Köln – Der Ball rollt endlich wieder in der Bundesliga. Zum Rückrundenauftakt wurden bereits die ersten Weichen gestellt. Die Gewinner und Verlierer des 18. Spieltags im Überblick.

Der große Gewinner des Auftakt-Wochenendes ist der SC Freiburg. Mit der roten Laterne überwintert, hat das Team von Christian Streich nach dem 4:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt gleich vier Plätze gut gemacht und die Abstiegsplätze verlassen. Entscheidend dabei: Der Wintertransfer von Nils Petersen: 45 Einsatzminuten inklusive lupenreinem Hattrick reichten der Werder-Leihgabe, um schon jetzt, gemeinsam mit Mike Frantz, zum torgefährlichsten Angreifer bei den Breisgauern aufzusteigen.

Galvez und Vestergaard harmonieren direkt

Werder Bremen konnte ebenfalls die Abstiegsplätze verlassen und rückte vom 16. Platz auf den zwölften vor. Beim absolut ungefährdeten 2:0-Sieg gegen Hertha überzeugte vor allem die neu formierte Innenverteidigung um Alejandro Galvez und Neuzugang Jannik Vestergaard aus Hoffenheim. Wer dann noch einen Franco di Santo im Sturm hat, der aus zwei Torschüssen zwei Tore macht, scheint bestens gerüstet im Abstiegskampf.

Über den 4:1-Sieg des VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München ist bereits viel geschrieben und noch mehr gesagt worden. Geschmacksache, ob dabei die Dynamik von Kevin De Bruyne, die genialen Pässen von Maximilian Arnold, das unüberwindbare Innenverteidiger-Duo Naldo/Knoche oder die Abschlussqualitäten von Bas Dost am meisten beeindruckt haben. Fakt ist nur: In dieser Form ist dem VfL Wolfsburg die Champions-League-Teilnahme nicht zu nehmen, wenngleich das Punktepolster auf das Verfolgerfeld um Mönchengladbach, Schalke und Augsburg erst sieben Zähler beträgt.

Nur Tasmania schlechter

Offiziell geht es für den FC Augsburg immer noch um den Klassenerhalt. Der Blick auf die Tabelle verrät aber: Die Fuggerstädter sind beim Kampf um die internationalen Plätze voll im Rennen. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel haben in der Bundesliga im Schnitt 57 Punkte gereicht, um mindestens sechster zu werden und somit die Europa-League-Relegation zu spielen. Dazu müsste die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl noch neun Mal gewinnen. Mit Bayern-Leihgabe Pierre-Emile Höjbjerg hat der FCA zudem einen Wintertransfer getätigt, der sofort weiterhilft. Beim 3:1-Sieg gegen ähnlich spielstarke Hoffenheimer glänzte Höjbjerg direkt mit einer Vorlage und drei Torschüssen.

Zu den Verlieren des ersten Rückrundenspieltags zählt ohne Zweifel der Hamburger SV. Die extrem schwache Ausbeute von neun Toren wurde in der Bundesliga-Historie nur von Rekord-Absteiger Tasmania Berlin in der Saison 1965/66 unterboten (acht Tore nach 18 Spielen). Nach einer vielversprechenden Anfangsphase, in der Rückkehrer Ivica Olic für ein wenig Gefahr sorgte, mangelte es bei der 0:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln etwa ab der 20. Minute an jeglicher Durchschlagskraft in der Offensive. Vor allem wurde klar, dass es der Mannschaft an Personal im defensiven Mittelfeld mangelt. So musste der eigentlich gelernte Innenverteidiger Heiko Westermann auf der Sechser-Position aushelfen und kam dort nur auf eine bescheidene Zweikampfquote von 41 Prozent.

Hertha im Abstiegskampf angekommen

Der SC Paderborn sorgte in der Hinserie noch für viel Euphorie, doch die Mannschaft von Andre Breitenreiter ist längst in der harten Realität angekommen: Gegen zuletzt neunmal in Folge sieglose Mainzer hagelte es eine herbe 0:5-Klatsche. Nun hat der Aufsteiger gerade einmal noch zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Und mit dem HSV kommt am Mittwoch ein direkter Konkurrent.

Hertha BSC ist nach der 0:2-Niederlage gegen Werder Bremen von Platz 13 auf 15 gerutscht und befindet sich spätestens jetzt mitten im Abstiegskampf. In der Offensive zeigten sich die Berliner mit nur drei Torschüssen erschreckend einfallslos, die wenigen Kontermöglichkeiten wurden nicht konsequent zu Ende gespielt und die neu formierte Dreierkette konnte in der Defensive noch keine Stabilität bringen: John Brooks und Fabian Lustenberger gewannen lediglich 43 bzw. 41 Prozent ihrer Zweikämpfe. Das kommende Spiel am Mittwoch gegen Bayer Leverkusen macht die Situation da nicht einfacher.

Apropos Leverkusen: Die Werkself ist zumindest in der Spitzengruppe der Verlierer des 18. Spieltags und fällt von Platz drei auf Platz sechs. Ob die Nullnummer gegen Borussia Dortmund dabei als Erfolg zu werten ist, liegt im Auge des Betrachters. Weiter stellt sich die Frage nach der Form von Stefan Kießling, der zwar immer viel arbeitet, jedoch nur eine schwache Torquote von drei Treffern aus 18 Spielen vorzuweisen hat. Auch gegen den BVB gelang dem langen Stoßstürmer nur ein einziger Torschuss.

Karol Herrmann