünschte Abwehr-Allrounder nach Hoffenheim.

"Er bringt ideale Voraussetzungen für die Rolle eines Innenverteidigers sowohl in einer Dreier- als auch in einer Viererkette mit und kann darüber hinaus auch im defensiven Mittelfeld mit hoher Qualität spielen", erklärte 1899-Coach Julian Nagelsmann.

Traumtor im Gladbach-Trikot

Rustikaler Ruhepol

Der beim FC Arsenal ausgebildete Nordtveit gilt als ruhiger Spieler, der auf dem Platz gerne Taten sprechen lässt: Der Norweger pflegt das positive Image eines besonnenen Kämpfers. Wegen eben dieser Einstellung erhofft sich die TSG auch abseits des Platzes Positives vom 27-Jährigen, der "für uns weit mehr ist als eine bloße sportliche Verstärkung", so Direktor Profifußball Alexander Rosen. "Havard ist auch außerhalb des Platzes eine echte Persönlichkeit."

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In der Bundesliga ist Nordtveit kein Unbekannter: In 19 Einsätzen für den 1. FC Nürnberg und 152 Spielen für Borussia Mönchengladbach avancierte er stets schnell zum Stammspieler und defensiven Rückhalt.  Mit Hoffenheim möchte er nach seinem "nicht optimal gelaufenen Jahr in England" nun an seine erfolgreiche Zeit bei den Fohlen anknüpfen: "Durch meine Jahre in Mönchengladbach kenne ich die Bundesliga natürlich bestens und bin sicher, die Akzente setzen zu können, die man sich bei der TSG von mir erwartet", sagte Nordtveit.

Internationale Erfahrung für die junge TSG

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Bei der Borussia war Nordtveit wichtiger Bestandteil einer großartigen Entwicklung vom Abstiegskandidaten zum Teilnehmer des internationalen Geschäfts. Er lief insgesamt 18 Mal in Europa und Champions League auf und verfügt damit als einer der wenigen Hoffenheimer über internationale Erfahrung auf Club-Ebene. Für sein Heimatland Norwegen war der 27-Jährige ebenfalls schon auf internationalem Parkett unterwegs: Nordtveit durchlief alle U-Auswahlteams und feierte 2011 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Seitdem bestritt er 32 Partien für die Skandinavier und lief zuletzt im Testspiel gegen Schweden sogar als Kapitän für sein Land auf.

Inwiefern Nordtveit die schmerzhaften Abgänge von Rudy und Süle kompensieren kann, bleibt abzuwarten – er tritt in große Fußstapfen. Nach dem Wechsel vom zentralen Mittelfeldspieler Grillitsch sorgen die TSG-Verantwortlichen aber in jedem Fall bereits für mehr Variabilität in der Defensive und rüsten sich mit Nordtveit nun weiter für die kommende Spielzeit, in der Hoffenheim erstmalig am internationalen Geschäft teilnimmt.

Dennis Flügge